Laserfusion in Biblis: Was auf dem ehemaligen AKW-Gelände entstehen soll

Biblis. Jahrzehntelang stand der Name Biblis vor allem für Kernenergie. Nun könnte ausgerechnet das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks zu einem wichtigen deutschen Forschungsstandort für eine völlig andere Form der Energiegewinnung werden. Auf dem Areal soll ein Forschungszentrum für Laserfusion entstehen. Langfristig verfolgen die beteiligten Unternehmen sogar ein noch größeres Ziel: In Biblis soll ein Fusionskraftwerk entstehen.

Quelle: Bild von Unsplash

Der Bund hat Ende Juli grünes Licht für einen neuen Laserfusions-Hub gegeben. Biblis bildet dabei neben dem Forschungs- und Entwicklungscampus in Hamburg und Schleswig-Holstein einen zweiten zentralen Standort. Für die Region könnte das weit mehr bedeuten als ein einzelnes Forschungsprojekt.

Laserfusion in Biblis: Was wurde jetzt entschieden?

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert neue Forschungsstrukturen für die Kernfusion.

Einer der Schwerpunkte liegt auf der Laserfusion.

Angeführt wird dieser Laserfusions-Hub von Focused Energy und Marvel Fusion. Beide Unternehmen arbeiten mit weiteren wissenschaftlichen und industriellen Partnern zusammen. Dazu gehören unter anderem Forschungseinrichtungen und Hochschulen.

Für Südhessen ist dabei vor allem eine Entscheidung wichtig:

Biblis wird Standort des sogenannten Fusion Industrialization Campus.

Während sich der Standort rund um Hamburg und Schleswig-Holstein insbesondere auf Laserphysik, Diagnostik und Materialforschung konzentriert, soll Biblis eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung der Technologie übernehmen.

Bis zu 125 Millionen Euro stellt der Bund bereit

Hinter dem Vorhaben steht eine erhebliche öffentliche Förderung.

Nach Angaben des Kreises Bergstraße stellt die Bundesregierung bis zu 125 Millionen Euro für die Errichtung und das Management von insgesamt drei Fusions-Hub-Strukturen sowie damit verbundene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bereit.

Das Geld fließt also nicht ausschließlich nach Biblis.

Gefördert werden unterschiedliche Bereiche der Fusionsforschung.

Dazu gehören:

  • Ausbau von Test- und Messinfrastruktur
  • Forschung und Entwicklung
  • Ausbildung von Fachkräften
  • Aufbau industrieller Wertschöpfungsketten
  • Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen
  • Ansiedlung weiterer Unternehmen

Gerade der letzte Punkt macht das Projekt für den Kreis Bergstraße wirtschaftlich interessant.

Aus einem Forschungsstandort könnte langfristig ein größerer Technologie- und Industriecluster entstehen.

Was soll auf dem ehemaligen AKW-Gelände entstehen?

Kurzfristig entsteht dort nicht einfach ein neues Kraftwerk.

Zunächst geht es um Forschung, Entwicklung und die Vorbereitung einer möglichen industriellen Nutzung der Laserfusion.

Das ehemalige Kraftwerksgelände bietet dafür besondere Voraussetzungen.

Es handelt sich um einen bereits industriell geprägten Energiestandort mit entsprechender Infrastruktur. Gleichzeitig befindet sich das Areal in einer Region mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen wie der TU Darmstadt sowie zahlreichen Technologieunternehmen.

Focused Energy ist bereits auf dem Gelände tätig. Der Kreis Bergstraße hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben 2022 mit RWE zusammengebracht.

Aus diesen ersten Kontakten ist inzwischen ein deutlich größeres Vorhaben geworden.

200 Millionen Euro Investitionen in den nächsten zwei Jahren geplant

Die Bundesförderung ist nicht das einzige Geld, das in den Standort fließen könnte.

Focused Energy plant nach Angaben des Kreises Bergstraße in Biblis innerhalb der kommenden zwei Jahre Investitionen von 200 Millionen Euro.

Bis 2030 sollen es insgesamt rund 500 Millionen Euro sein.

Hinzu kommt Unterstützung des Landes Hessen.

Das Land hatte Focused Energy bereits mit 32 Millionen Euro gefördert.

Damit entwickelt sich Biblis zunehmend zu einem der wichtigsten deutschen Standorte für die kommerzielle Entwicklung der Laserfusion.

Aber was ist Laserfusion überhaupt?

