Bergstraße. Wer entlang der Bergstraße unterwegs ist, stößt früher oder später auf zwei Bezeichnungen: die Hessische Bergstraße und die Badische Bergstraße. Viele vermuten dahinter zwei verschiedene Straßen. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Es handelt sich um denselben historischen Verkehrsweg, dessen Name bis heute erhalten geblieben ist. Die Unterteilung entstand erst später und hat sowohl historische als auch weinbauliche Gründe.
Quelle: Bild von PexelsDie Bergstraße ist viel älter als die heutigen Bundesländer
Die Bergstraße zählt zu den ältesten Verkehrswegen Südwestdeutschlands. Bereits die Römer nutzten die Strecke als Handels- und Heerstraße. Sie verläuft am Rand des Odenwaldes zwischen der Rheinebene und den ersten Berghängen. Dort war der Untergrund trockener und besser befahrbar als in der damals oft sumpfigen Rheinebene.
Der Name „Bergstraße“ ist seit dem Jahr 1165 urkundlich belegt. Heute führt die Strecke von Darmstadt über Zwingenberg, Bensheim, Heppenheim und Weinheim bis in den Raum Heidelberg und weiter Richtung Wiesloch.
Warum spricht man von einer Hessischen und einer Badischen Bergstraße?
Die eigentliche Straße wurde nie geteilt. Die Unterscheidung entstand durch die Entwicklung der Ländergrenzen und später auch durch das Weinrecht.
Nördlich der Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg spricht man von der Hessischen Bergstraße, südlich davon von der Badischen Bergstraße. Die Grenze verläuft heute zwischen Heppenheim und Laudenbach. Wer auf der Bundesstraße 3 unterwegs ist, fährt also weiterhin auf derselben historischen Route, wechselt unterwegs jedoch das Bundesland.
Das Weingesetz von 1971 machte die Trennung offiziell
Besonders bekannt wurde die Zweiteilung durch eine Änderung des deutschen Weingesetzes im Jahr 1971. Bis dahin bildete die Bergstraße ein gemeinsames Weinbaugebiet.
Seitdem gibt es das eigenständige Weinbaugebiet Hessische Bergstraße, während die südlichen Weinlagen als Badische Bergstraße zum Weinbaugebiet Baden gehören. Trotz der unterschiedlichen Bezeichnungen unterscheiden sich Klima, Landschaft und Böden nur wenig. Beide Regionen profitieren vom besonders milden Klima entlang des Odenwaldes und gehören zu den frühesten Frühlingslandschaften Deutschlands.
Welche Orte gehören zur Hessischen Bergstraße?
Zur Hessischen Bergstraße zählen unter anderem Seeheim-Jugenheim, Alsbach-Hähnlein, Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim. Südlich von Heppenheim endet das hessische Weinbaugebiet an der Landesgrenze. Außerdem gehört die sogenannte Odenwälder Weininsel rund um Groß-Umstadt offiziell ebenfalls zum Weinbaugebiet Hessische Bergstraße, obwohl sie geografisch nicht direkt an der eigentlichen Bergstraße liegt.
Wo beginnt die Badische Bergstraße?
Direkt hinter der Landesgrenze schließt die Badische Bergstraße an. Sie führt über Laudenbach, Hemsbach, Weinheim und Schriesheim bis in den Raum Heidelberg und weiter Richtung Wiesloch.
Für Besucher ist der Übergang kaum zu erkennen. Landschaft, Weinberge und das milde Klima bleiben nahezu unverändert. Lediglich die Landesgrenze und die weinrechtliche Zuordnung ändern sich.
Zwei Namen, eine Region
Auch wenn heute von einer Hessischen und einer Badischen Bergstraße gesprochen wird, verbindet beide Regionen weit mehr, als sie trennt. Die historische Handelsstraße verläuft seit Jahrhunderten entlang des Odenwaldes und prägt bis heute Landschaft, Weinbau und Tourismus. Die beiden Bezeichnungen helfen vor allem bei der regionalen Einordnung und spiegeln die Entwicklung der Landesgrenzen sowie des Weinbaurechts wider.
Häufig gestellte Fragen
Hinweis: Die Begriffe „Hessische Bergstraße“ und „Badische Bergstraße“ werden heute in der Praxis vor allem zur Kennzeichnung der jeweiligen Weinbaugebiete und Tourismusregionen genutzt. Stand der Informationen: Juli 2026
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