Trockenheit in Südhessen: Wälder und Landwirtschaft bleiben unter Druck

Südhessen. Auch wenn es in den vergangenen Wochen regional immer wieder geregnet hat, bleibt die Trockenheit in Teilen Südhessens ein Thema. Vor allem die Böden speichern das Wasser nur begrenzt, sodass einzelne Schauer die langfristigen Defizite häufig nicht ausgleichen können. Das macht sich nicht nur in Wäldern bemerkbar, sondern auch auf landwirtschaftlichen Flächen und in privaten Gärten.

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Nach Angaben des UFZ-Dürremonitors reagieren insbesondere die oberen Bodenschichten zwar vergleichsweise schnell auf Niederschläge. Im deutlich tieferen Gesamtboden hält sich Trockenheit jedoch oft wesentlich länger. Einzelne Regenereignisse sorgen deshalb meist nur kurzfristig für Entlastung.

Trockenheit setzt den Wäldern zu

Die wiederkehrenden trockenen Sommer stellen die Wälder in Südhessen weiterhin vor große Herausforderungen. Besonders junge Bäume leiden unter Wassermangel, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug reichen, um ausreichend Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen.

Auch ältere Bäume geraten zunehmend unter Stress. Geschwächte Bestände sind anfälliger für Schädlinge und Krankheiten, weshalb Forstbetriebe seit Jahren verstärkt auf klimaresistente Mischwälder setzen.

Das Hessische Forstministerium weist zudem darauf hin, dass regionale Niederschläge die Waldbrandgefahr oft nur kurzfristig entschärfen. In Südhessen kann die Gefahr je nach Wetterlage weiterhin auf hohe oder sogar sehr hohe Werte ansteigen.

Landwirtschaft hofft auf ergiebige Niederschläge

Auch für die Landwirtschaft bleibt die Wetterentwicklung entscheidend. Während einige Kulturen mit trockenen Phasen vergleichsweise gut zurechtkommen, sind andere auf regelmäßige Niederschläge angewiesen.

Entscheidend ist dabei nicht nur, ob Regen fällt, sondern auch wie. Kurze, kräftige Schauer versickern auf ausgetrockneten Böden häufig schlechter als lang anhaltender Landregen. Für viele Betriebe ist deshalb die Entwicklung der Bodenfeuchte wichtiger als einzelne Regentage. Der UFZ-Dürremonitor zeigt regelmäßig, wie unterschiedlich sich Oberboden und Gesamtboden entwickeln können.

Passend dazu: Dass an der Bergstraße besonders viele Obstsorten gedeihen, hat auch mit dem regionalen Klima zu tun. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Warum die Bergstraße als Deutschlands Frühlingsgarten gilt.

Auch Gärten und Streuobstwiesen profitieren von jedem Regentag

Nicht nur Landwirte spüren die Auswirkungen trockener Witterung. Auch in privaten Gärten benötigen junge Bäume, Hecken und frisch gesetzte Pflanzen in längeren Trockenphasen zusätzliche Wassergaben.

Fachleute empfehlen, möglichst in den frühen Morgenstunden oder am Abend zu gießen. So verdunstet weniger Wasser und die Feuchtigkeit gelangt besser in den Boden. Sinnvoll ist außerdem, seltener, dafür aber durchdringend zu wässern.

Gerade Streuobstwiesen profitieren von ausreichenden Niederschlägen. Sie gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften Deutschlands und sind gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Mehr dazu: In Bensheim dürfen an ausgewählten städtischen Obstbäumen sogar kostenlos Früchte für den Eigenbedarf geerntet werden. Alle Informationen finden Sie in unserem Artikel Kostenlos Obst pflücken in Bensheim: Diese städtischen Bäume dürfen geerntet werden.

Waldbrandgefahr bleibt ein wichtiges Thema

Mit trockenen Böden steigt auch das Risiko von Wald- und Vegetationsbränden. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht während der Waldbrandsaison täglich einen Waldbrandgefahrenindex mit fünf Gefahrenstufen. In Südhessen werden je nach Wetterlage regelmäßig mittlere bis hohe Werte erreicht.

Wer in Waldgebieten unterwegs ist, sollte deshalb besonders vorsichtig sein. Offenes Feuer, Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze oder achtlos weggeworfene Zigaretten können bereits ausreichen, um Brände auszulösen.

Die Entwicklung hängt vom Wetter der kommenden Wochen ab

Ob sich die Situation entspannt, hängt maßgeblich von der weiteren Wetterentwicklung ab. Einzelne Schauer helfen zwar kurzfristig, reichen aber oft nicht aus, um die Wasserreserven in tieferen Bodenschichten nachhaltig aufzufüllen.

Fest steht: Trockenperioden gehören inzwischen regelmäßig zum Sommer in Südhessen. Entsprechend wichtig bleiben ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser und der Schutz der heimischen Wälder.

Häufig gestellte Fragen

1 Kommentar zu „Trockenheit in Südhessen: Wälder und Landwirtschaft bleiben unter Druck“

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