Kreis Bergstraße. Aufgeheizte Klassenräume, warme Nächte und kaum Abkühlung: Nach den hohen Temperaturen dieses Sommers will der Kreis Bergstraße seinen Hitzeschutz an Schulen weiterentwickeln. Bisher setzte der Schulträger vor allem auf Verschattung, Sonnenschutz, Lüftung und bauliche Maßnahmen. Nun sollen zusätzlich technische Möglichkeiten zur aktiven Kühlung geprüft werden.
Quelle: Bild von UnsplashEine flächendeckende Ausstattung aller Schulen mit klassischen Klimaanlagen ist allerdings nicht angekündigt. Stattdessen soll für jeden Standort untersucht werden, welche Lösung technisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar ist.
Hitzeschutz an Schulen: Warum der Kreis seine Strategie ändert
Der Kreis Bergstraße ist Schulträger von insgesamt 75 Schulen. Damit ist er unter anderem für die räumlichen und technischen Bedingungen der Schulgebäude verantwortlich.
Beim Hitzeschutz galt bislang ein vergleichsweise klarer Ansatz: Gebäude sollten möglichst so gebaut und saniert werden, dass sie sich gar nicht erst stark aufheizen und möglichst wenig zusätzliche Energie für Kühlung benötigen.
Dazu gehören beispielsweise außenliegender Sonnenschutz, geeignete Fensterflächen und moderne Lüftungssysteme.
Nach Angaben des Kreises hat der heiße Sommer 2026 allerdings gezeigt, dass diese Maßnahmen bei länger anhaltenden Hitzeperioden an ihre Grenzen kommen können. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn sich Gebäude über mehrere Tage aufheizen und auch nachts nicht mehr ausreichend abkühlen.
Kommen jetzt Klimaanlagen in die Schulen?
Zumindest sind sie nicht mehr grundsätzlich vom Tisch.
Noch im Juli erklärte der Kreis, dass angesichts der hohen Sommertemperaturen geprüft werde, ob Klimaanlagen machbar und finanzierbar wären. Über eine mögliche Umsetzung müssten anschließend auch die politischen Gremien entscheiden.
Inzwischen geht die Prüfung noch einen Schritt weiter.
Der Kreis möchte untersuchen, wie der bisherige passive Hitzeschutz sinnvoll durch aktive Kühlung ergänzt werden kann. Dabei sollen verschiedene technische Möglichkeiten betrachtet werden.
Klassische Klimaanlagen sind also nur eine davon.
Diese Kühllösungen werden geprüft
Die Frage lautet nicht einfach „Klimaanlage – ja oder nein?“.
Stattdessen kommen unterschiedliche Systeme infrage.
| Möglichkeit | Was dahintersteckt |
| Klassische Klimaanlage | aktive Kühlung einzelner Räume oder Gebäudebereiche |
| Zentrale Klimatisierung | Kühlung über eine zentrale technische Anlage |
| Fußbodenheizung zur Kühlung | vorhandene Leitungen könnten im Sommer mit kühlem Wasser betrieben werden |
| Gebäudekühlung | weitere technische Systeme sollen auf ihre Eignung geprüft werden |
| Verdunstungskühlung | Wasserverdunstung kann zur Absenkung der Temperatur genutzt werden |
| Passive Maßnahmen | Verschattung, Sonnenschutz und Lüftung bleiben Bestandteil des Konzepts |
Welche Technik tatsächlich zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest.
Fachleute des Kreises sollen nun untersuchen, welche Lösung sich für welches Gebäude eignet und wo mit vertretbarem Aufwand die größte Wirkung erzielt werden kann.
Fußbodenheizung könnte im Sommer zur Kühlung dienen
Besonders interessant ist dabei eine Technik, die zunächst widersprüchlich klingt.
Ausgerechnet die Fußbodenheizung könnte bei einigen Gebäuden künftig im Sommer für angenehmere Temperaturen sorgen.
Der Kreis will prüfen, ob vorhandene Leitungssysteme in Gebäuden mit Fußbodenheizung während warmer Monate mit kühlem beziehungsweise gekühltem Wasser betrieben werden können.
