Bergstraße. Feigenbäume, Mandelblüten, Aprikosen und Weinberge passen auf den ersten Blick eher nach Südfrankreich oder Norditalien als nach Südhessen. Wer zwischen Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim unterwegs ist, kann solche Pflanzen trotzdem regelmäßig entdecken.
Quelle: Bild von UnsplashZufall ist das nicht.
Die Bergstraße gehört zu den klimatisch besonders begünstigten Regionen Deutschlands. Ihre Lage zwischen der warmen Rheinebene und dem ansteigenden Odenwald schafft Bedingungen, unter denen sich wärmeliebende Pflanzen vergleichsweise wohlfühlen.
Das erklärt auch, warum der Frühling hier häufig früher sichtbar wird als in vielen anderen Regionen.
Ist es an der Bergstraße wirklich wärmer?
Ja.
Der Geo Naturpark Bergstraße Odenwald zählt den Rheingraben und die Bergstraße zu den wärmsten und klimatisch mildesten Gebieten Deutschlands.
Besonders begünstigt ist die untere Hangzone am westlichen Rand des Odenwaldes.
Dort treffen warme Luft aus der Rheinebene und sonnenreiche Hanglagen aufeinander.
Die Unterschiede lassen sich teilweise schon auf kurzen Strecken beobachten.
Während es an der Bergstraße vergleichsweise mild sein kann, herrschen wenige Kilometer weiter und einige hundert Höhenmeter höher im Odenwald andere Bedingungen.
Warum ist die Lage der Bergstraße so besonders?
Entscheidend ist ihre geografische Position.
Westlich der Bergstraße erstreckt sich die flache Oberrheinebene.
Östlich davon steigt das Gelände zum Odenwald deutlich an.
Die Bergstraße liegt damit gewissermaßen an einer klimatischen Übergangszone.
Die unteren Hänge des Odenwaldes sind teilweise stark der Sonne ausgesetzt und profitieren gleichzeitig von der warmen Luft aus der Rheinebene.
Für wärmeliebende Pflanzen sind das günstige Voraussetzungen.
Was hat der Oberrheingraben damit zu tun?
Der Oberrheingraben prägt große Teile der Landschaft zwischen Basel und dem Rhein Main Gebiet.
Er ist eine geologische Senkungszone, die sich über viele Millionen Jahre entwickelt hat.
Die breite und vergleichsweise niedrig gelegene Rheinebene besitzt ein anderes Klima als die angrenzenden Mittelgebirge.
Die Bergstraße bildet den östlichen Rand dieser Ebene.
Dadurch treffen hier zwei sehr unterschiedliche Landschaftsräume unmittelbar aufeinander.
Genau dieser Übergang ist einer der Gründe für die besonderen klimatischen Verhältnisse.
Der Odenwald beginnt direkt hinter der Bergstraße
Wer von Bensheim oder Heppenheim nach Osten fährt, merkt schnell, wie stark die Landschaft ansteigt.
Die Ebene geht innerhalb kurzer Entfernung in den Vorderen Odenwald über.
Mit zunehmender Höhe verändern sich auch die Temperaturen.
Der Geo Naturpark beschreibt für den Odenwald ein Mittelgebirgsklima mit höheren Niederschlägen und niedrigeren Temperaturen als an der Bergstraße.
Deshalb können wenige Kilometer bereits einen deutlichen Unterschied machen.
Warum sind die Hänge so wichtig?
Ein Hang kann mehr direkte Sonneneinstrahlung erhalten als eine ungünstig ausgerichtete oder dauerhaft beschattete Fläche.
Besonders warme und sonnige Standorte profitieren davon.
Für den Weinbau ist dieser Effekt seit Jahrhunderten wichtig.
Auch andere wärmeliebende Pflanzen nutzen solche Mikrostandorte.
Eine Feige an einer sonnigen Hauswand kann deshalb völlig anderen Bedingungen ausgesetzt sein als ein Feigenbaum auf einer offenen und windigen Fläche.
Was ist ein Mikroklima?
Mit Mikroklima sind die klimatischen Bedingungen in einem sehr kleinen Gebiet gemeint.
Schon innerhalb eines Gartens können erhebliche Unterschiede entstehen.
Eine nach Süden gerichtete Hauswand speichert beispielsweise Sonnenwärme.
Ein geschützter Innenhof kann weniger Wind abbekommen.
Eine Mulde kann dagegen in klaren Nächten besonders kalt werden.