Das Grundprinzip klingt zunächst erstaunlich:

Sehr starke Laser treffen auf ein winziges Brennstoffziel.

Dabei sollen extrem hohe Temperaturen und Drücke entstehen.

Unter diesen Bedingungen können leichte Atomkerne miteinander verschmelzen.

Genau daher stammt der Begriff Kernfusion.

Bei dieser Verschmelzung wird Energie freigesetzt.

Das grundlegende physikalische Prinzip ist aus der Natur bekannt: Auch Sterne wie unsere Sonne gewinnen ihre Energie durch Kernfusion.

Die technische Herausforderung besteht darin, diesen Prozess auf der Erde kontrolliert und effizient nutzbar zu machen.

Kernfusion und Kernspaltung sind nicht dasselbe

Gerade in Biblis ist diese Unterscheidung besonders wichtig.

Das ehemalige Kernkraftwerk erzeugte Energie durch Kernspaltung.

Dabei werden schwere Atomkerne gespalten.

Bei der Kernfusion läuft grundsätzlich der entgegengesetzte Prozess ab: Leichte Atomkerne werden miteinander verschmolzen.

KernspaltungKernfusion
schwere Atomkerne werden gespaltenleichte Atomkerne verschmelzen
Technik klassischer AtomkraftwerkeTechnologie künftiger Fusionskraftwerke
seit Jahrzehnten kommerziell genutztkommerzielle Nutzung noch in Entwicklung
ehemaliges AKW Biblisgeplante Forschung am Standort Biblis

Das neue Projekt ist deshalb keine Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Biblis.

Es geht um eine andere Technologie.

Warum braucht man dafür riesige Laser?

Damit Atomkerne fusionieren, müssen extreme Bedingungen geschaffen werden.

Normalerweise stoßen sich positiv geladene Atomkerne gegenseitig ab.

Erst unter enormem Druck und bei sehr hohen Temperaturen können sie nahe genug zusammenkommen, damit eine Fusion möglich wird.

Bei der sogenannten Trägheitsfusion sollen leistungsstarke Laser diese Bedingungen für einen sehr kurzen Moment erzeugen.

Die Laserenergie wird dabei auf ein kleines Brennstoffziel – häufig als Target bezeichnet – konzentriert.

Dieses wird extrem stark komprimiert und erhitzt.

Gelingt die Zündung, können Fusionsreaktionen einsetzen.

Hat Laserfusion überhaupt schon funktioniert?

Ja – allerdings ist der entscheidende Schritt von einem erfolgreichen Experiment zu einem wirtschaftlichen Kraftwerk enorm.

Einen wichtigen wissenschaftlichen Durchbruch gab es 2022 an der National Ignition Facility in den USA. Dort gelang erstmals bei einem Laserfusionsexperiment eine Fusionsreaktion, bei der aus dem Brennstoff mehr Energie freigesetzt wurde, als die Laser direkt auf das Target übertragen hatten.

Das war ein wichtiger Meilenstein.

Es bedeutete allerdings noch nicht, dass die gesamte Anlage mehr Strom produzierte, als sie verbrauchte.

Genau diese Unterscheidung ist für die Diskussion über Kernfusion entscheidend.

Ein physikalisch erfolgreiches Experiment ist noch kein wirtschaftlich arbeitendes Kraftwerk.

Warum gibt es dann noch kein Fusionskraftwerk?

Zwischen einer einzelnen erfolgreichen Fusionsreaktion und einem Kraftwerk liegen zahlreiche technische Herausforderungen.

Ein späteres Kraftwerk müsste den Vorgang zuverlässig und sehr häufig wiederholen.

Die Laser müssten effizient arbeiten.

Targets müssten in großer Stückzahl hergestellt und präzise in die Reaktionskammer eingebracht werden.

Die dabei entstehende Energie müsste aufgefangen und in nutzbaren Strom umgewandelt werden.

Gleichzeitig müssen die Materialien der Anlage den extremen Bedingungen dauerhaft standhalten.

Genau deshalb investieren Unternehmen und Staaten derzeit Milliarden in Forschung und Entwicklung.

Was macht Focused Energy in Biblis?

Focused Energy wurde 2021 gegründet und verfolgt einen laserbasierten Ansatz zur Kernfusion.

Der Standort Biblis soll bei der Weiterentwicklung und späteren Industrialisierung dieser Technologie eine zentrale Rolle spielen.

Das Unternehmen hat dabei ambitionierte Pläne.

Gemeinsam mit Partnern soll langfristig der Weg zu einem kommerziellen Fusionskraftwerk vorbereitet werden.

Der Standort auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände ist deshalb nicht zufällig gewählt.

Biblis besitzt jahrzehntelange Erfahrung als Energiestandort und entsprechende industrielle Strukturen.

Welche Rolle spielt Marvel Fusion?

Marvel Fusion ist ebenfalls ein deutsches Unternehmen, das an lasergetriebener Kernfusion arbeitet.

Das 2019 gegründete Unternehmen ist in Deutschland und den USA aktiv und hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 400 Millionen US-Dollar an öffentlicher und privater Finanzierung eingeworben.

Beim neuen deutschen Laserfusions-Hub arbeiten Marvel Fusion und Focused Energy gemeinsam.

Beide führen das Projekt zusammen mit einem geplanten Innovationsnetzwerk.

Das ist bemerkenswert, weil die Unternehmen eigene technologische Ansätze verfolgen, bei grundlegender Forschung und Infrastruktur aber gemeinsam arbeiten können.

Biblis ist nur ein Teil eines größeren deutschen Netzwerks

Der Laserfusions-Hub besteht nicht ausschließlich aus Biblis.

Ein wichtiger Forschungs- und Entwicklungscampus entsteht rund um den European XFEL in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Dort stehen unter anderem Laserphysik, Diagnostik und Materialforschung im Mittelpunkt.

Biblis soll dagegen stärker die Brücke Richtung industrieller Anwendung schlagen.

Damit entsteht vereinfacht gesagt eine Arbeitsteilung:

Im Norden wird wichtige Grundlagen- und Technologieentwicklung gebündelt, in Biblis soll die Industrialisierung vorangetrieben werden.

Soll in Biblis wirklich ein Fusionskraftwerk gebaut werden?

Das ist das langfristige Ziel der beteiligten Akteure – aber kein Projekt, dessen Fertigstellung bereits beschlossen oder terminiert wäre.

Der Kreis Bergstraße formuliert das Ziel ausdrücklich ambitioniert: In Biblis soll nach den Vorstellungen der Beteiligten das weltweit erste Kernfusionskraftwerk entstehen, das zuverlässig und nachhaltig Strom produziert.

Wichtig ist allerdings die Einordnung:

Heute entsteht zunächst ein Forschungs- und Entwicklungsstandort.

Ob, wann und in welcher konkreten Form daraus tatsächlich ein kommerzielles Fusionskraftwerk wird, hängt vom technologischen Fortschritt, von Genehmigungen, Investitionen und zahlreichen weiteren Faktoren ab.

Wann könnte ein Fusionskraftwerk in Biblis entstehen?

Einen belastbaren Termin für ein kommerzielles Kraftwerk gibt es derzeit nicht.

Und genau hier sollte man bei Kernfusion vorsichtig mit Jahreszahlen sein.

Die Branche verfolgt ambitionierte Zeitpläne, gleichzeitig sind noch erhebliche technische Probleme zu lösen.

Der neue Forschungs-Hub soll ausdrücklich dazu beitragen, die Voraussetzungen für den Bau eines ersten Fusionskraftwerks in Deutschland zu schaffen.

Das bedeutet aber nicht, dass in Biblis bereits in wenigen Jahren Fusionsstrom ins öffentliche Netz fließt.

Die nächsten Jahre dürften zunächst von Forschung, Versuchsanlagen, Infrastruktur und Industrialisierung geprägt sein.

Was passiert mit dem alten Kernkraftwerk?

Parallel zum neuen Zukunftsprojekt läuft der Rückbau des ehemaligen Kernkraftwerks.

Das schafft eine ungewöhnliche Situation:

Auf demselben Standort treffen zwei völlig unterschiedliche Epochen der Energietechnik aufeinander.

Während die Anlagen des früheren Kernspaltungskraftwerks zurückgebaut werden, wird gleichzeitig untersucht, wie das Areal künftig wirtschaftlich genutzt werden kann.

Dabei geht es nicht ausschließlich um Fusion.

Eine eigene Machbarkeitsstudie untersucht die zukünftige Entwicklung des gesamten Industrieparks Biblis.

Eine Machbarkeitsstudie untersucht das gesamte Gelände

Der ehemalige Kraftwerksstandort umfasst wertvolle Industrieflächen.

