Darmstadt. Mehr als drei Monate mit Musik, Lesungen, Gesprächen, Führungen, Workshops, Comedy und Performances: Am Dienstag, 1. September 2026, beginnen in Darmstadt die Jüdischen Kulturwochen. Das Programm läuft bis zum 6. Dezember und soll jüdisches Leben und jüdische Kultur in ihrer Vielfalt sichtbar machen.
Quelle: Bild von PexelsZum Auftakt steht direkt eine prominent besetzte Veranstaltung auf dem Programm. Der Publizist und Philosoph Michel Friedman trifft in der Centralstation auf den Journalisten und Podcaster Paul Ronzheimer. Gemeinsam sprechen sie über die Frage, unter welchem Druck die Demokratie steht und welche Herausforderungen daraus für jüdisches Leben in Deutschland entstehen.
Der Eintritt zur Eröffnung ist frei. Eine vorherige Anmeldung ist allerdings erforderlich.
Wann finden die Jüdischen Kulturwochen statt?
Die Jüdischen Kulturwochen Darmstadt beginnen am 1. September und enden am 6. Dezember 2026.
Damit handelt es sich nicht um ein klassisches Festival an einem Wochenende.
Die Veranstaltungen verteilen sich über mehr als drei Monate und finden an unterschiedlichen Orten in Darmstadt statt.
Veranstaltet werden die Kulturwochen von der Jüdischen Gemeinde Darmstadt gemeinsam mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Das Programm richtet sich ausdrücklich nicht ausschließlich an Mitglieder der jüdischen Gemeinde.
Vielmehr sollen Begegnung und Austausch mit der gesamten Stadtgesellschaft ermöglicht werden.
Eröffnung am 1. September in der Centralstation
Der offizielle Auftakt findet am Dienstagabend in der Centralstation statt.
Beginn ist um 19 Uhr.
Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz sowie Daniel Neumann als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt eröffnen die Kulturwochen.
Anschließend folgt das Gespräch zwischen Michel Friedman und Paul Ronzheimer.
Das Thema lautet „Demokratie unter Druck – Herausforderungen für das jüdische Leben in Deutschland“.
Damit beginnen die Kulturwochen bewusst nicht mit einem reinen Unterhaltungsprogramm, sondern mit einer aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte.
Michel Friedman kommt nach Darmstadt
Michel Friedman gehört seit vielen Jahren zu den bekannten Stimmen in gesellschaftlichen und politischen Debatten in Deutschland.
Der Publizist, Jurist und Philosoph beschäftigt sich regelmäßig mit Demokratie, Menschenrechten, Antisemitismus und gesellschaftlicher Verantwortung.
Friedman war von 2000 bis 2003 Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.
In Darmstadt trifft er auf Paul Ronzheimer.
Paul Ronzheimer diskutiert mit Friedman
Ronzheimer ist Journalist und Podcaster und berichtet regelmäßig aus internationalen Krisen und Kriegsgebieten.
Das Gespräch der beiden soll sich mit der aktuellen Lage der Demokratie und den daraus entstehenden Herausforderungen für jüdisches Leben beschäftigen.
Die Kombination verspricht unterschiedliche Perspektiven.
Während Friedman gesellschaftliche und philosophische Fragen in den Mittelpunkt stellt, bringt Ronzheimer Erfahrungen aus der politischen und internationalen Berichterstattung ein.
Gerade dadurch kann die Auftaktveranstaltung über eine klassische Podiumsdiskussion hinausgehen.
Eintritt zur Eröffnung ist kostenlos
Für die Eröffnungsveranstaltung wird kein Eintritt verlangt.
Interessierte können die Veranstaltung damit grundsätzlich kostenlos besuchen.
Eine spontane Teilnahme ist allerdings nicht vorgesehen.
Die Jüdische Gemeinde verlangt eine vorherige Anmeldung.
Wer die Veranstaltung besuchen möchte, sollte deshalb vorab prüfen, ob noch Plätze verfügbar sind.
Musik von Exodus Express
Der Abend besteht nicht ausschließlich aus Redebeiträgen.
Für die musikalische Begleitung sorgt das israelisch ukrainische Trio Exodus Express.
Damit beginnt bereits bei der Eröffnung der kulturelle Teil der Veranstaltungsreihe.
Im Anschluss an das Gespräch sind die Gäste außerdem zu einem Stehempfang eingeladen.
Dabei werden israelische Spezialitäten angeboten.
Der Auftakt verbindet damit politische Diskussion, Musik und Begegnung.
Mehr als drei Monate Programm
Nach der Eröffnung geht es bis Anfang Dezember weiter.
Die Veranstalter setzen bewusst auf unterschiedliche Formate.
Dazu gehören Musikveranstaltungen ebenso wie Lesungen und Vorträge.
Hinzu kommen Workshops, Führungen, Comedy und Performances.
Damit sollen unterschiedliche Zugänge zu jüdischer Kultur geschaffen werden.
Wer sich stärker für Geschichte interessiert, soll ebenso Angebote finden wie Menschen, die jüdische Kultur über Musik, Literatur oder Humor kennenlernen möchten.
Jüdische Kultur soll als Gegenwart sichtbar werden
Ein wichtiger Gedanke hinter den Kulturwochen ist die Darstellung jüdischen Lebens als selbstverständlicher Teil der Gegenwart.
Bei jüdischen Themen liegt der öffentliche Schwerpunkt häufig auf der Verfolgung während des Nationalsozialismus.
Die Erinnerung daran bleibt unverzichtbar.
Jüdisches Leben lässt sich jedoch nicht auf Verfolgungsgeschichte reduzieren.
Jüdische Gemeinden, Religion, Musik, Literatur, Humor und gesellschaftliche Debatten gehören ebenso dazu.
Genau diese Vielfalt wollen die Kulturwochen sichtbar machen.
Erinnerung bleibt trotzdem ein wichtiger Bestandteil
Gleichzeitig lässt sich jüdisches Leben in Darmstadt nicht ohne seine Geschichte betrachten.
Die jüdische Gemeinde der Stadt reicht viele Jahrhunderte zurück.
Wie in zahlreichen deutschen Städten wurde diese Geschichte durch die nationalsozialistische Verfolgung brutal unterbrochen.
Synagogen wurden zerstört, jüdische Bürger verfolgt, vertrieben und ermordet.
Die heutige jüdische Gemeinde steht deshalb sowohl für Erinnerung als auch für den Wiederaufbau jüdischen Lebens nach 1945.
Darmstadt hat heute wieder eine Synagoge
Ein zentraler Ort jüdischen Lebens ist die Neue Synagoge in der Wilhelm Glässing Straße.
Sie wurde 1988 eingeweiht.
Der Zeitpunkt war bewusst gewählt.
Die Eröffnung erfolgte 50 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938.
Heute ist die Synagoge religiöses und gesellschaftliches Zentrum der Jüdischen Gemeinde Darmstadt.
Sie steht zugleich dafür, dass jüdisches Leben nach der Shoah wieder sichtbar Teil der Stadt geworden ist.
Jüdisches Leben gehört zur Darmstädter Stadtgeschichte
Die Geschichte reicht allerdings wesentlich weiter zurück als bis ins 20. Jahrhundert.
Jüdische Einwohner sind seit Jahrhunderten Teil Darmstadts und der Region.
Wie andernorts wechselten sich Zeiten vergleichsweise sicheren Zusammenlebens mit Phasen von Ausgrenzung und Verfolgung ab.
Wer sich mit Darmstadts Stadtgeschichte beschäftigt, begegnet deshalb an vielen Stellen auch jüdischer Geschichte.
Die Kulturwochen ergänzen diese historische Perspektive um einen Blick auf das heutige jüdische Leben.
Warum die Kulturwochen 2026 besondere Aktualität haben
Die Veranstalter stellen die Reihe ausdrücklich in einen aktuellen gesellschaftlichen Zusammenhang.
Antisemitismus ist in Deutschland weiterhin ein Problem.
Dabei zeigt er sich in unterschiedlichen Formen.
Jüdische Menschen erleben Anfeindungen im Alltag ebenso wie Hass und Bedrohungen im Internet.
Internationale Konflikte können diese Situation zusätzlich verschärfen.
Die Kulturwochen sollen deshalb auch Räume schaffen, in denen Begegnung möglich ist und Vorurteile hinterfragt werden können.