Für empfindliche Pflanzen können solche Unterschiede darüber entscheiden, ob sie einen Winter überstehen oder Frostschäden erleiden.
Warum wachsen Feigen an der Bergstraße?
Feigen stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen und sind an viel Sonne und vergleichsweise milde Bedingungen angepasst.
Einige Sorten kommen jedoch auch mit dem mitteleuropäischen Klima zurecht.
An der Bergstraße treffen mehrere günstige Faktoren zusammen.
Dazu gehören die insgesamt milde Region, sonnige Hanglagen und geschützte Standorte.
Deshalb können Feigen hier nicht nur als Kübelpflanzen vorkommen.
An geeigneten Stellen wachsen sie dauerhaft im Freien und können Früchte tragen.
Gibt es Feigen wirklich in den Weinbergen?
Ja.
Ein besonders gut dokumentiertes Beispiel befindet sich in Heppenheim.
Auf dem Wein und Stein Erlebnispfad durch die Weinberge gehören Feigenbäume ausdrücklich zum Landschaftsbild.
Entlang des Weges finden sich außerdem Pfirsich und Mandelbäume.
Die Pflanzen sind dort nicht zufällig ausgewählt.
Sie verdeutlichen sehr anschaulich, wie klimatisch begünstigt die Bergstraße ist.
Warum sind Feigen trotzdem nicht überall problemlos winterhart?
Das milde Klima der Bergstraße bedeutet nicht, dass dort mediterranes Klima herrscht.
Auch in Bensheim, Heppenheim oder Zwingenberg kann es im Winter frieren.
Besonders starke Fröste können junge Triebe oder ganze Teile eines Feigenbaums schädigen.
Wie gut eine Pflanze durch den Winter kommt, hängt deshalb von mehreren Faktoren ab.
Sorte, Alter, Standort, Windschutz und Dauer der Frostperiode spielen eine Rolle.
Eine Hauswand kann einen großen Unterschied machen
Wer aufmerksam durch ältere Wohngebiete geht, entdeckt Feigen deshalb häufig unmittelbar an Gebäuden.
Eine sonnige Hauswand bietet mehrere Vorteile.
Sie kann sich tagsüber erwärmen und Wärme anschließend wieder abgeben.
Außerdem schützt sie je nach Lage vor kaltem Wind.
Dadurch entsteht ein kleiner klimatischer Schutzraum.
Das erklärt, warum ein Feigenbaum an einem Gebäude gut gedeihen kann, während dieselbe Sorte wenige Meter entfernt größere Probleme bekommt.
Warum wachsen an der Bergstraße Mandeln?
Mandelbäume gehören zu den bekanntesten Frühlingsboten der Region.
Ihre frühe Blüte macht sie allerdings empfindlich gegenüber späten Frösten.
Das milde Klima der Bergstraße begünstigt einen frühen Vegetationsbeginn.
Der Geo Naturpark weist darauf hin, dass Mandeln und verschiedene andere Pflanzen an der Bergstraße häufig ungefähr zwei Wochen früher blühen als in vielen anderen Regionen vergleichbarer Breite.
Genau deshalb prägen blühende Mandelbäume bereits früh im Jahr das Bild.
Frühe Blüte bedeutet auch ein Risiko
Ein früher Frühling besitzt allerdings eine Kehrseite.
Beginnen Pflanzen besonders früh mit ihrer Entwicklung, können sie empfindlich auf einen späteren Kälteeinbruch reagieren.
Ein warmer Februar oder März bedeutet nicht automatisch, dass keine Frostnacht mehr folgt.
Besonders Blüten können durch späten Frost geschädigt werden.
Das gilt unter anderem für Obstgehölze.
Das milde Klima bietet also Vorteile, beseitigt Wetterrisiken aber nicht vollständig.
Auch Aprikosen fühlen sich hier vergleichsweise wohl
Der Geo Naturpark nennt neben Mandeln ausdrücklich auch Aprikosen als charakteristische Pflanzen der warmen Bergstraße.
Aprikosen benötigen viel Wärme und bevorzugen geschützte Standorte.
Wie bei Feigen ist deshalb nicht jeder Platz gleichermaßen geeignet.
An sonnigen Stellen können die Bedingungen jedoch günstig genug sein, um die wärmeliebenden Gehölze erfolgreich anzubauen.
Damit erweitert sich das typische Bild der Region deutlich über Weinreben hinaus.
