Bundeswehr-Manöver in Südhessen: Militärkolonnen rund um Darmstadt und Biblis möglich

Wer in den kommenden Tagen rund um Darmstadt oder im Kreis Bergstraße unterwegs ist, könnte auf ungewöhnlich viele Militärfahrzeuge treffen. Die Bundeswehr startet am Montag, 14. September 2026, die Großübung „Badischer Sturm 2026“. Das Manöver dauert bis zum 25. September und erstreckt sich über einen großen Teil Süddeutschlands.

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Südhessen liegt dabei ausdrücklich im Übungsraum. Die Bundeswehr nennt Darmstadt als einen der Punkte, über die ihre Kräfte verlegen. Im Kreis Bergstraße wird insbesondere im Bereich von Biblis und des ehemaligen Kernkraftwerks mit Militärfahrzeugen und Fahrzeugkolonnen gerechnet.

Die Übung findet nicht nur auf militärischem Gelände statt. Soldaten und Fahrzeuge bewegen sich auch auf öffentlichen Straßen und teilweise in anderen öffentlich zugänglichen Bereichen. Für Autofahrer kann das zeitweise zu Behinderungen führen.

„Badischer Sturm 2026“ startet heute

Die Großübung läuft über knapp zwei Wochen. Federführend ist das ABC-Abwehrregiment 750 „Baden“ aus Bruchsal.

Rund 500 Soldatinnen und Soldaten sind nach Angaben der Bundeswehr beteiligt. Das Zentrum der Übung befindet sich in Bruchsal, der gesamte Übungsraum ist jedoch wesentlich größer.

Information„Badischer Sturm 2026“
Beginn14. September 2026
Ende25. September 2026
Beteiligterund 500 Soldatinnen und Soldaten
FederführungABC-Abwehrregiment 750 „Baden“
SchwerpunktBruchsal
Übungsraumunter anderem Darmstadt
Kreis Bergstraßeinsbesondere Militärbewegungen rund um Biblis möglich
TrainingABC-Aufklärung, Gefahrstoffidentifikation und Dekontamination

Die Bundeswehr verlegt ihre Kräfte unter anderem von Saarbrücken über Idar-Oberstein, Darmstadt und Würzburg bis nach Ulm, Tübingen und Offenburg.

Militärfahrzeuge rund um Biblis angekündigt

Für den Kreis Bergstraße gibt es bereits einen konkreteren Hinweis.

Die Gemeinde Biblis informiert darüber, dass während des gesamten Übungszeitraums insbesondere im Bereich des ehemaligen Kernkraftwerks Biblis mit Bewegungen von Militärfahrzeugen und Fahrzeugkolonnen gerechnet werden muss.

Die Übungen können sowohl tagsüber als auch nachts stattfinden.

Dabei handelt es sich um ein sogenanntes freilaufendes Manöver. Die Soldaten trainieren also nicht ausschließlich innerhalb abgesperrter militärischer Übungsplätze.

Dadurch können Einwohner Militärfahrzeuge oder Soldaten auch außerhalb klassischer Bundeswehrstandorte sehen.

Warum wird ausgerechnet am ehemaligen Kernkraftwerk geübt?

Im Mittelpunkt von „Badischer Sturm“ steht die Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Gefahren – kurz ABC-Abwehr.

Dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit, gefährliche Stoffe aufzuspüren und zu identifizieren. Außerdem trainieren die Soldaten, wie kontaminierte Personen, Fahrzeuge und Material dekontaminiert werden können.

Die Bundeswehr arbeitet während der Übung teilweise auch mit zivilen Partnern zusammen. Zu den Szenarien gehören Übungen in Industrie- und Produktionshallen.

Welche konkreten Szenarien am ehemaligen Kernkraftwerk Biblis trainiert werden, geht aus den veröffentlichten Informationen allerdings nicht hervor.

Allein aus der angekündigten Präsenz am Standort lässt sich deshalb nicht ableiten, dass dort ein bestimmtes nukleares Szenario geübt wird.

Was bedeutet ABC-Abwehr?

Das Kürzel ABC steht für atomare, biologische und chemische Gefahren.

ABC-Abwehrkräfte gehören zu den spezialisierten Einheiten der Bundeswehr. Sie sollen unter anderem erkennen können, ob gefährliche Stoffe freigesetzt wurden, um welche Stoffe es sich handelt und wie Menschen und Material geschützt beziehungsweise gereinigt werden können.

Bei „Badischer Sturm 2026“ werden unter anderem die Aufklärung atomarer und chemischer Bedrohungen, die Identifikation von Gefahrstoffen und die Dekontamination trainiert.

Das soll möglichst realitätsnah geschehen.

Deshalb findet ein Teil der Übung bewusst außerhalb militärischer Übungsplätze statt.

Autofahrer können Militärkolonnen begegnen

Für die meisten Menschen in Südhessen dürfte das Manöver vor allem im Straßenverkehr sichtbar werden.

