Jonathan-Heimes-Platz am Böllenfalltor eröffnet: Warum dieser Ort für Darmstadt 98 so besonders ist

Darmstadt. Sein Name und sein Motto sind am Böllenfalltor seit Jahren allgegenwärtig. Jetzt hat Jonathan Heimes beim SV Darmstadt 98 einen dauerhaften Ort bekommen.

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Der neu gestaltete Vorplatz der Haupttribüne am Merck-Stadion am Böllenfalltor trägt offiziell den Namen Jonathan-Heimes-Platz.

Eingeweiht wurde er am Sonntag, 30. August 2026, rund um das Heimspiel der Lilien gegen Hannover 96.

Vor dem Anpfiff erinnerten Vereinspräsident Markus Pfitzner und Martin Heimes, der Vater von Jonathan, an den Darmstädter, der mit seinem Kampf gegen den Krebs und seinem Motto „Du musst kämpfen“ weit über den Fußball hinaus bekannt wurde.

Der neue Platz soll deshalb mehr sein als eine Gedenkstätte.

Er ist bewusst als Begegnungsort gedacht, an dem die Geschichte von Jonathan Heimes dauerhaft weitererzählt werden kann.

Wo befindet sich der Jonathan-Heimes-Platz?

Der Jonathan-Heimes-Platz befindet sich unmittelbar am Merck-Stadion am Böllenfalltor.

Dafür wurde der innere Vorplatz zwischen dem Stadioneingang und der Haupttribüne neu gestaltet.

Der Standort ist bewusst gewählt.

Hier kommen Menschen aus unterschiedlichen Stadionbereichen zusammen. Auch Spieler passieren den Bereich auf ihrem Weg zum Training.

Bei Stadionführungen, Veranstaltungen und Heimspielen können Besucher dadurch immer wieder mit der Geschichte von Jonathan Heimes in Berührung kommen.

Jonathan-Heimes-Platz im Überblick

InformationStand 2026
NameJonathan-Heimes-Platz
StandortMerck-Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt
Eröffnung30. August 2026
AnlassZehnter Todestag von Jonathan Heimes im Jahr 2026
LageVorplatz zwischen Stadioneingang und Haupttribüne
IdeeInitiative aus der aktiven Fanszene
BeteiligteFanszene, SV Darmstadt 98 und Familie Heimes
BedeutungGedenk und Begegnungsstätte
Zentrale Botschaft„Du musst kämpfen“
Bisherige Jonathan-Heimes-Tribüneträgt wieder die Bezeichnung Südtribüne

Der Platz bündelt damit die Erinnerung an Jonathan Heimes künftig an einem zentralen Punkt des Stadiongeländes.

Wer war Jonathan Heimes?

Jonathan „Johnny“ Heimes wurde in Darmstadt geboren und war eng mit dem SV Darmstadt 98 verbunden.

Mit 14 Jahren erkrankte er erstmals an Krebs.

Trotz der schweren Erkrankung entwickelte sich Heimes zu einem Menschen, der anderen Betroffenen Mut machen wollte.

Besonders bekannt wurde sein Motto „Du musst kämpfen“.

Daraus entstand eine Botschaft, die zunächst eng mit seinem persönlichen Kampf gegen die Krankheit verbunden war und später auch beim SV Darmstadt 98 eine außergewöhnliche Bedeutung bekam.

Jonathan Heimes starb am 8. März 2016 im Alter von 26 Jahren.

Seine Geschichte blieb danach in Darmstadt und besonders am Böllenfalltor präsent.

„Du musst kämpfen“ wurde zum Motto der Lilien

Die besondere Verbindung zwischen Jonathan Heimes und Darmstadt 98 entwickelte sich vor allem während einer der außergewöhnlichsten Phasen der Vereinsgeschichte.

2014 kämpften die Lilien in der Relegation gegen Arminia Bielefeld um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Die Ausgangslage war denkbar schlecht.

Das Hinspiel am Böllenfalltor hatte Darmstadt mit 1:3 verloren.

Vor dem Rückspiel in Bielefeld trugen die Spieler Armbänder mit dem Motto von Jonathan Heimes.

Darauf stand sinngemäß die Botschaft, dass man kämpfen müsse und noch nichts verloren sei.

Was danach passierte, gehört bis heute zu den bekanntesten Spielen der jüngeren Vereinsgeschichte.

Das Wunder von Bielefeld

Am 19. Mai 2014 gewann Darmstadt das Relegationsrückspiel bei Arminia Bielefeld mit 4:2 nach Verlängerung.

Damit gelang trotz der Niederlage aus dem Hinspiel der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Das Spiel ging als „Wunder von Bielefeld“ in die Geschichte des SV Darmstadt 98 ein.

Die Armbänder und die Botschaft von Jonathan Heimes wurden anschließend zu einem Symbol dieser Mannschaft.

Aus einem persönlichen Lebensmotto war eine Botschaft geworden, mit der sich Spieler, Fans und Verein identifizierten.

Danach folgte der Durchmarsch in die Bundesliga

Die Geschichte endete nicht mit dem Aufstieg 2014.

Nur ein Jahr später gelang Darmstadt 98 der direkte Durchmarsch in die Bundesliga.

Am letzten Spieltag der Saison 2014/15 sicherten sich die Lilien den Aufstieg ins Oberhaus.

Jonathan Heimes erlebte diese außergewöhnliche Phase des Vereins noch mit.

Auch deshalb ist sein Name bis heute eng mit den sportlichen Erfolgsjahren zwischen 2014 und 2016 verbunden.

Für viele Anhänger steht „Du musst kämpfen“ seitdem nicht nur für ein einzelnes Fußballspiel, sondern für eine ganze Ära des Vereins.

Jonathan Heimes wollte anderen Menschen helfen

Die Geschichte geht allerdings weit über den Fußball hinaus.

Jonathan Heimes nutzte seine eigene Bekanntheit, um auf die Situation krebskranker Menschen aufmerksam zu machen.

Seine Initiative DUMUSSTKÄMPFEN! unterstützte insbesondere krebskranke Kinder und ihre Familien.

Die bekannten Armbänder dienten deshalb nicht nur als Symbol.

Mit ihnen wurden auch Spenden für Betroffene gesammelt.

Nach seinem Tod wurde die Arbeit weitergeführt.

Damit blieb aus dem persönlichen Motto eine Initiative bestehen, die anderen Menschen helfen soll.

Warum bekommt Jonathan Heimes jetzt einen eigenen Platz?

2026 jährte sich der Tod von Jonathan Heimes zum zehnten Mal.

Aus diesem Anlass entstand die Idee, einen dauerhaften Ort auf dem Stadiongelände zu schaffen.

Die Initiative ging maßgeblich von der aktiven Fanszene aus.

Das Konzept wurde anschließend gemeinsam mit dem SV Darmstadt 98 und der Familie Heimes entwickelt.

Damit kommt die Idee nicht ausschließlich vom Verein.

Sie entstand aus dem Umfeld der Menschen, die Jonathan Heimes und seine Botschaft über Jahre mit dem Böllenfalltor verbunden haben.

Die Arbeiten begannen im August

Anfang August 2026 starteten die Arbeiten auf dem Haupttribünen Vorplatz.

Das Ziel war ambitioniert.

Der neue Platz sollte möglichst rechtzeitig zum Heimspiel gegen Hannover 96 am 30. August fertiggestellt werden.

Das gelang.

Damit konnte die offizielle Einweihung noch vor dem Spiel stattfinden.

Eröffnung vor dem Heimspiel gegen Hannover

Die Einweihung fand am Sonntag, 30. August, statt.

Vereinspräsident Markus Pfitzner und Martin Heimes erinnerten in ihren Ansprachen an Jonathan.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht ausschließlich die Vergangenheit.

Der Verein möchte die Werte, die mit Jonathan Heimes verbunden werden, auch künftig weitertragen.

Der neue Platz soll deshalb sowohl Erinnerung ermöglichen als auch Mut vermitteln.

Warum ausgerechnet ein Platz?

Bislang war Jonathan Heimes vor allem über die Benennung von Stadion und Tribüne sichtbar.

Ein Platz besitzt jedoch eine andere Funktion.

Menschen gehen nicht ausschließlich an ihm vorbei.

Sie können dort zusammenkommen.

Genau deshalb bezeichnet der Verein den neuen Bereich ausdrücklich als Gedenk und Begegnungsstätte.

Der Ort soll an Spieltagen ebenso funktionieren wie bei Stadionführungen oder anderen Veranstaltungen.

Die Botschaft steht im Mittelpunkt

Zentral für die Gestaltung ist weiterhin das bekannte Motto „Du musst kämpfen“.

Die Worte sollen daran erinnern, wofür Jonathan Heimes stand.