Kirschen gehören zum Frühlingsbild
Auch Kirschbäume profitieren vom frühen Vegetationsbeginn.
Ihre Blüte gehört zu den auffälligsten Zeichen des Frühlings an der Bergstraße.
Gemeinsam mit Mandel, Forsythie und Magnolie sorgt sie dafür, dass die Region oft schon farbig erscheint, wenn es in höher gelegenen Gebieten noch deutlich winterlicher wirkt.
Daraus entwickelte sich auch die bekannte Bezeichnung der Bergstraße als Frühlingsgarten Deutschlands.
Und warum wächst hier Wein?
Die Weinberge sind das sichtbarste Zeichen für das milde Klima.
Weinreben benötigen ausreichend Wärme und Sonne, damit ihre Trauben zuverlässig ausreifen können.
An der Bergstraße kommen dazu geeignete Hanglagen und unterschiedliche Böden.
Weinbau besitzt hier eine sehr lange Tradition.
Bereits die Römer nutzten die klimatischen Vorteile der Region.
Bis heute prägen die Reben große Teile der Hänge zwischen Darmstadt und Heidelberg.
Nicht allein die Temperatur entscheidet
Es wäre allerdings zu einfach, den Pflanzenreichtum ausschließlich mit höheren Temperaturen zu erklären.
Auch der Boden spielt eine wichtige Rolle.
Die Hänge der Bergstraße sind teilweise von mächtigen Lössschichten bedeckt.
Löss kann fruchtbare Böden hervorbringen und besitzt gute Voraussetzungen für landwirtschaftliche Nutzung.
Hinzu kommen je nach Standort sehr unterschiedliche geologische Ausgangsgesteine.
Dadurch entsteht auf engem Raum eine große Vielfalt.
Was ist Löss?
Löss ist feines mineralisches Material, das während der Eiszeiten durch Wind transportiert und abgelagert wurde.
Aus Löss entwickeln sich häufig sehr fruchtbare Böden.
An der Bergstraße können entsprechende Schichten beträchtliche Mächtigkeiten erreichen.
Für Landwirtschaft, Obstbau und Weinbau war das über Jahrhunderte ein wichtiger Standortvorteil.
Klima und Boden wirken deshalb gemeinsam.
Warum gibt es so viele unterschiedliche Böden?
Die Bergstraße liegt geologisch an einer außergewöhnlichen Grenze.
Die Rheinebene und der Odenwald besitzen unterschiedliche Entstehungsgeschichten.
Dazu kommen verschiedene Gesteine im Untergrund des Vorderen Odenwaldes.
Verwitterung und Ablagerungen haben daraus unterschiedliche Böden entstehen lassen.
Für Pflanzen bedeutet das, dass sich die Bedingungen bereits innerhalb relativ kleiner Entfernungen verändern können.
Auch beim Wein spricht man deshalb von unterschiedlichen Lagen und Standortbedingungen.
Sind Feigen inzwischen ein Zeichen des Klimawandels?
Die zunehmende Wärme kann die Bedingungen für Feigen und andere wärmeliebende Arten grundsätzlich verbessern.
Trotzdem wäre es falsch, Feigen an der Bergstraße ausschließlich mit dem heutigen Klimawandel zu erklären.
Die klimatische Begünstigung der Region ist wesentlich älter.
Weinbau, Mandelbäume und andere wärmeliebende Pflanzen gehören seit langer Zeit zur Bergstraße.
Der Klimawandel verändert allerdings die Ausgangsbedingungen zusätzlich.
Werden künftig noch mehr mediterrane Pflanzen möglich?
Steigende Durchschnittstemperaturen können dazu führen, dass Pflanzenarten und Sorten kultivierbar werden, die früher regelmäßig an den Wintertemperaturen scheiterten.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede mediterrane Pflanze künftig problemlos an der Bergstraße wächst.
Neben Durchschnittstemperaturen sind Extremereignisse entscheidend.
Eine einzelne starke Frostnacht kann erhebliche Schäden verursachen.
Auch Trockenheit und Hitze können Pflanzen belasten.
Wärmer bedeutet nicht automatisch besser
Dieser Punkt ist besonders wichtig.
Für wärmeliebende Pflanzen können steigende Temperaturen zunächst günstig erscheinen.
Gleichzeitig erhöht sich in heißen und trockenen Sommern der Wasserbedarf.
Längere Trockenperioden können Böden stark austrocknen.
Auch Sonnenbrand an Früchten und Blättern kann auftreten.
