Heizöl 80 Prozent teurer, Butter 27 Prozent günstiger: So haben sich die Preise in Hessen verändert

Wer in Hessen mit Heizöl heizt, muss derzeit erheblich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sind einige Produkte im Supermarkt deutlich günstiger geworden.

Quelle: Bild von Unsplash

Die neuen Preisdaten für September zeigen ungewöhnlich große Unterschiede: Heizöl kostete 80,7 Prozent mehr als im September 2025. Butter war dagegen 27,4 Prozent günstiger.

Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise in Hessen innerhalb eines Jahres um 3,4 Prozent. Damit erreichte die Inflationsrate den höchsten Stand seit Dezember 2023.

Doch die durchschnittliche Inflationsrate erzählt nur einen Teil der Geschichte. Je nachdem, wofür Haushalte ihr Geld ausgeben, fällt die persönliche Preisentwicklung derzeit vollkommen unterschiedlich aus.

Hessens Inflationsrate steigt auf 3,4 Prozent

Die Verbraucherpreise lagen im September 2026 durchschnittlich 3,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im August hatte die Inflationsrate noch 3,0 Prozent betragen, im Juli waren es 2,7 Prozent.

Damit ist die Teuerungsrate in Hessen den dritten Monat in Folge gestiegen.

Zuletzt hatte die Inflation im Dezember 2023 mit 3,5 Prozent einen höheren Wert erreicht.

Auch innerhalb eines einzigen Monats zogen die Preise an: Gegenüber August 2026 erhöhten sich die Verbraucherpreise im September durchschnittlich um 0,5 Prozent.

Heizöl kostet 80,7 Prozent mehr

Der mit Abstand auffälligste Preissprung zeigt sich beim Heizöl.

Im Vergleich zum September 2025 mussten Verbraucher dafür 80,7 Prozent mehr bezahlen.

Allein gegenüber August 2026 stiegen die Heizölpreise um 19,6 Prozent.

Damit trifft die Entwicklung insbesondere Haushalte, die ihre Heizöltanks vor Beginn der kalten Jahreszeit auffüllen müssen.

Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Hätte eine vergleichbare Heizöllieferung im vergangenen Jahr rechnerisch 1.500 Euro gekostet, entspräche ein Preisanstieg von 80,7 Prozent zusätzlichen 1.210,50 Euro. Unter ansonsten gleichen Bedingungen läge der Betrag bei rund 2.710 Euro.

Das ist allerdings nur eine Beispielrechnung. Der tatsächliche Heizölpreis hängt unter anderem von Bestellmenge, Lieferzeitpunkt, Region und Anbieter ab.

Auch Tanken ist deutlich teurer geworden

Nicht nur Heizöl verteuerte sich.

Kraftstoffe kosteten im September 39,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Gegenüber August 2026 betrug der Anstieg 6,3 Prozent.

Die hohen Preise für Heizöl und Kraftstoffe gehören damit zu den wichtigsten Gründen für die gestiegene Inflation in Hessen.

Energie insgesamt verteuerte sich gegenüber September 2025 um 15,5 Prozent.

Ohne die Energiepreise hätte die hessische Inflationsrate im September lediglich 2,2 Prozent betragen.

Strom und Erdgas sind dagegen günstiger

Bei den Energiepreisen gibt es allerdings große Unterschiede.

Während Heizöl und Kraftstoffe erheblich teurer geworden sind, zahlen Verbraucher für andere Energiearten weniger als vor einem Jahr.

Strom war im September 6,3 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.

Bei Erdgas betrug der Rückgang sogar 6,5 Prozent.

Fernwärme verbilligte sich um 1,2 Prozent.

Für die persönliche Belastung eines Haushalts spielt deshalb derzeit besonders die verwendete Heizungsart eine Rolle.

Butter ist 27,4 Prozent günstiger

Eine völlig andere Entwicklung zeigt sich im Supermarkt.

Die Nahrungsmittelpreise lagen im September insgesamt lediglich 0,7 Prozent über dem Vorjahresniveau und entwickelten sich damit wesentlich moderater als die Verbraucherpreise insgesamt.

Einige Lebensmittel wurden sogar erheblich günstiger.

Besonders auffällig ist Butter.

Sie kostete im September 27,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Speisefette und Speiseöle insgesamt verbilligten sich um 15,9 Prozent.

Auch Molkereiprodukte waren durchschnittlich 4,9 Prozent günstiger als im September 2025.

Gemüse kostet neun Prozent mehr

Allerdings ist auch der Einkauf im Supermarkt nicht durchgehend günstiger geworden.

Gemüse verteuerte sich innerhalb eines Jahres um 9,0 Prozent.

Gegenüber August 2026 stiegen die Gemüsepreise um 2,9 Prozent.

Damit zeigt sich auch innerhalb der Lebensmittel eine große Spannweite.

Während Verbraucher bei Butter und verschiedenen Molkereiprodukten sparen können, müssen sie für andere Produkte mehr bezahlen.

Computer und Smartphones werden teurer

Interessante Veränderungen gibt es auch außerhalb von Energie und Lebensmitteln.

Computer kosteten im September 13,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Mobiltelefone verteuerten sich um 9,8 Prozent.

Fernsehgeräte entwickelten sich dagegen genau in die andere Richtung. Ihre Preise lagen 12,9 Prozent unter dem Niveau vom September 2025.

Bekleidung war mit einem Minus von 0,4 Prozent ebenfalls etwas günstiger.

Dienstleistungen werden weiter teurer

Wer sein Geld für Dienstleistungen ausgibt, spürt die Inflation ebenfalls.

Dienstleistungen ohne Wohnungsmieten verteuerten sich innerhalb eines Jahres durchschnittlich um 3,2 Prozent.

Besonders stark stiegen die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen. Hier betrug das Plus 8,5 Prozent.

Flugtickets kosteten 7,2 Prozent mehr.

Pauschalreisen verteuerten sich um 3,8 Prozent und für Dienstleistungen in Gaststätten mussten Verbraucher durchschnittlich 3,1 Prozent mehr bezahlen.

Mieten steigen weniger stark als die Gesamtinflation

Die Nettokaltmieten erhöhten sich in Hessen gegenüber September 2025 durchschnittlich um 1,9 Prozent.

Damit lag der Anstieg deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate von 3,4 Prozent.

Für Mieter bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass ihre gesamten Wohnkosten nur entsprechend moderat steigen.

Zusätzlich zur Nettokaltmiete spielen beispielsweise Heiz- und Energiekosten eine wichtige Rolle.

Gerade dort unterscheiden sich die Entwicklungen derzeit erheblich.

Was die Inflationsrate von 3,4 Prozent wirklich bedeutet

Eine Inflationsrate von 3,4 Prozent bedeutet nicht, dass jedes Produkt genau 3,4 Prozent teurer geworden ist.

Der Verbraucherpreisindex bildet die durchschnittliche Preisentwicklung eines umfangreichen Waren- und Dienstleistungskorbs ab.

Der persönliche Alltag kann deshalb vollkommen anders aussehen.

Ein Autofahrer mit Ölheizung ist momentan wesentlich stärker von den Preissteigerungen betroffen als ein Haushalt, der wenig fährt, mit Gas heizt und gleichzeitig von niedrigeren Preisen bei bestimmten Lebensmitteln profitiert.

Gerade die September-Zahlen machen diesen Unterschied besonders deutlich.

Zwischen einem Preisrückgang von 27,4 Prozent bei Butter und einem Anstieg von 80,7 Prozent beim Heizöl liegen mehr als 100 Prozentpunkte.

Inflation ohne Energie deutlich niedriger

Wie stark die Energiepreise die aktuelle Entwicklung beeinflussen, zeigt eine weitere Zahl.

Werden die Energiepreise aus der Berechnung herausgenommen, liegt die Inflationsrate bei 2,2 Prozent.

Werden sowohl Energie als auch Nahrungsmittel herausgerechnet, ergibt sich eine Kerninflationsrate von 2,4 Prozent.

Die aktuelle Inflationsentwicklung in Hessen wird damit stark von einzelnen Bereichen beeinflusst.

Für Verbraucher lohnt es sich deshalb mehr denn je, nicht nur auf die allgemeine Inflationsrate zu schauen.

Entscheidend ist, welche Produkte und Dienstleistungen im eigenen Haushalt tatsächlich einen großen Teil der monatlichen Ausgaben ausmachen.

Die größten Preisveränderungen im Überblick

Produkt oder BereichVeränderung zum September 2025
Heizöl+80,7 %
Kraftstoffe+39,3 %
Computer+13,6 %
Mobiltelefone+9,8 %
Gemüse+9,0 %
Soziale Dienstleistungen+8,5 %
Flugtickets+7,2 %
Gaststätten+3,1 %
Nettokaltmieten+1,9 %
Nahrungsmittel insgesamt+0,7 %
Bekleidung−0,4 %
Fernwärme−1,2 %
Strom−6,3 %
Erdgas−6,5 %
Fernsehgeräte−12,9 %
Butter−27,4 %

Häufige Fragen zur Inflation in Hessen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen