Lampertheim. Der Name der Spargelstadt ist weit über die Grenzen Südhessens hinaus bekannt. Doch woher stammt eigentlich die Bezeichnung „Lampertheim“? Viele bringen sie bis heute mit den Langobarden in Verbindung. Tatsächlich reicht die Geschichte des Ortsnamens mehr als 1.100 Jahre zurück und führt in die Zeit der fränkischen Besiedlung des heutigen Hessischen Rieds.
Quelle: Bild von IStockPhotoDie erste Erwähnung steht im berühmten Lorscher Codex
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lampertheim im Jahr 832. Die Eintragung findet sich im Lorscher Codex (Codex Laureshamensis), dem bedeutenden Urkunden- und Besitzverzeichnis des Klosters Lorsch. Dieses mittelalterliche Werk zählt zu den wichtigsten historischen Quellen für Südhessen und dokumentiert die erste schriftliche Erwähnung zahlreicher Orte der Region.
In den alten Urkunden erscheint der Ort unter den Namen „Langobardonheim“ und „Langbardheim“. Diese frühen Schreibweisen führten lange Zeit zu der Annahme, Lampertheim habe seinen Namen vom germanischen Volk der Langobarden erhalten. Heute bewerten Sprach- und Ortsnamenforscher diese Erklärung jedoch deutlich differenzierter.
Der Name entstand wahrscheinlich in fränkischer Zeit
Nach heutigem Forschungsstand entstand Lampertheim während der fränkischen Landnahme. Die Endung „-heim“ ist typisch für zahlreiche Orte in Südhessen und bezeichnet einen Wohnort oder eine Siedlung. Sie findet sich unter anderem auch in den Ortsnamen Bensheim, Heppenheim oder Gernsheim wieder.
Beim ersten Namensbestandteil gehen Historiker und Sprachwissenschaftler heute überwiegend davon aus, dass er auf einen frühen Personen- oder Siedlernamen zurückgeht. Gleichzeitig weisen die aktuellen Forschungen darauf hin, dass die ältesten überlieferten Formen tatsächlich den Volksnamen Langobarden enthalten. Wie genau sich daraus der heutige Ortsname entwickelte, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit klären. Sicher ist jedoch, dass sich die Schreibweise im Laufe der Jahrhunderte mehrfach veränderte.
Vom mittelalterlichen Namen zum heutigen Lampertheim
Sprache verändert sich ständig. Das zeigt sich auch an der Entwicklung des Ortsnamens. Aus den frühen Bezeichnungen „Langobardonheim“ und „Langbardheim“ wurde im Hochmittelalter schließlich „Lampertheim“, eine Schreibweise, die bereits im 12. Jahrhundert nachweisbar ist. Im Laufe der Zeit vereinfachten sich Aussprache und Schreibweise immer weiter, bis der heutige Name entstand.
Warum gibt es in Südhessen so viele Orte mit „-heim“?
Wer durch den Kreis Bergstraße oder das Hessische Ried fährt, entdeckt auffallend viele Ortsnamen mit derselben Endung. Dahinter steckt die Geschichte der fränkischen Besiedlung zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert. Neue Siedlungen wurden häufig nach ihrem Gründer oder einem bedeutenden Bewohner benannt und erhielten die Endung „-heim“, die für Wohnort oder Siedlung steht. Dadurch entstanden zahlreiche Ortsnamen, die bis heute erhalten geblieben sind.
| Ort | Erste bekannte Namensform |
| Lampertheim | Langobardonheim (832) |
| Bensheim | Basinesheim |
| Heppenheim | Heppenheim |
| Gernsheim | Gernesheim |
Die Geschichte Lampertheims beginnt deutlich früher
Auch wenn Lampertheim erstmals im Jahr 832 urkundlich erwähnt wurde, reicht die Geschichte der Besiedlung wesentlich weiter zurück. Archäologische Funde zeigen, dass Menschen bereits in der Jungsteinzeit im heutigen Stadtgebiet lebten. Später hinterließen Kelten, Römer, Alamannen und Franken ihre Spuren.
Heute ist Lampertheim vor allem für den Spargelanbau, seine Lage zwischen Rhein und Odenwald sowie die Nähe zur Metropolregion Rhein-Neckar bekannt. Hinter dem bekannten Namen verbirgt sich jedoch eine Geschichte, die mehr als ein Jahrtausend zurückreicht.
Häufig gestellte Fragen
Hinweis: Die Herkunft historischer Ortsnamen wird fortlaufend erforscht. Neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse können bestehende Deutungen ergänzen oder präzisieren.
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