Dabei geht es nicht ausschließlich um Fußball oder sportlichen Erfolg.

Seine Geschichte ist eng mit Hoffnung, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung verbunden.

Der neue Platz soll diese Werte sichtbar machen.

Spieler kommen regelmäßig am Platz vorbei

Eine Besonderheit des Standorts ist seine Lage innerhalb des Stadiongeländes.

Die Profis von Darmstadt 98 kommen auf ihrem täglichen Weg zum Training an dem Platz vorbei.

Damit ist die Gedenkstätte nicht irgendwo am Rand des Areals entstanden.

Sie befindet sich bewusst dort, wo Vereinsleben stattfindet.

Jonathan Heimes und seine Botschaft bleiben dadurch auch für zukünftige Mannschaften präsent.

Auch bei Stadionführungen soll seine Geschichte erzählt werden

Der Platz besitzt außerdem eine langfristige Funktion für Besucher.

Bei Stadionführungen kann künftig direkt an diesem Ort über Jonathan Heimes gesprochen werden.

Das ist besonders deshalb relevant, weil neue Fans oder jüngere Besucher die außergewöhnlichen Jahre 2014 bis 2016 möglicherweise nicht selbst erlebt haben.

Die Geschichte kann so von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Was passiert mit der Jonathan-Heimes-Tribüne?

Mit der Eröffnung des neuen Platzes verändert sich gleichzeitig die Bezeichnung der bisherigen Jonathan-Heimes-Tribüne.

Die Südtribüne trägt künftig wieder ihren ursprünglichen Namen.

Jonathan Heimes verschwindet dadurch allerdings keineswegs aus dem Stadion.

Im Gegenteil.

Mit dem eigenen Platz bekommt seine Geschichte einen dauerhaften zentralen Ort, der unabhängig von der Bezeichnung einzelner Tribünen bestehen kann.

Warum wurde die Tribüne überhaupt nach Jonathan Heimes benannt?

Nach seinem Tod hatte der Verein verschiedene Formen gefunden, um an Jonathan Heimes zu erinnern.

Eine davon war die Benennung der Südtribüne.

Gemeinsam mit Partnern des Vereins wurde ermöglicht, dass die Tribüne von 2017 bis 2026 den Namen Jonathan-Heimes-Tribüne tragen konnte.

Dafür wurde teilweise auf Werbeflächen verzichtet.

Die Umbenennung war damit ein sichtbares Zeichen dafür, welchen Stellenwert Jonathan Heimes im Umfeld des Vereins besitzt.

Sogar das Stadion trug seinen Namen

Noch größer war die Würdigung in der Saison 2016/17.

In dieser Spielzeit hieß die Heimstätte der Lilien „Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor“.

Dafür verzichtete Merck zeitweise auf die erworbenen Namensrechte.

Der Name eines Fans stand damit für eine komplette Saison im offiziellen Stadionnamen eines Bundesligisten.

Das verdeutlicht, wie außergewöhnlich die Verbindung zwischen Jonathan Heimes und Darmstadt 98 war.

Danach kehrte der Name Merck-Stadion zurück

Nach der Saison 2016/17 wurde das Stadion wieder als Merck-Stadion am Böllenfalltor geführt.

Die Erinnerung an Jonathan Heimes blieb trotzdem sichtbar.

Die nach ihm benannte Südtribüne und die „Du musst kämpfen“ Botschaft sorgten dafür, dass sein Name weiterhin zum Stadion gehörte.

Mit dem neuen Jonathan-Heimes-Platz beginnt nun die nächste Form dieser Erinnerung.

Auch Sondertrikots erinnerten an Jonathan

Darmstadt 98 hat in der Vergangenheit außerdem besondere Trikots mit der Botschaft „Du musst kämpfen“ getragen.

Damit wurde einerseits an Jonathan Heimes erinnert.

Andererseits machte der Verein auf die Initiative aufmerksam, die krebs und schwerstkranke Kinder und Jugendliche unterstützt.

Die Verbindung zwischen Erinnerung und sozialem Engagement ist damit ein wiederkehrendes Element.

Warum Jonathan Heimes mehr als ein bekannter Fan war

Viele Fußballvereine haben Anhänger, deren Namen innerhalb der Fanszene bekannt sind.

Die Geschichte von Jonathan Heimes unterscheidet sich jedoch deutlich davon.

Seine Bekanntheit entstand nicht durch besonders laute Unterstützung auf der Tribüne.

Sie entstand durch seine persönliche Geschichte, seinen Umgang mit einer schweren Krankheit und seine Fähigkeit, anderen Menschen Mut zu machen.

Dass daraus gleichzeitig ein Motto für eine Fußballmannschaft wurde, war nicht geplant.

Gerade das macht die Geschichte außergewöhnlich.

Der sportliche Erfolg verstärkte die Symbolkraft

Ohne das Wunder von Bielefeld wäre „Du musst kämpfen“ vermutlich trotzdem eine wichtige Botschaft geblieben.

Durch den dramatischen Aufstieg bekam sie jedoch zusätzlich eine sportliche Bedeutung.

Die Mannschaft hatte nach dem 1:3 im Hinspiel eine Ausgangslage, die nahezu aussichtslos erschien.

Dann folgte der Sieg nach Verlängerung.

Die Verbindung zwischen dem Motto auf den Armbändern und dem Ergebnis machte die Geschichte für viele Fans unvergesslich.

Eine Verbindung zwischen Verein und Stadt

Jonathan Heimes war gebürtiger Darmstädter.

Seine Geschichte gehört deshalb nicht ausschließlich zum Fußballverein.

Die Initiative und die damit verbundene Unterstützung krebskranker Menschen wurden auch außerhalb des Stadions bekannt.

Das erklärt, warum sein Name in Darmstadt selbst Menschen ein Begriff ist, die nicht regelmäßig Spiele der Lilien besuchen.

Der neue Platz trägt diese Verbindung nun sichtbar in den öffentlichen Raum rund um das Stadion.

Fans waren entscheidend an der Idee beteiligt

Bemerkenswert ist auch die Entstehungsgeschichte des Platzes.

Die aktive Fanszene brachte die Idee im Frühjahr 2026 maßgeblich auf den Weg.

Anschließend wurde gemeinsam mit Verein und Familie Heimes daran gearbeitet.

Damit steht der Platz zugleich für eine Besonderheit des Fußballs.

Erinnerungskultur entsteht nicht immer ausschließlich durch Vereinsführungen.

Auch Fans können beeinflussen, welche Menschen und Ereignisse dauerhaft Teil der Vereinsgeschichte bleiben.

Ein Ort für kommende Generationen

Zehn Jahre nach dem Tod von Jonathan Heimes kennen viele jüngere Fans seine Geschichte möglicherweise nur aus Erzählungen.

Dieser Effekt wird in den kommenden Jahren zwangsläufig größer.

Ein dauerhafter Ort kann deshalb eine wichtige Funktion erfüllen.

Wer künftig zum ersten Mal das Böllenfalltor besucht und den Namen Jonathan-Heimes-Platz liest, kann sich fragen, wer dieser Mensch war.

Genau dadurch bleibt die Geschichte lebendig.

Mehr als eine Namensgebung

Der Jonathan-Heimes-Platz ist deshalb nicht einfach nur ein neu benannter Bereich am Stadion.

Er bündelt mehrere Kapitel der jüngeren Darmstädter Vereinsgeschichte.

Dazu gehören das Wunder von Bielefeld, der Durchmarsch in die Bundesliga, die „Du musst kämpfen“ Armbänder, das soziale Engagement für krebskranke Kinder und die außergewöhnliche Verbindung zwischen Jonathan Heimes, Mannschaft und Fans.

Gleichzeitig soll der Platz künftig ein normaler Teil des Stadionlebens sein.

Menschen sollen sich dort treffen, vorbeigehen und miteinander ins Gespräch kommen.

Ein dauerhafter Platz am Böllenfalltor

Stadionnamen können sich ändern.

Sponsoren können wechseln.

Auch Tribünenbezeichnungen sind nicht zwangsläufig für immer festgeschrieben.

Der Jonathan-Heimes-Platz verfolgt deshalb einen anderen Ansatz.

Er soll dauerhaft an einen Menschen erinnern, dessen Geschichte längst Teil der Identität von Darmstadt 98 geworden ist.

Dass die Initiative dafür aus der Fanszene kam und gemeinsam mit Verein und Familie umgesetzt wurde, passt zur Geschichte hinter dem Namen.

Jonathan Heimes war Fan der Lilien.

Jetzt trägt ein zentraler Treffpunkt am Böllenfalltor seinen Namen.

Häufig gestellte Fragen zum Jonathan-Heimes-Platz

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