Südhessen. Morgens ist es plötzlich wieder dunkel, beim Abendessen steht die Sonne schon tief und der Spaziergang nach Feierabend wird merklich kürzer: Ende August beginnt eine Veränderung, die im September kaum noch zu übersehen ist.
Quelle: Bild von UnsplashUnd der Eindruck täuscht nicht. In Darmstadt liegen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang am 1. September noch knapp 13 Stunden und 29 Minuten. Am 30. September sind es nur noch rund 11 Stunden und 43 Minuten. Innerhalb eines einzigen Monats verliert Südhessen damit mehr als eine Stunde und 46 Minuten Tageslicht.
Doch warum werden die Tage im September kürzer, und weshalb geht es ausgerechnet jetzt so schnell?
Tage im September kürzer: So schnell geht es 2026
Ein Blick auf die Sonnenzeiten für Darmstadt zeigt, wie deutlich die Veränderung tatsächlich ist.
Am 1. September geht die Sonne gegen 6.40 Uhr auf und um 20.09 Uhr unter.
Schon zwei Wochen später, am 15. September, erfolgt der Sonnenaufgang erst gegen 7.01 Uhr. Sonnenuntergang ist bereits gegen 19.39 Uhr.
Am 30. September geht die Sonne schließlich gegen 7.23 Uhr auf und bereits um 19.06 Uhr wieder unter.
| Datum | Sonnenaufgang | Sonnenuntergang | Tageslänge |
| 1. September | 6.40 Uhr | 20.09 Uhr | 13 Std. 29 Min. |
| 15. September | 7.01 Uhr | 19.39 Uhr | 12 Std. 38 Min. |
| 23. September | 7.13 Uhr | 19.21 Uhr | 12 Std. 8 Min. |
| 25. September | 7.16 Uhr | 19.17 Uhr | 12 Std. 1 Min. |
| 30. September | 7.23 Uhr | 19.06 Uhr | 11 Std. 43 Min. |
Die Unterschiede von wenigen Minuten pro Tag wirken zunächst gering. Über mehrere Wochen summieren sie sich jedoch erheblich.
Fast 106 Minuten Tageslicht verschwinden im September
Besonders eindrucksvoll wird die Veränderung, wenn man Anfang und Ende des Monats direkt miteinander vergleicht.
Am 1. September beträgt die Tageslänge in Darmstadt 13 Stunden, 28 Minuten und 53 Sekunden.
Am 30. September sind es noch 11 Stunden, 42 Minuten und 34 Sekunden.
Der Unterschied beträgt:
1 Stunde, 46 Minuten und 19 Sekunden.
Oder anders ausgedrückt: Südhessen verliert innerhalb des Septembers rund 106 Minuten Tageslicht.
Das entspricht im Durchschnitt mehr als dreieinhalb Minuten pro Tag.
Warum geht es gerade im September so schnell?
Der Grund liegt in der Neigung der Erdachse.
Die Erdachse steht nicht senkrecht zur Umlaufbahn unseres Planeten um die Sonne, sondern ist um rund 23,5 Grad geneigt.
Diese Neigung verursacht die Jahreszeiten.
Im Sommer ist die Nordhalbkugel stärker zur Sonne geneigt. Die Sonne zieht dadurch eine lange und hohe Bahn über unseren Himmel. Sie geht früh auf und spät unter.
Nach der Sommersonnenwende verändert sich diese Situation zunehmend.
Die Nordhalbkugel neigt sich im Verlauf der Erdumlaufbahn immer stärker von der Sonne weg. Die tägliche Sonnenbahn wird kürzer und flacher.
Im September befinden wir uns dabei in einer Phase, in der sich die Tageslänge besonders schnell verändert.
Jeden Tag gehen rund dreieinhalb Minuten verloren
Wie gleichmäßig die Veränderung im September abläuft, zeigen die astronomischen Daten.
Anfang September verkürzt sich der Tag in Darmstadt um ungefähr 3 Minuten und 35 Sekunden pro Tag.
Zur Monatsmitte sind es bereits ungefähr 3 Minuten und 40 Sekunden.
Rund um den Herbstanfang beträgt der tägliche Verlust etwa 3 Minuten und 41 Sekunden.
Das bedeutet:
Wer eine Woche lang nicht bewusst auf Sonnenaufgang und Sonnenuntergang achtet, hat anschließend bereits rund 25 Minuten weniger Tageslicht.
Genau deshalb wirkt der Übergang vom Spätsommer zum Herbst häufig so abrupt.
Abends fällt die Veränderung besonders auf
Dass wir die kürzeren Tage so deutlich wahrnehmen, hängt auch mit unserem Alltag zusammen.
Am 1. September geht die Sonne in Darmstadt noch gegen 20.09 Uhr unter.
Am 15. September ist bereits gegen 19.39 Uhr Sonnenuntergang.
Am 30. September verschwindet die Sonne schließlich gegen 19.06 Uhr unter dem Horizont.
Innerhalb des Monats rückt der Sonnenuntergang damit um mehr als eine Stunde nach vorne.
Gerade Menschen, die gegen 17 oder 18 Uhr Feierabend haben, bemerken diesen Unterschied schnell.
Anfang September bleiben nach der Arbeit noch mehrere Stunden Tageslicht. Ende September beginnt der Abend erheblich früher.
Auch morgens wird es deutlich später hell
Die andere Hälfte des verlorenen Tageslichts verschwindet am Morgen.
Am 1. September geht die Sonne in Darmstadt gegen 6.40 Uhr auf.
Am 30. September ist es erst gegen 7.23 Uhr so weit.
Der Sonnenaufgang verschiebt sich damit innerhalb eines Monats um rund 43 Minuten.
Für Berufspendler und Schulkinder wird diese Veränderung besonders deutlich.
Während Anfang September viele bereits bei Tageslicht unterwegs sind, kann der Weg zur Arbeit oder Schule gegen Monatsende wieder in die Dämmerung fallen.
Wann ist Herbstanfang 2026?
Auch astronomisch markiert der September einen wichtigen Wendepunkt.
Der astronomische Herbst beginnt 2026 am 23. September. Die Tagundnachtgleiche findet in Darmstadt um 2.05 Uhr statt.
Zu diesem Zeitpunkt überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator.
Von da an sind auf der Nordhalbkugel die Nächte länger als die Tage – zumindest wenn man die astronomische Geometrie betrachtet.
Doch hier gibt es eine Besonderheit.
Denn am 23. September sind Tag und Nacht in Südhessen tatsächlich noch nicht exakt gleich lang.
Sind Tag und Nacht am 23. September wirklich gleich lang?
Der Begriff „Tagundnachtgleiche“ legt genau das nahe.
Ein Blick auf die tatsächlichen Sonnenzeiten zeigt jedoch etwas anderes.
Am 23. September geht die Sonne in Darmstadt gegen 7.13 Uhr auf und gegen 19.21 Uhr unter.
Damit beträgt die Tageslänge noch ungefähr:
12 Stunden und 8 Minuten.
Der Tag ist also noch einige Minuten länger als zwölf Stunden.
Erst am 25. September liegt die Tageslänge mit rund 12 Stunden und einer Minute praktisch bei zwölf Stunden. Am 26. September ist der Tag mit etwa 11 Stunden und 57 Minuten bereits kürzer.
Warum ist der Tag am Herbstanfang länger als zwölf Stunden?
Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.
Einer davon ist die Art, wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang definiert werden.
Sonnenaufgang ist bereits dann, wenn der obere Rand der Sonne am Horizont erscheint. Sonnenuntergang ist erst dann, wenn der obere Sonnenrand wieder vollständig verschwindet.
Dadurch wird ein Teil des Sonnendurchmessers zur Tageslänge hinzugerechnet.
Noch wichtiger ist ein Effekt unserer Atmosphäre: die atmosphärische Refraktion.
Die Atmosphäre lässt uns die Sonne länger sehen
Licht bewegt sich durch die Erdatmosphäre nicht vollkommen geradlinig.
Nahe am Horizont wird das Sonnenlicht gebrochen. Dadurch erscheint die Sonne etwas höher am Himmel, als sie geometrisch tatsächlich steht.
Wir können die Sonne morgens also bereits sehen, obwohl sie geometrisch noch unter dem Horizont liegt.
Abends passiert das Gegenteil: Die Sonne bleibt für uns noch einen Moment sichtbar, obwohl sie geometrisch bereits untergegangen ist.
Dieser Effekt verlängert den wahrgenommenen Tag um einige Minuten.
Deshalb sind Tag und Nacht am Tag der astronomischen Tagundnachtgleiche nicht exakt jeweils zwölf Stunden lang.
