Woche der Wiederbelebung im Kreis Bergstraße: Warum im Notfall jede Minute zählt

Plötzlich bricht ein Mensch zusammen und reagiert nicht mehr. In diesem Moment entscheiden oft die ersten Minuten darüber, ob er überlebt. Doch viele Menschen haben Angst, bei einer Wiederbelebung etwas falsch zu machen.

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Genau hier setzt die Woche der Wiederbelebung an. Vom 21. bis 27. September 2026 macht der Kreis Bergstraße auf die Bedeutung schneller Erster Hilfe bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand aufmerksam.

Die wichtigste Botschaft ist dabei erstaunlich einfach: Prüfen, Notruf wählen und mit der Herzdruckmassage beginnen.

Was tun, wenn jemand plötzlich zusammenbricht?

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Entscheidend ist, dass anwesende Personen nicht erst auf den Rettungsdienst warten.

Zunächst sollte geprüft werden, ob die betroffene Person reagiert und normal atmet.

Ist das nicht der Fall, muss sofort der Notruf 112 verständigt werden.

Anschließend sollte möglichst schnell mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Dafür wird der Brustkorb in der Mitte kräftig und regelmäßig nach unten gedrückt.

Die Wiederbelebung sollte fortgesetzt werden, bis professionelle Hilfe eintrifft oder die betroffene Person wieder Lebenszeichen zeigt.

Drei Schritte können im Ernstfall entscheidend sein

Die grundlegende Vorgehensweise lässt sich auf drei Begriffe reduzieren:

Prüfen – Rufen – Drücken.

Zuerst wird geprüft, ob die Person noch reagiert und normal atmet. Danach wird über die 112 Hilfe gerufen. Anschließend beginnt die Herzdruckmassage.

Gerade diese einfache Reihenfolge soll Menschen die Angst nehmen, in einer Notfallsituation überhaupt tätig zu werden.

Denn das größte Problem ist häufig nicht eine möglicherweise unperfekte Herzdruckmassage, sondern dass gar nichts unternommen wird.

Warum die ersten Minuten so wichtig sind

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand pumpt das Herz kein Blut mehr ausreichend durch den Körper. Damit wird auch das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Der Rettungsdienst kann jedoch nicht innerhalb weniger Sekunden am Einsatzort sein.

Diese Zeit müssen Ersthelfer überbrücken.

Eine unmittelbar begonnene Herzdruckmassage hält zumindest einen Teil des Blutkreislaufs aufrecht und kann damit die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe überbrücken.

Deshalb kommt Menschen, die einen Zusammenbruch beobachten, eine entscheidende Rolle zu.

Wie funktioniert eine Herzdruckmassage?

Die betroffene Person sollte möglichst auf dem Rücken auf einer festen Unterlage liegen.

Die Hände werden übereinander in der Mitte des Brustkorbs platziert. Anschließend wird der Brustkorb mit gestreckten Armen kräftig nach unten gedrückt und danach wieder vollständig entlastet.

Empfohlen wird eine Frequenz von etwa 100 bis 120 Kompressionen pro Minute.

Bei Erwachsenen sollte der Brustkorb dabei ungefähr fünf bis sechs Zentimeter tief eingedrückt werden.

Wer keine Beatmung durchführen kann oder möchte, sollte zumindest ohne Unterbrechung die Herzdruckmassage fortsetzen.

Was ist mit einem Defibrillator?

An vielen öffentlichen Orten hängen mittlerweile automatisierte externe Defibrillatoren, kurz AED.

Diese Geräte sind ausdrücklich so konstruiert, dass sie auch von Laien eingesetzt werden können.

Nach dem Einschalten gibt das Gerät Schritt für Schritt akustische beziehungsweise visuelle Anweisungen. Der Defibrillator analysiert selbstständig den Herzrhythmus und gibt einen Stromstoß nur dann frei, wenn dieser medizinisch angezeigt ist.

Wenn mehrere Helfer vor Ort sind, kann deshalb eine Person mit der Wiederbelebung beginnen, während eine andere den Notruf absetzt beziehungsweise einen verfügbaren Defibrillator holt.

Kann man bei der Wiederbelebung etwas falsch machen?

Diese Sorge hält viele Menschen davon ab, überhaupt einzugreifen.

Eine kräftige Herzdruckmassage kann tatsächlich Verletzungen verursachen. Bei einem tatsächlichen Herz-Kreislauf-Stillstand steht jedoch die Wiederherstellung beziehungsweise Aufrechterhaltung des Kreislaufs im Vordergrund.

Wer eine bewusstlose Person vorfindet, die nicht normal atmet, sollte deshalb handeln und den Anweisungen der Rettungsleitstelle folgen.

Die Leitstelle kann Ersthelfer am Telefon durch die notwendigen Schritte führen.

Die 112 funktioniert kostenlos

Der europaweite Notruf 112 ist kostenlos erreichbar.

Beim Anruf sollte möglichst genau beschrieben werden, wo sich der Notfall ereignet hat und was passiert ist.

Danach sollte nicht einfach aufgelegt werden. Die Leitstelle stellt weitere Fragen und kann konkrete Anweisungen geben.

Gerade Menschen, deren Erste-Hilfe-Kurs bereits viele Jahre zurückliegt, können dadurch im Ernstfall Unterstützung bekommen.

Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig auffrischen

Viele Erwachsene haben zuletzt beim Führerschein einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Das kann Jahrzehnte zurückliegen.

Die grundlegenden Abläufe sind zwar vergleichsweise einfach, doch Routine schafft Sicherheit.

Die Woche der Wiederbelebung soll deshalb nicht nur Menschen mit medizinischen Berufen erreichen. Gerade Laien sollen daran erinnert werden, wie entscheidend ihr Eingreifen sein kann.

Wer seine Kenntnisse lange nicht aufgefrischt hat, kann die Aktionswoche auch zum Anlass nehmen, sich erneut mit Wiederbelebung und Erster Hilfe zu beschäftigen.

Kreis Bergstraße nutzt die Aktionswoche zur Aufklärung

Die Woche der Wiederbelebung findet bundesweit statt. Auch der Kreis Bergstraße beteiligt sich vom 21. bis 27. September 2026 daran.

Ziel ist es, die Bevölkerung für das Thema Wiederbelebung zu sensibilisieren und Hemmschwellen abzubauen.

Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand beginnt die Rettungskette nicht erst mit dem Eintreffen des Rettungswagens.

Sie beginnt bei den Menschen, die bereits vor Ort sind.

Häufige Fragen zur Wiederbelebung

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