Südhessen. Die Perseiden haben ihren Höhepunkt bereits hinter sich, doch für Himmelsbeobachter ist das Jahr 2026 noch lange nicht vorbei. Bis Dezember folgen mehrere astronomische Ereignisse, die sich bei passenden Wetterbedingungen auch von Südhessen aus beobachten lassen.

Besonders interessant wird es bereits Ende August. Am 28. August steht eine partielle Mondfinsternis bevor. Im Herbst folgen mehrere Sternschnuppenschauer und eine besonders günstige Beobachtungszeit für Saturn. Den Abschluss bildet ausgerechnet an Heiligabend ein Supermond.
Himmelsereignisse 2026: Diese Termine sollte man sich merken
| Datum | Himmelsereignis | Beobachtung |
| 28. August | Partielle Mondfinsternis | früh morgens |
| 25. September | Neptun in Opposition | Fernglas/Teleskop nötig |
| 4. Oktober | Saturn in Opposition | sehr gute Beobachtungszeit |
| 7. Oktober | Draconiden | Sternschnuppen |
| 21./22. Oktober | Orioniden | Sternschnuppen |
| 4./5. November | Tauriden | langsame Meteore |
| 17. November | Leoniden | Sternschnuppen |
| 24. November | Supermond | mit bloßem Auge |
| 13./14. Dezember | Geminiden | einer der stärksten Meteorströme |
| 21./22. Dezember | Ursiden | Sternschnuppen |
| 24. Dezember | Supermond | Vollmond an Heiligabend |
Die genauen Beobachtungsbedingungen hängen neben dem Standort vor allem von Bewölkung, Mondlicht und Lichtverschmutzung ab. Die astronomischen Termine selbst stehen dagegen bereits fest.
Partielle Mondfinsternis über Südhessen am 28. August
Das nächste größere Ereignis lässt nicht lange auf sich warten. Am Freitag, 28. August 2026, kommt es zu einer partiellen Mondfinsternis.
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond so zueinander stehen, dass der Mond durch den Schatten der Erde wandert. Bei einer partiellen Mondfinsternis gelangt lediglich ein Teil der Mondscheibe in den Kernschatten.
Die maximale Phase wird am 28. August gegen 6.14 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit erreicht. Nahezu gleichzeitig ist Vollmond.
Auch für Hessen wird die partielle Mondfinsternis als sichtbar geführt.
Allerdings gibt es einen Haken: Das Ereignis findet für Beobachter in Deutschland sehr früh am Morgen und bei bereits tief stehendem Mond statt. Ein möglichst freier Blick in Richtung Horizont ist deshalb besonders wichtig.
Warum wird der Mond bei einer Mondfinsternis dunkel?
Der Mond erzeugt selbst kein Licht. Wir sehen ihn, weil Sonnenlicht von seiner Oberfläche reflektiert wird.
Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Dadurch fällt der Erdschatten auf die Mondoberfläche.
Bei einer totalen Mondfinsternis kann sich der Mond deutlich rötlich verfärben. Der Grund liegt in der Erdatmosphäre. Ein Teil des Sonnenlichts wird durch sie gebrochen, wobei vor allem längerwelliges rötliches Licht den Mond erreicht.
Am 28. August wird der Mond allerdings nur teilweise vom Kernschatten erfasst.
Saturn bietet Anfang Oktober besonders gute Bedingungen
Nach der Mondfinsternis lohnt sich im Herbst der Blick auf die Planeten.
Am 4. Oktober 2026 erreicht Saturn seine Opposition. Dabei stehen Sonne, Erde und Saturn annähernd auf einer Linie, wobei sich die Erde zwischen Sonne und Saturn befindet.
Für Beobachter ist diese Stellung besonders interessant. Saturn steht ungefähr der Sonne gegenüber und ist dadurch über weite Teile der Nacht zu sehen.
Mit bloßem Auge erscheint der Planet als heller Lichtpunkt. Seine berühmten Ringe lassen sich dagegen nicht ohne optische Hilfe erkennen. Dafür ist ein Teleskop erforderlich.
Gerade wer sich erstmals intensiver mit dem Nachthimmel beschäftigt, hat Anfang Oktober deshalb einen guten Anlass, Saturn zu suchen.
Im Oktober kommen die Orioniden
Nach den Perseiden folgt der nächste bekannte Sternschnuppenschauer im Herbst.
Die Orioniden erreichen ihren Höhepunkt 2026 um den 21. Oktober. NASA führt den Meteorstrom ebenfalls in ihrem astronomischen Jahreskalender.