Die Bundeswehr weist ausdrücklich darauf hin, dass während des Übungszeitraums mit einer erhöhten Präsenz militärischer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen gerechnet werden muss.

Dabei können auch mehrere Fahrzeuge gemeinsam als Kolonne unterwegs sein.

Autofahrer sollten in diesem Fall besonders aufmerksam fahren und ausreichend Abstand halten.

Vor allem sollte man nicht zwischen einzelne Fahrzeuge einer zusammengehörenden Militärkolonne fahren.

Die Bundeswehr bittet Verkehrsteilnehmer außerdem darum, bei Begegnungen mit größeren Militärfahrzeugen besondere Vorsicht walten zu lassen.

Militärkolonnen haben besondere Verkehrsregeln

Geschlossene Verbände werden im Straßenverkehr grundsätzlich als Einheit behandelt. Dadurch gelten für eine Militärkolonne teilweise andere Situationen als für mehrere unabhängig voneinander fahrende Fahrzeuge.

Für Autofahrer ist deshalb entscheidend, eine erkennbare Kolonne möglichst nicht zu unterbrechen.

Das gilt beispielsweise auch an Kreuzungen.

Hat der erste Teil eines geschlossenen Verbandes eine Kreuzung ordnungsgemäß passiert, können weitere Fahrzeuge der Kolonne folgen. Andere Verkehrsteilnehmer sollten deshalb nicht allein deshalb in den Verband hineinfahren, weil eine Ampel zwischenzeitlich umspringt.

Auch beim Überholen langer Militärkolonnen ist besondere Vorsicht notwendig. Aufgrund der Länge der Verbände und der Abstände zwischen einzelnen Fahrzeugen kann die Verkehrssituation leicht falsch eingeschätzt werden.

Auch Begegnungen mit Soldaten im Wald sind möglich

Das Manöver beschränkt sich nicht ausschließlich auf Straßen.

Da „Badischer Sturm“ als realitätsnahe Übung angelegt ist, können Soldaten auch in Waldgebieten und anderen Bereichen außerhalb militärischer Anlagen unterwegs sein.

Die Bundeswehr bittet darum, einen Bereich großräumig zu umgehen, wenn man im Wald auf Soldaten während einer laufenden Übung trifft.

Das gilt insbesondere dann, wenn erkennbar ein Übungsszenario stattfindet.

Die Bevölkerung sollte die Soldaten nicht bei ihrer Übung behindern und den notwendigen Abstand einhalten.

Besteht eine Gefahr für die Bevölkerung?

Nach Angaben der Bundeswehr beziehungsweise der Gemeinde Biblis geht von der Übung keine Gefahr für Bevölkerung oder Umwelt aus.

Die Bewegungen von Soldaten und Militärfahrzeugen können allerdings zeitweise zu Beeinträchtigungen führen.

Gerade im Umfeld des ehemaligen Kernkraftwerks Biblis können die ungewöhnlichen Fahrzeugbewegungen auffallen.

Wer dort in den kommenden Tagen größere Militärkolonnen beobachtet, muss deshalb nicht automatisch von einem tatsächlichen Einsatz oder einer Gefahrenlage ausgehen.

Warum trainiert die Bundeswehr außerhalb von Kasernen?

Ein zentraler Grund für solche freilaufenden Übungen ist die möglichst realistische Vorbereitung auf einen Ernstfall.

Im tatsächlichen Einsatz müssten ABC-Abwehrkräfte ebenfalls auf normalen Straßen verlegen, mit zivilen Stellen zusammenarbeiten und ihre Ausrüstung außerhalb vorbereiteter militärischer Übungsplätze einsetzen.

Genau solche Abläufe sollen während „Badischer Sturm“ trainiert werden.

Die Bundeswehr bezeichnet die Übung als Höhepunkt der diesjährigen Ausbildung des ABC-Abwehrregiments 750.

Im Mittelpunkt stehen Szenarien der Landes- und Bündnisverteidigung.

Übung läuft bis zum 25. September

Einwohner und Verkehrsteilnehmer in Südhessen müssen sich noch knapp zwei Wochen auf eine erhöhte Militärpräsenz einstellen.

„Badischer Sturm 2026“ läuft vom 14. bis einschließlich 25. September.

Wo und wann einzelne Teile der Übung stattfinden, veröffentlicht die Bundeswehr nicht vollständig im Voraus.

Klar ist jedoch, dass Darmstadt zum großräumigen Übungsraum gehört und im Kreis Bergstraße insbesondere rund um Biblis mit Militärfahrzeugen gerechnet werden muss.

Wer in den kommenden Tagen eine größere Kolonne auf der Straße sieht, sollte Abstand halten, nicht zwischen die einzelnen Fahrzeuge fahren und gegebenenfalls etwas mehr Zeit für die Fahrt einplanen.

Häufige Fragen zu „Badischer Sturm 2026“

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