Schon gewusst? Darum heißt die Bergstraße eigentlich Bergstraße

Südhessen. Die Bergstraße zählt zu den bekanntesten Landschaften Hessens. Zwischen Darmstadt und der badischen Landesgrenze prägen Weinberge, historische Altstädte und der Odenwald das Landschaftsbild. Doch viele stellen sich dieselbe Frage: Warum heißt die Bergstraße eigentlich „Bergstraße“, obwohl sie gar nicht mitten durch die Berge führt?

Die Antwort führt mehrere Jahrtausende zurück, bis in die Zeit der Römer.

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Die Römer nannten sie „Strata Montana“

Der Ursprung des Namens reicht bis in die Antike zurück. Bereits die Römer nutzten die wichtige Nord-Süd-Verbindung am westlichen Rand des Odenwaldes und bezeichneten sie als „Strata Montana“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Straße an den Bergen“.

Aus dieser lateinischen Bezeichnung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Name Bergstraße.

Der Name beschreibt den Verlauf der Straße bis heute erstaunlich treffend. Sie führte nicht durch den Odenwald, sondern direkt an seinem Fuß entlang. Auf der einen Seite erhoben sich die bewaldeten Hänge des Mittelgebirges, auf der anderen erstreckte sich die Rheinebene.

Warum verlief die Straße genau dort?

Heute erscheint die Route selbstverständlich. Vor vielen Jahrhunderten war sie jedoch die beste Möglichkeit, die Region zu durchqueren.

Die Rheinebene war damals vielerorts sumpfig und wurde regelmäßig überschwemmt. Der etwas höher gelegene Weg am Rand des Odenwaldes war dagegen deutlich besser passierbar und entwickelte sich früh zu einer wichtigen Handels- und Heerstraße.

Über sie wurden Waren transportiert, Händler reisten zwischen Nord und Süd, und auch Herrscher sowie ihre Gefolgschaften nutzten diesen Weg. Entlang der Strecke entstanden zahlreiche Orte, Burgen und Klöster, die das Bild der Region bis heute prägen.

Eine Region mit besonderem Klima

Die Bergstraße gehört zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Der Odenwald schützt die Weinberge vor kalten Ostwinden, während sich die sonnenverwöhnten Hänge schnell erwärmen.

Dadurch beginnt der Frühling hier häufig einige Wochen früher als in anderen Regionen. Mandelbäume, Kirschbäume, Feigen und Weinreben profitieren von den milden Temperaturen.

Nicht ohne Grund wird die Bergstraße häufig als „Deutschlands Frühlingsgarten“ bezeichnet. Außerdem wird ihr seit vielen Jahren der Beiname „Nizza Deutschlands“ zugeschrieben – eine Bezeichnung, die häufig mit Kaiser Joseph II. in Verbindung gebracht wird und das außergewöhnlich milde Klima der Region hervorheben soll.

Warum wächst an der Bergstraße Wein?

Die klimatischen Bedingungen machen die Region seit Jahrhunderten zu einem idealen Weinbaugebiet. Heute zählt die Hessische Bergstraße zwar zu den kleinsten deutschen Weinbaugebieten, genießt aber einen hervorragenden Ruf.

Vor allem Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay und Spätburgunder prägen das Angebot der Winzer. Viele Weingüter öffnen ihre Höfe während der Weinfestsaison und laden Besucher zu Verkostungen ein.

Warum gibt es eine Hessische und eine Badische Bergstraße?

Viele Besucher wundern sich darüber, dass es gleich zwei Bergstraßen gibt. Tatsächlich endet die Landschaft nicht an der Landesgrenze.

Der nördliche Abschnitt liegt in Hessen und wird als Hessische Bergstraße bezeichnet. Südlich davon schließt sich die Badische Bergstraße in Baden-Württemberg an. Historisch gehörten beide Regionen unterschiedlichen Herrschaftsgebieten an. Die Bezeichnungen haben sich bis heute erhalten, obwohl die Landschaft nahezu nahtlos ineinander übergeht.

Gerade für Menschen aus Viernheim, Lampertheim oder dem Kreis Bergstraße gehören Ausflüge nach Weinheim, Schriesheim oder Heidelberg deshalb ganz selbstverständlich zur Region.

Wo beginnt und endet die Bergstraße?

Die Hessische Bergstraße beginnt im Raum Darmstadt und führt über Seeheim-Jugenheim, Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim bis an die hessisch-badische Landesgrenze.

Südlich davon setzt sich die Strecke als Badische Bergstraße über Weinheim, Schriesheim und Heidelberg fort. Heute zählt die gesamte Region zu den beliebtesten Ausflugszielen im Südwesten Deutschlands – nicht nur wegen ihrer Weinberge, sondern auch aufgrund ihrer historischen Altstädte, Burgen, Wanderwege und zahlreichen Feste.

Häufig gestellte Fragen

(Hinweis: Die historischen und geografischen Angaben entsprechen dem Stand 2026.)

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5 Kommentare zu „Schon gewusst? Darum heißt die Bergstraße eigentlich Bergstraße“

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