Die Meteore scheinen aus Richtung des Sternbildes Orion zu kommen. Tatsächlich entstehen sie jedoch nicht dort.
Ursache sind kleine Staubteilchen, die der Halleysche Komet auf seiner Bahn hinterlassen hat. Die Erde durchquert diese Teilchenspur regelmäßig. Treffen die Partikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, entstehen die sichtbaren Leuchtspuren.
Anders als bei der Beobachtung von Planeten ist dafür kein Teleskop notwendig.
Sternschnuppen schaut man am besten ohne Teleskop
Wer einen Meteorstrom beobachten möchte, braucht hauptsächlich Geduld und einen dunklen Standort.
Ein Teleskop wäre sogar hinderlich, weil es nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Himmels zeigt. Sternschnuppen können dagegen an unterschiedlichen Stellen auftauchen.
Am besten funktioniert die Beobachtung mit bloßem Auge. Nach ungefähr 20 bis 30 Minuten haben sich die Augen stärker an die Dunkelheit angepasst.
Das Smartphone sollte möglichst wenig benutzt werden. Das helle Display verschlechtert die Dunkelanpassung der Augen jedes Mal wieder.
Lichtverschmutzung macht in Städten einen großen Unterschied
Wer mitten in Darmstadt, Bensheim oder Viernheim nach Sternschnuppen sucht, sieht meist deutlich weniger als an einem dunklen Standort außerhalb dichter Bebauung.
Straßenlaternen, Gebäude, Werbeanlagen und andere Lichtquellen hellen den Nachthimmel auf. Schwächere Sterne und Meteore verschwinden dadurch für das menschliche Auge.
Für astronomische Beobachtungen eignen sich deshalb ländlichere Gebiete grundsätzlich besser.
Der Odenwald bietet hier gegenüber größeren Städten Vorteile. Auch abseits dichter Bebauung im Hessischen Ried können die Bedingungen günstiger sein.
Wer nachts einen geeigneten Beobachtungsort sucht, sollte allerdings darauf achten, keine privaten Grundstücke, Naturschutzflächen oder gesperrten Wege zu betreten.
Wer die Region noch besser kennenlernen möchte, findet in unserem Überblick auch die schönsten Wanderungen im Odenwald.
Im November folgen Tauriden und Leoniden
Auch der November bringt zwei bekannte Meteorströme.
Am 4. und 5. November stehen zunächst die Tauriden im Kalender. Sie gelten nicht unbedingt als Meteorstrom mit besonders vielen Sternschnuppen pro Stunde. Dafür können einzelne Meteore vergleichsweise auffällig erscheinen.
Am 17. November folgt der Höhepunkt der Leoniden.
Die Leoniden sind historisch besonders interessant, weil sie in einzelnen Jahren außergewöhnlich starke Meteorstürme hervorgebracht haben. Solche spektakulären Ausbrüche sind allerdings nicht jedes Jahr zu erwarten.
Für eine Beobachtung im November gilt außerdem eine sehr irdische Einschränkung: Selbst wenn astronomisch perfekte Bedingungen herrschen, können Wolken oder Nebel den Blick vollständig verhindern.
Am 24. November gibt es einen Supermond
Ende November rückt statt der Sternschnuppen der Mond in den Mittelpunkt.
NASA führt den 24. November 2026 als Supermond.
Der Begriff ist keine eigene astronomische Mondphase. Gemeint ist ein Vollmond, der zeitlich vergleichsweise nah mit dem erdnächsten Bereich seiner elliptischen Umlaufbahn zusammenfällt.
Dadurch befindet sich der Mond näher an der Erde als bei einem durchschnittlichen Vollmond und erscheint entsprechend etwas größer.
Mit bloßem Auge ist der Größenunterschied allerdings weniger dramatisch, als manche Bilder im Internet vermuten lassen.
Besonders eindrucksvoll wirkt ein großer Vollmond häufig direkt nach seinem Aufgang. Gebäude, Bäume oder Berge am Horizont liefern dem Auge einen Größenvergleich und verstärken den Eindruck zusätzlich.
Geminiden gehören zu den Höhepunkten des Jahres
Wer nur einen Meteorstrom nach den Perseiden beobachten möchte, sollte sich vor allem 13. und 14. Dezember vormerken.
Dann erreichen die Geminiden ihren Höhepunkt. NASA zählt sie neben den Perseiden ausdrücklich zu den herausragenden Meteorströmen des Jahres 2026.
Die Geminiden unterscheiden sich in einem interessanten Punkt von vielen anderen bekannten Sternschnuppenschauern.