Kultur als Möglichkeit zur Begegnung
Ein Konzert erreicht möglicherweise Menschen, die keine politische Podiumsdiskussion besuchen würden.
Eine Comedy Veranstaltung kann wiederum einen anderen Zugang eröffnen als ein historischer Vortrag.
Genau darin liegt der Vorteil eines breit angelegten Kulturprogramms.
Besucher müssen nicht bereits umfangreiches Wissen über jüdische Religion oder Geschichte mitbringen.
Sie können über unterschiedliche Interessen einen Zugang finden.
Das macht die Veranstaltungsreihe auch für Menschen interessant, die bislang wenig Kontakt mit jüdischem Leben hatten.
Warum Führungen eine wichtige Rolle spielen
Führungen ermöglichen einen unmittelbaren Blick auf Orte jüdischen Lebens und jüdischer Geschichte.
Geschichte wird dadurch konkreter als bei der reinen Lektüre eines Textes.
Straßen, Gebäude und Erinnerungsorte zeigen, dass historische Ereignisse nicht irgendwo stattgefunden haben, sondern mitten in der eigenen Stadt.
Gerade in Darmstadt lassen sich solche Spuren an verschiedenen Stellen finden.
Die Kulturwochen nutzen deshalb neben Bühnen und Veranstaltungsräumen auch solche Formen der Vermittlung.
Workshops ermöglichen einen anderen Zugang
Bei Workshops geht es stärker um Beteiligung.
Besucher hören nicht ausschließlich zu, sondern können sich selbst mit einem Thema auseinandersetzen.
Das ist insbesondere für Bildungsangebote interessant.
Komplexe Themen wie Religion, Identität, Antisemitismus oder Erinnerungskultur lassen sich dadurch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.
Die Kulturwochen verstehen sich somit nicht ausschließlich als Veranstaltungsreihe zur Unterhaltung.
Bildung und gesellschaftlicher Austausch gehören ebenfalls zum Konzept.
Jüdischer Humor gehört ausdrücklich dazu
Dass Comedy Teil des Programms ist, ist kein Zufall.
Humor besitzt in jüdischer Kultur und Literatur eine lange Tradition.
Er kann gesellschaftliche Widersprüche sichtbar machen und schwierige Themen auf eine andere Weise zugänglich machen.
Für ein Kulturfestival ist das wichtig.
Jüdisches Leben soll nicht ausschließlich über ernste politische oder historische Themen dargestellt werden.
Auch Unterhaltung, Alltag und Humor gehören zur kulturellen Vielfalt.
Musik verbindet unterschiedliche Traditionen
Ähnliches gilt für das musikalische Programm.
Jüdische Musik lässt sich nicht auf einen einzigen Stil reduzieren.
Unterschiedliche Herkunftsregionen, Sprachen und kulturelle Traditionen haben vielfältige musikalische Formen hervorgebracht.
Schon bei der Eröffnung mit dem israelisch ukrainischen Trio Exodus Express wird dieser internationale Charakter sichtbar.
Weitere Musikveranstaltungen während der Kulturwochen setzen diesen Ansatz fort.
Die Reihe richtet sich an die gesamte Region
Obwohl die Veranstaltungen in Darmstadt stattfinden, richtet sich das Angebot nicht nur an Einwohner der Stadt.
Die Wissenschaftsstadt und die Jüdische Gemeinde sprechen ausdrücklich von einer Bedeutung für die gesamte Region.
Damit sind die Kulturwochen auch für Besucher aus dem Landkreis Darmstadt Dieburg, dem Kreis Bergstraße und weiteren Teilen Südhessens interessant.
Gerade bei einzelnen Abendveranstaltungen lässt sich ein Besuch aus dem Umland gut einplanen.
Darmstadt bietet im September besonders viele Veranstaltungen
Der September gehört ohnehin zu den veranstaltungsreichen Monaten in Darmstadt.
Neben den Jüdischen Kulturwochen stehen verschiedene Feste, Kulturveranstaltungen und Aktionstage an.
Auch der Tag des offenen Denkmals am 13. September bietet beispielsweise die Möglichkeit, besondere historische Orte in Darmstadt kennenzulernen.