Deshalb wollen Kreis Bergstraße, Gemeinde Biblis, RWE und die Wirtschaftsförderung Bergstraße herausfinden, wie das Gelände langfristig genutzt werden kann.

Das beauftragte Unternehmen Arcadis untersucht verschiedene Szenarien.

Dabei geht es unter anderem um:

  • mögliche Nachnutzungen
  • vorhandene Infrastruktur
  • zusätzliche Gewerbeflächen
  • wirtschaftliche Umsetzbarkeit
  • planerische Voraussetzungen
  • ein städtebauliches Entwicklungskonzept

Die Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorliegen.

Die Laserfusion könnte dabei ein wichtiger Anker für weitere Ansiedlungen werden.

Warum ist das ehemalige AKW-Gelände für neue Industrie interessant?

Große zusammenhängende Industrieflächen sind in Südhessen knapp.

Ein ehemaliger Kraftwerksstandort besitzt dagegen bereits zahlreiche infrastrukturelle Voraussetzungen.

Dazu gehören beispielsweise Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie Flächen, die seit Jahrzehnten industriell genutzt werden.

Genau deshalb betrachtet der Kreis die Nachnutzung als wirtschaftliche Chance für die gesamte Region.

Sollten sich rund um die Fusionsforschung weitere Unternehmen ansiedeln, könnte daraus langfristig ein größerer Technologiepark entstehen.

Könnten dadurch neue Arbeitsplätze entstehen?

Das ist eines der zentralen wirtschaftlichen Ziele.

Ein Forschungszentrum benötigt hochqualifizierte Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker.

Darüber hinaus entstehen bei einer Industrialisierung zusätzliche Aufgaben in Produktion, Anlagenbau, Wartung, Software, Logistik und zahlreichen Zulieferbereichen.

Der Kreis erwartet deshalb, dass das Projekt weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen anziehen könnte.

Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich in Biblis entstehen werden, lässt sich derzeit allerdings noch nicht belastbar beziffern.

Auch für Darmstadt ist das Projekt interessant

Der Standort Biblis liegt nicht isoliert.

Mit der TU Darmstadt befindet sich eine große technische Universität in der Region. Sie gehört zu den Partnern, die im Zusammenhang mit der Bewerbung für den Laserfusions-Hub genannt werden.

Dazu kommt die Lage zwischen den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Für Forschungs- und Technologieunternehmen ist das relevant, weil Hochschulen, Unternehmen und potenzielle Fachkräfte vergleichsweise nah beieinanderliegen.

Genau daraus könnte langfristig ein regionales Netzwerk rund um Fusionstechnologie entstehen.

Ist Kernfusion radioaktiv?

Ganz ohne radioaktive Prozesse kommt auch Kernfusion nicht aus.

Bei häufig diskutierten Fusionskonzepten wird beispielsweise mit den Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium gearbeitet. Tritium ist radioaktiv.

Zudem können bei Fusionsreaktionen Neutronen entstehen, die Materialien innerhalb einer Anlage aktivieren.

Die Aussage, Fusionskraftwerke hätten überhaupt nichts mit Radioaktivität zu tun, wäre deshalb falsch.

Gleichzeitig unterscheidet sich das Sicherheits- und Abfallprofil grundsätzlich von klassischen Kernspaltungsreaktoren.

Wie ein späteres kommerzielles Kraftwerk konkret aufgebaut wäre, hängt zudem vom jeweiligen Fusionskonzept ab.

Kann ein Fusionskraftwerk wie ein Atomkraftwerk durchgehen?

Eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion wie bei der Kernspaltung ist bei der Fusion nicht das zugrunde liegende Prinzip.

Für eine Fusionsreaktion müssen sehr spezielle Bedingungen künstlich aufrechterhalten werden.

Fallen diese Bedingungen weg, endet die Reaktion.

Das macht Kernfusion aus sicherheitstechnischer Sicht grundsätzlich anders als Kernspaltung.

Trotzdem benötigen auch Fusionsanlagen umfangreiche Sicherheitskonzepte – etwa wegen der eingesetzten Materialien, hoher Energien und möglicher Aktivierung von Bauteilen.

Ist Kernfusion erneuerbare Energie?

Üblicherweise wird Kernfusion nicht zu den klassischen erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind oder Wasserkraft gezählt.

Sie könnte jedoch langfristig eine CO₂-arme Form der Energieerzeugung darstellen.

Der große Reiz besteht darin, enorme Energiemengen aus vergleichsweise kleinen Brennstoffmengen gewinnen zu können.