Der Klimawandel bringt deshalb nicht einfach mediterrane Bedingungen nach Südhessen, sondern verändert das gesamte Zusammenspiel aus Temperatur, Niederschlag und Extremwetter.
Warum sieht man keine Olivenhaine wie in Italien?
Obwohl die Bergstraße gerne mit südlichen Regionen verglichen wird, bleiben die klimatischen Unterschiede erheblich.
Olivenbäume sind gegenüber starken Frösten empfindlich.
Einzelne Exemplare können an besonders geschützten Standorten wachsen, doch daraus lässt sich keine generelle Eignung für einen wirtschaftlichen Olivenanbau ableiten.
Die Winter an der Bergstraße können weiterhin deutlich kälter werden als in klassischen Olivenregionen am Mittelmeer.
Der Vergleich mit Italien beschreibt deshalb eher den Landschaftseindruck als identische Klimaverhältnisse.
Woher kommt der Vergleich mit Italien?
Die Kombination aus Weinbergen, Burgen, historischen Orten, frühem Frühling und mildem Klima hat schon lange zu Vergleichen mit südlicheren Landschaften geführt.
Besonders bekannt ist ein Kaiser Joseph II. zugeschriebener Ausspruch, wonach an der Bergstraße Deutschland anfange, Italien zu werden.
Obwohl solche Beschreibungen romantisch klingen, steckt darin eine reale Beobachtung.
Die Vegetation unterscheidet sich sichtbar von vielen kühleren Regionen Deutschlands.
Ist die Bergstraße die wärmste Region Deutschlands?
Eine pauschale Rangliste wäre schwierig, weil unterschiedliche Messgrößen verwendet werden können.
Der Geo Naturpark ordnet Rheingraben und Bergstraße jedoch ausdrücklich unter den wärmsten und klimatisch mildesten Gebieten Deutschlands ein.
Ähnlich begünstigte Regionen gibt es beispielsweise am Oberrhein.
Entscheidend für die Bergstraße ist die Kombination aus warmer Ebene und sonnigen Hängen am Odenwaldrand.
Warum ist es im Odenwald gleichzeitig kühler?
Mit zunehmender Höhe sinkt normalerweise die Temperatur.
Der Odenwald erreicht deutlich größere Höhen als die unmittelbar angrenzende Rheinebene.
Hinzu kommen andere Niederschlagsverhältnisse und lokale Unterschiede bei Sonneneinstrahlung und Wind.
Deshalb kann an der Bergstraße bereits Frühling herrschen, während es in höheren Lagen des Odenwaldes noch wesentlich kühler ist.
Dieser Gegensatz macht die Region besonders interessant.
Kann man den Klimaunterschied selbst beobachten?
Ja.
Besonders deutlich wird er im Frühjahr.
Wer an einem milden Tag aus der Rheinebene über die Bergstraße in höhere Odenwaldlagen fährt, kann unterschiedliche Entwicklungsstadien der Vegetation beobachten.
Blüten, Blattaustrieb und Temperaturen verändern sich mit Lage und Höhe.
Man benötigt dafür keine lange Reise.
Teilweise liegen die unterschiedlichen Landschaftsräume nur wenige Kilometer auseinander.
Der Wein und Stein Erlebnispfad zeigt das besonders gut
Wer das besondere Klima unmittelbar erleben möchte, findet in Heppenheim ein passendes Beispiel.
Der Wein und Stein Erlebnispfad führt auf rund 6,9 Kilometern durch mehrere Weinlagen.
Entlang der Strecke werden Weinbau, Geologie, Klima, Flora und Fauna erklärt.
Pfirsich, Mandel und Feigenbäume gehören ausdrücklich zum Weg.
Damit lässt sich das Zusammenspiel aus Landschaft und Vegetation direkt vor Ort beobachten.
Warum die Bergstraße schon früh im Jahr auffällt
Die klimatische Besonderheit zeigt sich nicht erst im Sommer.
Gerade der frühe Frühling hat den Ruf der Region geprägt.
Mandeln, Kirschen, Magnolien und andere Pflanzen beginnen hier häufig besonders früh zu blühen.
Während andernorts noch kahle Bäume das Landschaftsbild bestimmen, können die Hänge an der Bergstraße bereits deutlich weiter entwickelt sein.
Deshalb zieht die Region während der Blütezeit viele Spaziergänger und Wanderer an.