Wer mehrere Veranstaltungen besuchen möchte, sollte deshalb frühzeitig Termine und notwendige Anmeldungen prüfen.
Das Programm reicht bis in den Dezember
Ein Vorteil der langen Laufzeit besteht darin, dass Interessierte nicht innerhalb weniger Tage mehrere Termine unterbringen müssen.
Zwischen dem 1. September und dem 6. Dezember liegen mehr als drei Monate.
Dadurch können Besucher gezielt einzelne Veranstaltungen auswählen.
Gleichzeitig bleibt die Reihe über den gesamten Herbst hinweg präsent.
Das unterscheidet die Kulturwochen von vielen Stadtfesten oder Festivals, die nach einem Wochenende bereits wieder beendet sind.
Vor dem Besuch Anmeldung prüfen
Ob eine Anmeldung notwendig ist, hängt von der jeweiligen Veranstaltung ab.
Für den Eröffnungsabend am 1. September ist sie ausdrücklich erforderlich.
Auch bei späteren Veranstaltungen können begrenzte Teilnehmerzahlen oder vorherige Reservierungen vorgesehen sein.
Interessierte sollten deshalb vor dem Besuch die Angaben zur jeweiligen Veranstaltung prüfen.
Das gilt insbesondere für Führungen und Workshops, bei denen die Zahl der Teilnehmer naturgemäß begrenzt sein kann.
Eintrittspreise unterscheiden sich je nach Veranstaltung
Die Eröffnung am 1. September ist kostenlos.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass sämtliche Veranstaltungen bis Dezember kostenfrei sind.
Je nach Veranstaltungsort und Format können unterschiedliche Bedingungen gelten.
Besucher sollten deshalb beim jeweiligen Programmpunkt prüfen, ob Eintritt verlangt wird und ob Karten im Vorverkauf erhältlich sind.
Das vollständige Programm ist bei der Jüdischen Gemeinde Darmstadt abrufbar.
Auftakt setzt bewusst politisches Zeichen
Mit Michel Friedman und Paul Ronzheimer beginnt die Veranstaltungsreihe mit einem Thema, das weit über Darmstadt hinausweist.
Die Frage nach dem Zustand der Demokratie betrifft die gesamte Gesellschaft.
Dass sie mit den Herausforderungen für jüdisches Leben verbunden wird, macht zugleich deutlich, dass Antisemitismus nicht ausschließlich ein Problem jüdischer Menschen ist.
Angriffe auf Minderheiten und demokratische Grundwerte berühren die Gesellschaft insgesamt.
Die Veranstalter verstehen die Kulturwochen deshalb ausdrücklich auch als Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung.
Sichtbares jüdisches Leben steht im Mittelpunkt
Trotz dieser politischen Dimension bleibt der kulturelle Charakter entscheidend.
Die Kulturwochen sollen zeigen, dass jüdisches Leben in Darmstadt sichtbar, vielfältig und gegenwärtig ist.
Dazu gehören religiöse Traditionen ebenso wie Kunst, Musik, Literatur, Humor und gesellschaftliche Diskussionen.
Besucher bekommen über mehrere Monate Gelegenheit, unterschiedliche Seiten dieser Kultur kennenzulernen.
Damit ist die Reihe sowohl Kulturprogramm als auch Begegnungsangebot.
Was Besucher zum Start wissen sollten
Los geht es am Dienstag, 1. September, um 19 Uhr in der Centralstation Darmstadt.
Nach der offiziellen Eröffnung sprechen Michel Friedman und Paul Ronzheimer über Demokratie und jüdisches Leben in Deutschland.
Exodus Express übernimmt die musikalische Begleitung.
Der Eintritt ist kostenlos, allerdings ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Wer am Eröffnungsabend keinen Platz bekommt oder an diesem Termin verhindert ist, hat anschließend bis zum 6. Dezember zahlreiche weitere Gelegenheiten, Veranstaltungen der Kulturwochen zu besuchen.
Häufig gestellte Fragen zu den Jüdischen Kulturwochen Darmstadt 2026
Wenn Sie im September noch einen weiteren besonderen Termin in Darmstadt suchen, lohnt sich auch der Tag des offenen Denkmals am 13. September mit Führungen in Kranichstein.