Damit könnten vorhandene Bauteile doppelt genutzt werden: im Winter zum Heizen und im Sommer zur Kühlung.
Ob das an einem bestimmten Schulstandort technisch möglich und sinnvoll ist, muss allerdings jeweils geprüft werden.
Nicht jede Schule braucht dieselbe Lösung
Genau darin liegt eine der Herausforderungen.
Die 75 Schulen in Trägerschaft des Kreises unterscheiden sich erheblich.
Es gibt Neubauten, sanierte Gebäude und ältere Schulhäuser. Einige Gebäude stehen teilweise unter Denkmalschutz. Hinzu kommen unterschiedliche Bauweisen, Fensterflächen und technische Anlagen.
Eine einheitliche Lösung für alle Schulen wäre deshalb kaum sinnvoll.
Der Kreis will stattdessen zunächst ermitteln, wo die Hitzebelastung besonders hoch ist.
Zusätzlich soll berücksichtigt werden, an welchen Gebäuden ohnehin Sanierungen anstehen und wo Maßnahmen vergleichsweise schnell eine Verbesserung bringen könnten.
Ein Prioritätenkonzept soll festlegen, welche Schulen zuerst drankommen
Für Eltern, Schüler und Lehrkräfte dürfte vor allem diese Frage interessant sein:
Welche Schule bekommt zuerst zusätzlichen Hitzeschutz?
Darauf gibt es derzeit noch keine konkrete Antwort.
Der Kreis möchte zunächst ein Prioritätenkonzept entwickeln. Daraus soll anschließend ein mehrjähriger Investitionsplan entstehen.
Dabei sollen unter anderem drei Faktoren eine Rolle spielen:
- tatsächliche Hitzebelastung des Gebäudes
- ohnehin anstehende Sanierungsmaßnahmen
- erwartete Wirkung möglicher Verbesserungen
Damit ist auch klar: Eine sofortige Klimatisierung sämtlicher Schulen ist nicht vorgesehen.
75 Schulen lassen sich nicht innerhalb eines Sommers klimatisieren
Der Kreis selbst macht deutlich, dass eine vollständige Umstellung kurzfristig nicht realistisch wäre.
Als Schulträger für 75 Schulen könne man nicht sämtliche Standorte innerhalb eines Sommers klimatisieren. Neben den Investitionskosten müssten außerdem die laufenden Energiekosten berücksichtigt werden.
Damit unterscheidet sich eine aktive Kühlung beispielsweise von einer einmal installierten Verschattung.
Eine Klimaanlage muss dauerhaft betrieben, gewartet und mit Energie versorgt werden.
Gerade bei Dutzenden großen Schulgebäuden können daraus erhebliche laufende Kosten entstehen.
Neue Schulen sollen auf Klimatisierung vorbereitet werden
Bei zukünftigen Bauprojekten gibt es dagegen bereits eine konkrete Änderung.
Für Schulbauten, die derzeit geplant werden, soll ab sofort geprüft werden, wie eine spätere beziehungsweise unmittelbare Klimatisierung technisch berücksichtigt werden kann.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass jeder Neubau vollständig klimatisiert wird.
Die technischen Voraussetzungen sollen aber bereits in der Planung berücksichtigt werden.
Das kann später einen erheblichen Unterschied machen. Eine Kühltechnik nachträglich in ein bestehendes Gebäude einzubauen, ist häufig aufwendiger als entsprechende Leitungen, Flächen oder technische Räume bereits beim Neubau vorzusehen.
Was wurde bisher gegen Hitze in Klassenzimmern getan?
Ganz neu ist der Hitzeschutz an den Bergsträßer Schulen nicht.
Der Kreis setzt bereits seit Jahren auf verschiedene Maßnahmen.
Dazu zählen insbesondere:
Außenliegender Sonnenschutz: Er verhindert, dass ein Teil der Sonnenstrahlung überhaupt erst durch die Fenster in den Raum gelangt.
Verschattung: Sonnensegel, Marktschirme und Bäume schaffen kühlere Bereiche auf Schulhöfen.
Lüftungsanlagen: Moderne Systeme können unter anderem genutzt werden, um Gebäude nachts mit kühler Außenluft herunterzukühlen.
Dämmung: Gut gedämmte Gebäude sollen nicht nur im Winter Wärme halten, sondern sich im Sommer langsamer aufheizen.
Begrünung: Bäume und begrünte Flächen können das Mikroklima auf Schulgeländen verbessern.
Diese Maßnahmen sollen auch künftig nicht verschwinden.
Sechs Schulen haben bereits zusätzlichen Sonnenschutz erhalten
Gerade bei bestehenden Gebäuden wurde in den vergangenen Jahren nachgerüstet.
Nach Angaben des Kreises erhielten bereits sechs Schulen entsprechenden Sonnenschutz, teilweise verbunden mit neuen Fenstern.
Dazu gehören:
| Schule | Ort |
| Goetheschule | Viernheim |
| Schillerschule | Lampertheim |
| Schillerschule | Viernheim |
| Hemsbergschule | Bensheim |
| Kirchbergschule | Bensheim |
| Schloßbergschule | Auerbach |
Dabei können gerade ältere oder denkmalgeschützte Gebäude besondere Anforderungen stellen.
Ein außenliegender Sonnenschutz lässt sich dort nicht immer genauso unkompliziert montieren wie an einem modernen Neubau.
Warum außenliegender Sonnenschutz so wichtig ist
Ob eine Verschattung innen oder außen angebracht wird, macht einen Unterschied.
Trifft die Sonnenstrahlung durch die Fensterscheibe in einen Raum, ist ein Teil der Wärme bereits im Gebäude.
Außenliegende Jalousien oder andere Verschattungselemente reduzieren dagegen die direkte Sonneneinstrahlung, bevor sie durch die Fenster gelangt.
Deshalb gehört außenliegender Sonnenschutz bei Neubauten des Kreises inzwischen zum Standard.
Bei älteren Schulen wird entsprechend nachgerüstet, soweit dies technisch möglich ist.
Auch Schulhöfe spielen beim Hitzeschutz eine Rolle
Hitze endet nicht an der Tür des Klassenzimmers.
Auf großen versiegelten Schulhöfen können sich Oberflächen an sonnigen Tagen stark erwärmen.
Der Kreis setzt deshalb auch außerhalb der Gebäude auf Verschattung und Begrünung.
Bestehende Bäume sollen möglichst erhalten werden. Zusätzlich kommen Sonnensegel und Marktschirme zum Einsatz.
Bei Neubauten und Sanierungen spielen zudem entsiegelte beziehungsweise begrünte Flächen eine Rolle.
Ein Beispiel ist der neu gestaltete Schulhof der Grundschule in den Kappesgärten in Bensheim, auf den der Kreis im Zusammenhang mit seinem aktuellen Hitzeschutzkonzept verweist.
Warum Bäume mehr leisten als nur Schatten
Ein Baum schützt nicht nur vor direkter Sonneneinstrahlung.
Über seine Blätter gibt er Wasser an die Umgebung ab. Diese Verdunstung kann zusätzlich zur Abkühlung beitragen.
Gleichzeitig erwärmt sich eine begrünte Fläche meist weniger stark als Asphalt oder dunkle Pflasterflächen.
Deshalb gehören Begrünung, Verschattung und Entsiegelung zu den Möglichkeiten, Schulhöfe besser an heiße Sommer anzupassen.
Solche Maßnahmen ersetzen zwar keine Gebäudekühlung, können aber das unmittelbare Umfeld angenehmer machen.
Nachtauskühlung funktioniert nicht bei jeder Hitzewelle gleich gut
Moderne Lüftungsanlagen können einen weiteren Vorteil bieten.
Wenn es nachts draußen deutlich kühler wird, lässt sich diese Luft nutzen, um ein aufgeheiztes Gebäude herunterzukühlen.
Genau darauf sind Lüftungssysteme bei Neubauten und größeren Sanierungen des Kreises teilweise ausgelegt.
Das Problem entsteht bei länger anhaltenden Hitzewellen.
Bleiben auch die Nächte sehr warm, fällt der Temperaturunterschied geringer aus. Das Gebäude kann dann nicht ausreichend auskühlen.
Genau solche Situationen nennt der Kreis als einen Grund dafür, nun zusätzliche aktive Kühlmöglichkeiten zu untersuchen.
Photovoltaik könnte einen Teil des Stroms liefern
Klimaanlagen haben einen offensichtlichen Nachteil: Sie benötigen Strom.
An den Schulen des Kreises gibt es allerdings zunehmend Photovoltaikanlagen.
Nach Angaben des Kreises wurden bereits mehrere Millionen Euro in Photovoltaik auf Schulen und anderen Kreisgebäuden investiert.
Das ist für die Kühlung besonders interessant.
Denn gerade an heißen und sonnigen Tagen, wenn eine Klimatisierung viel Energie benötigt, produzieren Solaranlagen gleichzeitig besonders viel Strom.
Der Kreis sieht darin eine Möglichkeit, zumindest einen Teil des zusätzlichen Energiebedarfs selbst zu erzeugen.
Für eine flächendeckende Kühlung sämtlicher Gebäude reicht der erzeugte Solarstrom nach Angaben des Kreises allerdings nicht aus.
Klimaschutz und Kühlung müssen zusammenpassen
Damit steht der Kreis vor einem Zielkonflikt.
Einerseits sollen Schulgebäude möglichst wenig Energie verbrauchen.
Andererseits kann es bei längeren Hitzeperioden notwendig werden, zusätzliche Energie aufzuwenden, um Räume überhaupt auf einer angenehmen Temperatur zu halten.
Deshalb soll passive Kühlung weiterhin die Grundlage bilden.
Sonnenschutz, Dämmung, Begrünung und Lüftung sollen verhindern, dass möglichst viel Wärme überhaupt erst ins Gebäude gelangt.
Aktive Kühlung käme ergänzend hinzu, wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen.
Warum Hitze im Klassenzimmer zum Problem wird
Ein heißer Klassenraum ist nicht lediglich unangenehm.
Hohe Temperaturen können Konzentration und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Besonders belastend werden längere Hitzeperioden, wenn Räume über mehrere Tage nicht mehr ausreichend auskühlen.
Schüler verbringen einen erheblichen Teil des Tages in den Gebäuden.
Gleichzeitig gehören Kinder zu den Gruppen, die bei starker Hitze besondere Aufmerksamkeit benötigen. Auch das Hitzeportal des Kreises führt Kinder unter den besonders vulnerablen Personengruppen auf.
Hitzeschutz an Schulen ist deshalb sowohl ein Gebäudethema als auch eine Frage des Gesundheitsschutzes.
Was können Schulen kurzfristig bei Hitze tun?
Bauliche Veränderungen benötigen Zeit.
Bis neue Kühlkonzepte umgesetzt werden, bleiben deshalb auch organisatorische und einfache technische Maßnahmen wichtig.
Dazu gehört insbesondere, Räume dann zu lüften, wenn die Außenluft tatsächlich kühler ist.
Der Kreis empfiehlt bei Hitze generell gründliches Lüften in den frühen Morgen-, Abend- und Nachtstunden. Tagsüber sollten Fenster und Verschattungen möglichst geschlossen bleiben, wenn dadurch zusätzliche Wärme draußen gehalten werden kann.
Ausreichendes Trinken und das Vermeiden unnötiger körperlicher Belastung spielen ebenfalls eine Rolle.
Gibt es im Kreis Bergstraße eigentlich „Hitzefrei“?
„Hitzefrei“ ist in Hessen nicht einfach an eine einzelne Außentemperatur gekoppelt.
Wie Schulen auf außergewöhnlich hohe Temperaturen reagieren, hängt von den schulrechtlichen Vorgaben und der konkreten Situation ab.
Der Kreis Bergstraße ist als Schulträger vor allem für die Gebäude zuständig. Pädagogische und schulorganisatorische Entscheidungen fallen dagegen in andere Zuständigkeitsbereiche.
Deshalb sollte die Diskussion über Gebäudekühlung nicht mit der Frage verwechselt werden, ob Unterricht an besonders heißen Tagen früher endet.
Das langfristige Ziel ist vielmehr, Schulgebäude so anzupassen, dass Lernen auch während zunehmender Hitzeperioden möglich bleibt.
Der nächste Schritt ist ein Investitionsplan
Noch steht nicht fest, welche Schule wann welche Kühltechnik erhält.
Zunächst sollen Fachleute die verschiedenen Standorte und technischen Möglichkeiten untersuchen.
Anschließend möchte der Kreis ein Prioritätenkonzept und einen mehrjährigen Investitionsplan aufstellen.
Damit dürfte die entscheidende Phase erst noch beginnen.
Dann wird sich zeigen, welche Schulen besonders stark von Hitze betroffen sind, welche Gebäude sich technisch für aktive Kühlsysteme eignen und welche Investitionen tatsächlich vorgesehen werden.
Neue Schulgebäude werden anders geplant als früher
Unabhängig von diesen Einzelentscheidungen zeichnet sich bereits eine grundsätzliche Veränderung ab.
Bei aktuellen und zukünftigen Schulprojekten spielen Klimaanpassung und sommerlicher Wärmeschutz zunehmend eine größere Rolle.
Der Kreis nennt unter anderem hochgedämmte Fassaden, Dächer und Fenster, außenliegenden Sonnenschutz, Gründächer, Verschattung von Freiflächen sowie Lüftungsanlagen zur Nachtauskühlung als Bestandteile seines Schulbaus.
Für derzeit geplante Projekte kommt nun die Prüfung einer technischen Klimatisierung hinzu.
Damit werden Schulen zunehmend nicht nur für kalte Winter, sondern ausdrücklich auch für heiße Sommer geplant.
Mehr als 100 Millionen Euro fließen 2026 in Schulgebäude
Der Hitzeschutz fällt in eine Phase umfangreicher Investitionen in die Schullandschaft.
Für 2026 hatte der Kreis Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro in moderne Lernorte angekündigt. Mehrere große Bau- und Sanierungsprojekte sollen im Laufe des Jahres fertiggestellt werden.
Bei Neubauten setzt der Kreis unter anderem auf Photovoltaik, begrünte Dächer, moderne Lüftungssysteme und natürliche Verschattung.
Damit kann Hitzeschutz künftig stärker mit ohnehin anstehenden Schulbaumaßnahmen verbunden werden.
Das ist insbesondere dort interessant, wo Gebäude ohnehin grundlegend saniert oder neu errichtet werden.
Was bedeutet die neue Strategie für Eltern und Schüler?
Kurzfristig bedeutet sie zunächst noch keine Klimaanlage im Klassenzimmer.
Der Kreis hat eine Prüfung und strategische Neuausrichtung angekündigt – keinen flächendeckenden Einbau.
Für die kommenden Jahre könnte sich trotzdem einiges verändern.
Bei Neubauten wird die technische Möglichkeit einer Klimatisierung künftig von Anfang an mitgedacht. Bestehende Schulen sollen nach ihrer tatsächlichen Hitzebelastung bewertet werden. Anschließend sollen geeignete Maßnahmen priorisiert werden.
Damit wird aus einem Problem einzelner besonders heißer Tage zunehmend ein langfristiges Thema der Schulplanung.
Hitzeschutz an Schulen im Kreis Bergstraße: Das ist jetzt geplant
Nach dem heißen Sommer 2026 will der Kreis Bergstraße seine bisherige Strategie erweitern.
Passive Maßnahmen wie Sonnenschutz, Verschattung, Dämmung und Nachtauskühlung bleiben bestehen. Gleichzeitig sollen künftig auch aktive Kühlsysteme eine größere Rolle spielen können.
Ob klassische Klimaanlage, Kühlung über vorhandene Fußbodenleitungen oder eine andere technische Lösung zum Einsatz kommt, soll für jeden Schulstandort individuell untersucht werden.
Der nächste entscheidende Schritt ist deshalb das angekündigte Prioritätenkonzept.
Erst damit wird klar werden, welche der 75 Schulen zuerst zusätzliche Kühlmaßnahmen erhalten könnten und wie hoch die dafür notwendigen Investitionen ausfallen.