Während beispielsweise die Perseiden mit dem Kometen Swift-Tuttle und die Orioniden mit dem Halleyschen Kometen zusammenhängen, stammt das Material der Geminiden vom Asteroiden 3200 Phaethon.
Wer im Dezember bereit ist, einige Zeit draußen in der Kälte zu verbringen, kann deshalb noch einmal einen der interessantesten Sternschnuppentermine des Jahres erleben.
Kurz vor Weihnachten kommen die Ursiden
Nach den Geminiden folgt noch ein weiterer Meteorstrom.
Die Ursiden erreichen ihren Höhepunkt am 21. beziehungsweise 22. Dezember 2026.
Sie sind deutlich weniger bekannt als Perseiden oder Geminiden und normalerweise auch weniger ergiebig.
Trotzdem können sie für Beobachter interessant sein, die ohnehin regelmäßig in den Nachthimmel schauen.
Der Zeitpunkt fällt nahezu mit der Wintersonnenwende zusammen. Diese findet 2026 am 21. Dezember statt.
Damit liegen die Ursiden in einer der längsten Nächte des Jahres.
An Heiligabend steht ein Supermond am Himmel
Ein besonders leicht zu beobachtendes Ereignis wartet zum Jahresende.
Am 24. Dezember 2026 ist erneut Supermond. Die Vollmondphase wird um 2.28 Uhr MEZ erreicht. Am selben Tag nähert sich der Mond der Erde bis auf rund 356.652 Kilometer.
Damit fällt der letzte Vollmond des Jahres ausgerechnet auf Heiligabend.
Im Gegensatz zu Sternschnuppen braucht man für die Beobachtung weder einen besonders dunklen Standort noch stundenlange Geduld. Bei klarem Himmel ist der Mond problemlos mit bloßem Auge sichtbar.
Auch NASA führt den Supermond an Heiligabend als einen der Höhepunkte des astronomischen Jahres 2026.
Warum das Wetter wichtiger ist als der genaue Standort
Astronomische Ereignisse lassen sich teilweise Jahre oder sogar Jahrzehnte im Voraus exakt berechnen. Ob man sie tatsächlich sieht, entscheidet sich trotzdem oft erst wenige Stunden vorher.
Eine geschlossene Wolkendecke kann selbst das spektakulärste Ereignis unsichtbar machen.
Für Sternschnuppen kommen Lichtverschmutzung und Mondlicht hinzu. Ein heller Vollmond kann schwächere Meteore überstrahlen.
Deshalb lohnt sich wenige Stunden vor der Beobachtung immer ein Blick auf Bewölkung und Wetterentwicklung.
Bei Meteorströmen muss man außerdem nicht exakt zum berechneten Maximum draußen stehen. Häufig sind auch in den Nächten davor und danach Sternschnuppen zu sehen.
Polarlichter lassen sich dagegen kaum langfristig planen
Ein weiteres Himmelsphänomen hat in den vergangenen Jahren auch in Deutschland für Aufmerksamkeit gesorgt: Polarlichter.
Anders als Mondfinsternisse oder Meteorströme lassen sie sich jedoch nicht für einen bestimmten Abend Monate im Voraus ankündigen.
Polarlichter hängen von der Aktivität der Sonne und geomagnetischen Stürmen ab. Bei besonders starken Ereignissen können sie deutlich weiter südlich sichtbar werden als normalerweise.
Ob es 2026 noch einmal Polarlichter über Südhessen zu sehen gibt, lässt sich deshalb derzeit nicht seriös vorhersagen.
Sollte sich eine entsprechend starke Sonnenaktivität ankündigen, wäre das für uns ein eigener aktueller Artikel und kein Termin, den wir jetzt bereits versprechen sollten.
Nach den Perseiden ist das Himmelsjahr noch nicht vorbei
Die Perseiden sind zwar der bekannteste Sternschnuppenschauer des Sommers, bilden aber keineswegs den Abschluss des astronomischen Jahres.
Bereits am 28. August folgt mit der partiellen Mondfinsternis das nächste Ereignis. Im Oktober stehen Saturn und die Orioniden im Mittelpunkt. Im November folgen Leoniden und Supermond, bevor die Geminiden und der Supermond an Heiligabend das Jahr abschließen.
Wer den Nachthimmel über Südhessen beobachten möchte, sollte sich deshalb vor allem 28. August, 4. Oktober, 21./22. Oktober, 17. November, 13./14. Dezember und 24. Dezember vormerken.