Auch im Spätsommer fällt das milde Klima auf
Feigen machen die klimatische Besonderheit zu einer anderen Jahreszeit sichtbar.
Je nach Sorte und Standort können die Früchte im Spätsommer beziehungsweise Frühherbst reifen.
Damit passen sie gut zu einer Landschaft, in der zu dieser Zeit auch die Weinlese näher rückt.
Wer jetzt durch sonnige Wohnlagen oder Weinberge geht, kann deshalb neben Trauben auch andere wärmeliebende Früchte entdecken.
Kann ich selbst eine Feige im Garten pflanzen?
Grundsätzlich ist das an der Bergstraße gut möglich.
Entscheidend ist jedoch der Standort.
Ein sonniger und möglichst windgeschützter Platz ist günstiger als eine kalte, exponierte Lage.
Auch die Auswahl einer für mitteleuropäische Bedingungen geeigneten Sorte spielt eine wichtige Rolle.
Junge Pflanzen können in den ersten Wintern zusätzlichen Schutz benötigen.
Welche Stelle im Garten eignet sich?
Besonders günstig kann eine sonnige Hauswand sein.
Dort profitiert die Pflanze von gespeicherter Wärme und zusätzlichem Windschutz.
Ungünstiger sind Standorte, an denen sich im Winter kalte Luft sammelt.
Auch Staunässe sollte vermieden werden.
Wer eine Feige pflanzen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die durchschnittlichen Temperaturen der Region schauen, sondern das Mikroklima des eigenen Grundstücks berücksichtigen.
Brauchen Feigen viel Wasser?
Etablierte Feigen kommen mit trockenen Bedingungen vergleichsweise gut zurecht.
Das bedeutet aber nicht, dass sie ohne Wasser auskommen.
Besonders junge Pflanzen benötigen während längerer Trockenphasen ausreichend Feuchtigkeit.
Auch Pflanzen an sehr warmen Hauswänden können im Sommer zusätzlichen Wasserbedarf haben.
Staunässe sollte gleichzeitig vermieden werden.
Was passiert nach einem strengen Winter?
Bei starkem Frost können Triebe zurückfrieren.
Das muss nicht automatisch bedeuten, dass die gesamte Pflanze abgestorben ist.
Je nach Stärke des Schadens kann eine Feige aus tieferen Bereichen erneut austreiben.
Bei jungen oder besonders empfindlichen Pflanzen können starke Winter allerdings größere Schäden verursachen.
Das milde Bergstraßenklima reduziert das Risiko, beseitigt es aber nicht.
Gehören Feigen inzwischen zur Bergstraße?
Sie sind sicherlich nicht so prägend wie Weinreben oder die bekannte Mandelblüte.
Trotzdem passen Feigen sehr gut zum besonderen Landschaftsbild der Region.
Dass sie sogar auf dem offiziellen Wein und Stein Erlebnispfad in Heppenheim zu finden sind, zeigt ihre Verbindung mit der klimatischen Besonderheit der Bergstraße.
Sie sind damit ein sichtbares Beispiel dafür, was die Lage am Odenwaldrand ermöglicht.
Klima, Geologie und Lage wirken zusammen
Das Geheimnis der Bergstraße besteht letztlich nicht in einem einzigen Faktor.
Die warme Rheinebene spielt eine Rolle.
Die sonnenreichen unteren Hänge des Odenwaldes kommen hinzu.
Auch Höhenlage, Ausrichtung, Böden und lokale Mikroklimata beeinflussen, welche Pflanzen an einem bestimmten Standort gedeihen.
Deshalb kann die Vegetation auf relativ engem Raum sehr unterschiedlich aussehen.
Genau das macht die Landschaft so besonders
Die Bergstraße ist keine mediterrane Region.
Sie besitzt aber einzelne Eigenschaften, die an deutlich südlichere Gegenden erinnern.
Weinberge, Feigen, Mandeln und früh blühende Obstbäume sind sichtbare Folgen dieser klimatischen Begünstigung.
Wer durch die Region fährt, sieht deshalb mehr als eine schöne Landschaft.
An der Vegetation lässt sich unmittelbar erkennen, wie stark Geografie, Klima und Geologie das Erscheinungsbild einer Region bestimmen.
Häufig gestellte Fragen zu Feigen und mediterranen Pflanzen an der Bergstraße
Wer wissen möchte, warum die Vegetation hier generell früher erwacht, findet die Erklärung auch in unserem Beitrag darüber, warum der Frühling an der Bergstraße früher beginnt.