Warum verlieren wir im Juni nicht genauso schnell Tageslicht?
Nach der Sommersonnenwende im Juni werden die Tage ebenfalls kürzer.
Zunächst passiert das aber sehr langsam.
In der Nähe einer Sonnenwende verändert sich die Sonnenbahn von einem Tag zum nächsten vergleichsweise wenig.
Je näher wir der Tagundnachtgleiche kommen, desto schneller verändert sich dagegen die Position der Sonne.
Deshalb nimmt die Tageslänge im August bereits deutlich ab – und im September wird der Unterschied besonders auffällig.
Das Gegenteil passiert übrigens im Frühjahr.
Rund um März gewinnen wir besonders schnell Tageslicht hinzu.
Schon im August ging viel Tageslicht verloren
Der Effekt beginnt nicht erst am 1. September.
Am 1. August 2026 dauerte der Tag in Darmstadt noch ungefähr 15 Stunden und 12 Minuten. Die Sonne ging gegen 5.55 Uhr auf und erst gegen 21.07 Uhr unter.
Am 31. August waren davon nur noch rund 13 Stunden und 32 Minuten übrig.
Damit verlor Südhessen bereits im August ungefähr 100 Minuten Tageslicht.
September setzt diese Entwicklung noch etwas stärker fort.
Vom 1. August bis zum 30. September schrumpft die Tageslänge somit insgesamt um rund dreieinhalb Stunden.
Anfang September ist es noch bis nach 20 Uhr hell
Ein psychologisch wichtiger Zeitpunkt fällt gleich an den Monatsanfang.
Am 1. September erfolgt der Sonnenuntergang in Darmstadt noch gegen 20.09 Uhr.
Bereits am 5. September liegt er ungefähr bei 20 Uhr. Danach verschwindet die Sonne für den Rest des Jahres vor 20 Uhr.
Damit endet Anfang September eine Phase, die viele mit dem Sommer verbinden: Sonnenuntergänge nach 20 Uhr.
Bis diese Marke im kommenden Frühjahr wieder erreicht wird, vergehen mehrere Monate.
Mitte September geht die Sonne schon vor 19.40 Uhr unter
Nur zehn Tage später ist der Unterschied bereits erheblich.
Am 15. September geht die Sonne in Darmstadt gegen 19.39 Uhr unter.
Gegenüber dem Monatsanfang sind damit abends bereits rund 30 Minuten Tageslicht verschwunden.
Gleichzeitig erfolgt der Sonnenaufgang erst kurz nach 7 Uhr.
Mitte September ist deshalb ein Punkt erreicht, an dem sich der Herbst auch unabhängig von Temperaturen oder Laubfärbung im Alltag deutlich bemerkbar macht.
Ende September wird es schon gegen 19 Uhr dunkel
Am 30. September steht der Sonnenuntergang in Darmstadt gegen 19.06 Uhr an.
Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit.
Auch nachdem die Sonne unter dem Horizont verschwunden ist, bleibt es zunächst hell.
Am 30. September endet die sogenannte bürgerliche Abenddämmerung in Darmstadt beispielsweise erst gegen 19.38 Uhr.
Wer einen Spaziergang plant, hat deshalb auch nach Sonnenuntergang noch etwas natürliches Licht.
Ist es überall in Südhessen zur gleichen Zeit dunkel?
Nicht exakt.
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang hängen vom Standort ab. Bereits zwischen Darmstadt, Viernheim, Bensheim, Lampertheim und dem Odenwald gibt es kleinere Unterschiede.
Für einen allgemeinen Überblick über Südhessen eignen sich die Darmstädter Werte trotzdem gut als Orientierung.
Hinzu kommt ein lokaler Effekt, den reine astronomische Tabellen nicht vollständig abbilden.
Berge, Hügel, Wälder und Gebäude können die Sonne aus Sicht eines Beobachters früher verdecken.
Gerade im Odenwald oder unmittelbar an der Bergstraße kann sich der gefühlte Sonnenuntergang deshalb von einem Standort im flachen Hessischen Ried unterscheiden.
An der Bergstraße kann die Sonne gefühlt früher verschwinden
Wer beispielsweise östlich eines Höhenzuges steht und nach Westen blickt, sieht die Sonne unter Umständen bereits hinter einem Berg verschwinden, obwohl der astronomische Sonnenuntergang noch nicht erreicht ist.
Im Hessischen Ried ist der Horizont vielerorts wesentlich flacher.
Deshalb können zwei Menschen, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt wohnen, den Abend durchaus unterschiedlich wahrnehmen.
An der grundsätzlichen Tageslänge ändert das natürlich nichts.
Die Sonne wird lediglich früher durch ein Hindernis am Horizont verdeckt.
Die Sonne geht im September immer weiter südlich unter
Nicht nur die Uhrzeit verändert sich.
Auch der Punkt am Horizont, an dem die Sonne verschwindet, wandert deutlich.
Am 1. September geht die Sonne in Darmstadt noch bei ungefähr 284 Grad unter – also deutlich nördlich von exakt Westen.
Am 24. September liegt der Sonnenuntergang ungefähr bei 270 Grad, also nahezu genau im Westen.
Am 30. September sind es etwa 266 Grad. Die Sonne geht dann bereits etwas südlich von Westen unter.
Auch diese Veränderung ist eine Folge der geneigten Erdachse und der Bewegung der Erde um die Sonne.
Am Herbstanfang geht die Sonne fast genau im Westen unter
Die Tagundnachtgleiche hat noch eine weitere interessante Eigenschaft.
Rund um diesen Zeitpunkt geht die Sonne nahezu genau im Osten auf und im Westen unter.
Für Darmstadt zeigen die Werte am 23. September einen Sonnenaufgang bei rund 89 Grad und einen Sonnenuntergang bei ungefähr 271 Grad.
Nur einen Tag später liegen die Werte praktisch exakt bei 90 beziehungsweise 270 Grad.
Wer einen freien Horizont hat, kann diese Verschiebung sogar selbst über mehrere Wochen beobachten.
Wann werden die Tage wieder länger?
Wer den Verlust an Tageslicht nicht besonders mag, muss sich noch einige Monate gedulden.
Die Tage werden bis zur Wintersonnenwende im Dezember weiter kürzer.
Dann erreicht die Nordhalbkugel den kürzesten Tag des Jahres.
Anschließend kehrt sich die Entwicklung um.
Zunächst ist der Unterschied von Tag zu Tag kaum wahrnehmbar. Im Januar und Februar wird der zunehmende Tageslichtgewinn dann immer deutlicher.
Richtig schnell geht es wieder in Richtung März – rund um die Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Warum sich der September so stark nach Herbst anfühlt
Temperaturen können täuschen.
Auch im September sind in Südhessen noch sommerlich warme Tage möglich. Trotzdem verändert sich die Lichtmenge unabhängig vom Wetter zuverlässig.
Genau deshalb wirkt der September häufig wie ein schneller Übergangsmonat.
Anfang des Monats ist es nach 20 Uhr noch hell.
Zur Monatsmitte geht die Sonne bereits vor 19.40 Uhr unter.
Am Monatsende steht der Sonnenuntergang kurz nach 19 Uhr an.
Innerhalb von nur vier Wochen verändert sich dadurch ein großer Teil unseres Tagesablaufs.
Der größte Unterschied zeigt sich innerhalb weniger Wochen
Die Zahlen zeigen, dass das Gefühl der plötzlich kürzeren Tage keineswegs Einbildung ist.
Am 1. September 2026 hat Darmstadt noch 13 Stunden und knapp 29 Minuten Tageslicht. Am 30. September sind es nur noch 11 Stunden und knapp 43 Minuten.
Das sind mehr als 106 Minuten Unterschied.
Rund um den astronomischen Herbstanfang schrumpft der Tag dabei um etwa 3 Minuten und 41 Sekunden innerhalb von 24 Stunden.
Eine Woche macht zu dieser Jahreszeit also bereits rund 26 Minuten aus.
Tage im September kürzer: Das steckt dahinter
Dass die Tage im September kürzer werden, ist eine direkte Folge der geneigten Erdachse und unseres Weges von der Sommer- zur Wintersonnenwende.
Besonders schnell verändert sich die Tageslänge rund um die Tagundnachtgleichen im Frühjahr und Herbst.
Für Südhessen ist der Effekt im September 2026 deutlich messbar: Mehr als eine Stunde und 46 Minuten Tageslicht gehen innerhalb des Monats verloren.
Wer morgens früher das Licht einschalten muss oder abends plötzlich merkt, dass der Spaziergang in der Dämmerung endet, täuscht sich also nicht.
Der September ist tatsächlich einer der Monate, in denen sich unsere Tageslänge besonders schnell verändert.