Ob Fusion tatsächlich wirtschaftlich mit anderen Energiequellen konkurrieren kann, wird sich allerdings erst zeigen, wenn entsprechende Kraftwerke technisch realisierbar sind.

Genau dieser Schritt steht noch aus.

Warum investiert Deutschland gerade jetzt so stark in Fusion?

Weltweit hat der Wettbewerb um Kernfusion in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen.

Neben staatlichen Forschungsprogrammen sind zahlreiche private Unternehmen entstanden.

Deutschland versucht deshalb, Forschung und industrielle Entwicklung enger miteinander zu verbinden.

Das Bundesprogramm sieht insgesamt drei unterschiedliche Fusions-Hubs vor: für Laserfusion, Magnetfusion mit Stellaratoren sowie Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung.

Damit soll nicht nur Grundlagenforschung betrieben werden.

Ziel ist ausdrücklich, auch industrielle Wertschöpfung und Know-how in Deutschland aufzubauen.

Biblis könnte erneut ein Energiestandort werden

Für die Gemeinde besitzt das Projekt eine besondere Symbolik.

Biblis war jahrzehntelang bundesweit mit Kernenergie verbunden.

Nach der Stilllegung des Atomkraftwerks stellte sich zwangsläufig die Frage, was langfristig aus dem Standort wird.

Nun könnte Energie dort erneut eine zentrale Rolle spielen – allerdings mit einer Technologie, die sich noch im Entwicklungsstadium befindet.

Ob daraus tatsächlich eines Tages ein kommerzielles Kraftwerk entsteht, ist offen.

Dass Biblis bereits jetzt Teil eines bundesweit geförderten Fusions-Hubs wird, ist dagegen entschieden.

Vom AKW zum Technologiepark?

Für die Region dürfte deshalb ein zweiter Aspekt mindestens genauso wichtig sein wie die Aussicht auf Fusionsstrom.

Selbst wenn ein kommerzielles Kraftwerk noch Jahre entfernt ist, können Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Investitionen deutlich früher entstehen.

Parallel wird bis Ende 2026 untersucht, welche weiteren gewerblichen Nutzungen auf und rund um das ehemalige Kraftwerksareal möglich sind.

Damit könnte sich der Standort schrittweise verändern:

vom klassischen Großkraftwerk hin zu einem Industrie- und Forschungsstandort für neue Energietechnologien.

Laserfusion in Biblis: Was bereits feststeht – und was noch offen ist

Bei den vielen ambitionierten Plänen lohnt sich eine klare Trennung.

Bereits konkretNoch offen
Biblis wird Standort des Laserfusions-Hubswann ein kommerzielles Kraftwerk gebaut wird
Focused Energy ist bereits am Standort aktivwie ein späteres Kraftwerk genau aussehen würde
Bund fördert die Fusions-Hubswann tatsächlich Strom produziert werden könnte
weitere hohe Investitionen sind angekündigtwie viele dauerhafte Arbeitsplätze entstehen
Machbarkeitsstudie zum Industriepark läuftwelche weiteren Unternehmen sich ansiedeln
Ergebnisse der Studie bis Ende 2026 geplantendgültige Gestaltung des gesamten Areals

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Biblis bekommt jetzt einen bedeutenden Forschungs- und Industrialisierungsstandort für Laserfusion.

Ein funktionierendes Fusionskraftwerk steht dort aber noch nicht kurz vor der Inbetriebnahme.

Warum das Projekt für den Kreis Bergstraße wichtig werden könnte

Das Interessante an der Entwicklung ist deshalb weniger die Vorstellung, dass schon bald Fusionsstrom aus Biblis kommt.

Bedeutender ist zunächst, dass sich rund um das ehemalige AKW ein neues technologisches Ökosystem entwickeln könnte.

Focused Energy will erhebliche Summen investieren. Der Bund fördert die Forschungsstrukturen. Wissenschaftliche Einrichtungen sind beteiligt. Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Nachnutzung des gesamten Standorts untersucht.

Wenn diese Entwicklungen zusammenkommen, könnte aus dem ehemaligen Kraftwerksgelände tatsächlich ein neuer Industrie- und Forschungsstandort entstehen.

Für Biblis wäre das eine bemerkenswerte Entwicklung: Der Ort, der jahrzehntelang für Kernspaltung stand, könnte künftig zu einem deutschen Zentrum für Kernfusion werden.

Häufig gestellte Fragen zur Laserfusion in Biblis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen