Zotzenbach. An der Waldhufenschule wird es ab September sichtbar: Die Grundschule soll deutlich größer werden. Zum 1. September 2026 wird zunächst der unmittelbar an der Schule gelegene Spielplatz dauerhaft geschlossen. Die Fläche wird benötigt, um das Baufeld für die geplante Erweiterung einzurichten.
Quelle: Bild von UnsplashHinter den Bauarbeiten steckt ein größeres Schulprojekt des Kreises Bergstraße. Rund 7,5 Millionen Euro sollen investiert werden. Vorgesehen sind vier zusätzliche Klassenräume, Differenzierungsräume, eine Bibliothek, neue Räume für Betreuung und Personal sowie eine Mensa.
Der Ausbau reagiert vor allem auf die Entwicklung der Schülerzahlen. Rund 101 Kinder besuchen derzeit die Waldhufenschule. Der Kreis geht davon aus, dass der Platzbedarf weiter steigt.
Ab 1. September wird der Spielplatz geschlossen
Die erste konkrete Veränderung betrifft nicht das Schulgebäude selbst, sondern den angrenzenden Spielplatz.
Dieser wird ab dem 1. September dauerhaft geschlossen.
Die Fläche liegt unmittelbar neben dem bestehenden Schulgelände und wird für die Erweiterung benötigt.
Nach Angaben des Kreises bietet das Grundstück aufgrund seiner direkten Anbindung die notwendigen Voraussetzungen, um das Bauvorhaben sicher und effizient umzusetzen.
Damit beginnt zunächst die Vorbereitung der eigentlichen Baustelle.
Warum wird die Waldhufenschule erweitert?
Der wichtigste Grund sind steigende Schülerzahlen.
Die Waldhufenschule ist eine Grundschule im Rimbacher Ortsteil Zotzenbach. Aktuell werden dort rund 101 Kinder unterrichtet.
Die vorhandenen Räume reichen langfristig nicht aus, um die erwartete Entwicklung abzudecken.
Schon in der Schulentwicklungsplanung des Kreises wurde deshalb eine Erweiterung vorgesehen.
Die Schule soll perspektivisch zweizügig betrieben werden können.
Das bedeutet vereinfacht, dass pro Jahrgang zwei Klassen parallel unterrichtet werden können.
Vier neue Klassenräume entstehen
Kernstück der Erweiterung sind vier zusätzliche Klassenräume.
Damit erhält die Schule deutlich mehr reguläre Unterrichtsfläche.
Der zusätzliche Platz ist insbesondere deshalb wichtig, weil steigende Schülerzahlen nicht dauerhaft mit Übergangslösungen aufgefangen werden sollen.
Neue Klassenräume allein reichen für eine moderne Grundschule allerdings nicht aus.
Deshalb umfasst das Projekt weitere Funktionsbereiche.
Auch Differenzierungsräume sind geplant
Neben den vier Klassenräumen entstehen zusätzliche Differenzierungsräume.
Diese Räume ermöglichen es, kleinere Gruppen zeitweise getrennt von einer Klasse zu unterrichten.
Das kann beispielsweise bei Förderangeboten, Gruppenarbeiten oder unterschiedlichen Lernaufgaben hilfreich sein.
Moderne Schulgebäude werden deshalb zunehmend nicht mehr ausschließlich als Aneinanderreihung klassischer Klassenzimmer geplant.
Unterricht findet häufiger in unterschiedlichen Gruppengrößen statt.
Die neuen Räume sollen der Waldhufenschule dafür mehr Möglichkeiten bieten.
Waldhufenschule bekommt eine Bibliothek
Zum Neubau gehört außerdem eine Bibliothek.
Damit erhält die Schule einen eigenen Bereich, der stärker auf Lesen, Recherche und selbstständiges Lernen ausgerichtet werden kann.
Gerade an Grundschulen spielt Leseförderung eine wichtige Rolle.
Eine Schulbibliothek kann dafür einen festen Ort schaffen.
Wie die Bibliothek später konkret genutzt und ausgestattet wird, dürfte sich im weiteren Verlauf des Projekts zeigen.
Fest steht bereits, dass sie Bestandteil des neuen Raumkonzepts ist.
Neue Räume für die Betreuung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Betreuung.
Auch dafür sollen zusätzliche Flächen geschaffen werden.
Das hängt mit der zunehmenden Bedeutung von Ganztagsangeboten an Grundschulen zusammen.
Schule endet für viele Kinder längst nicht mehr nach dem Unterricht am Mittag.
Betreuungsangebote benötigen deshalb eigene Räume, in denen Kinder essen, spielen, lernen oder sich zurückziehen können.
Der Kreis will mit dem Erweiterungsbau deshalb nicht ausschließlich auf steigende Schülerzahlen reagieren, sondern gleichzeitig die Ganztagsbetreuung stärken.
Eine Mensa ist ebenfalls vorgesehen
Besonders wichtig für den Ganztag ist die geplante Mensa.
Sie soll mit einer Ausgabeküche ausgestattet werden.
Damit erhält die Waldhufenschule künftig bessere Voraussetzungen für die Verpflegung der Kinder.
Je mehr Schüler auch am Nachmittag in der Schule betreut werden, desto wichtiger wird eine geeignete Mittagsversorgung.
Eine Mensa gehört deshalb inzwischen bei vielen Erweiterungen von Grundschulen zum festen Bestandteil der Planung.
Warum Ganztagsplätze wichtiger werden
Der Ausbau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Grundschulen bundesweit auf einen steigenden Bedarf an Ganztagsbetreuung einstellen.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 beginnt schrittweise der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder.
Zunächst betrifft er Kinder der ersten Klassenstufe.
In den folgenden Jahren wird der Anspruch schrittweise auf weitere Jahrgänge ausgeweitet.
Für Schulträger bedeutet das, dass nicht nur ausreichend Unterrichtsräume benötigt werden.
Auch Betreuung, Verpflegung und Aufenthaltsmöglichkeiten müssen entsprechend mitwachsen.
Holzbau in Systembauweise geplant
Der neue Gebäudeteil soll als moderner Holzbau entstehen.
Geplant ist eine Systembauweise.
Bei solchen Bauverfahren können größere Gebäudeelemente standardisiert beziehungsweise vorgefertigt werden.
Das kann Bauzeiten verkürzen und Abläufe auf der Baustelle vereinfachen.
Für den Kreis ist Holzmodul beziehungsweise Holzsystembau inzwischen bei mehreren Schulprojekten eine Option.
Auch im aktuellen Schulentwicklungsplan ist die Erweiterung der Waldhufenschule in entsprechender Bauweise vorgesehen.
Rund 7,5 Millionen Euro werden investiert
Für die Erweiterung nennt der Kreis ein Investitionsvolumen von rund 7,5 Millionen Euro.
Damit gehört das Projekt zu den größeren aktuellen Investitionen in den Grundschulstandort Zotzenbach.
Das Geld fließt nicht nur in die eigentlichen Klassenräume.
Zum Gesamtprojekt gehören auch die weiteren Funktionsflächen, technische Ausstattung und die Voraussetzungen für Betreuung und Mensa.
Hinzu kommen Arbeiten rund um die Baustelle und die Einbindung des Neubaus in den bestehenden Schulstandort.
Wann beginnen die eigentlichen Bauarbeiten?
Ab dem 1. September starten zunächst die Vorbereitungen für das Baufeld.
Der Spielplatz wird geschlossen und die Fläche für die folgenden Arbeiten vorbereitet.
Der Kreis bezeichnet diesen Schritt als sichtbaren Beginn des Projekts.
Der eigentliche Bau folgt anschließend.
Bei einem Schulbau dieser Größenordnung sind zunächst verschiedene vorbereitende Arbeiten notwendig, bevor der neue Gebäudeteil sichtbar in die Höhe wächst.
Wann soll die neue Waldhufenschule fertig sein?
Nach der bisherigen Planung soll der Erweiterungsbau im Schuljahr 2027/2028 in Betrieb genommen werden können.
Der Kreis knüpft diesen Termin ausdrücklich an einen planmäßigen Verlauf des Projekts.
Ein exakter Eröffnungstag wurde bislang nicht genannt.
Bei größeren Bauprojekten können sich Zeitpläne durch Witterung, Lieferprobleme oder andere unvorhergesehene Entwicklungen verändern.
Derzeit bleibt das Schuljahr 2027/2028 aber der maßgebliche Zielzeitraum.
Was passiert während der Bauzeit?
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass die Waldhufenschule während der Arbeiten weiterhin als Schule genutzt wird.
Baustellen auf einem laufenden Schulgelände müssen deshalb besonders abgesichert werden.
Die Nutzung der angrenzenden Fläche ermöglicht es, das Baufeld vom bestehenden Schulbetrieb abzugrenzen.
Genau darin sieht der Kreis einen Vorteil des bisherigen Spielplatzgrundstücks.
Es grenzt direkt an die Schule und bietet gleichzeitig genügend Raum für die geplante Erweiterung und die Baustelleneinrichtung.
Warum muss der Spielplatz dauerhaft weichen?
Für Familien in Zotzenbach dürfte vor allem die dauerhafte Schließung des Spielplatzes auffallen.
Die Fläche wird nicht nur vorübergehend als Lagerplatz für Baumaterial genutzt.
Sie wird für die eigentliche Schulerweiterung benötigt.
Damit verändert sich die Nutzung des Grundstücks dauerhaft.
Der Kreis hat die Schließung nach eigenen Angaben mit der Kommune abgestimmt.
Der Schritt zeigt zugleich, wie schwierig Erweiterungen bestehender Schulen sein können.
Zusätzliche Gebäude benötigen Flächen, die gerade in bereits bebauten Ortslagen nicht unbegrenzt verfügbar sind.
Vorbereitungen liefen bereits Anfang des Jahres
Die Erweiterung kommt nicht überraschend.
Bereits im Februar 2026 wurden auf dem Gelände vorbereitende Arbeiten durchgeführt.
Damals mussten Bäume gefällt werden, weil die Flächen für den geplanten Erweiterungsbau benötigt werden.
Der Kreis kündigte gleichzeitig Ersatzpflanzungen an.
Damit liefen erste sichtbare Vorbereitungen schon mehrere Monate vor der jetzigen Einrichtung des Baufelds.
Im Juni wurden anschließend die konkreteren Baupläne öffentlich vorgestellt.
Planungen reichen noch weiter zurück
Der zusätzliche Platzbedarf an der Waldhufenschule beschäftigt den Kreis bereits länger.
Schon in früheren Schulentwicklungsplanungen wurde auf steigende Schülerzahlen hingewiesen.
Als Gründe wurden unter anderem neue Wohnbauentwicklungen genannt.
Das bestehende Schulgebäude ist ursprünglich nicht auf eine dauerhaft größere Zahl paralleler Klassen ausgelegt.
Der Erweiterungsbau soll deshalb eine langfristigere Lösung schaffen.
Was bedeutet zweizügige Grundschule?
Der Begriff Zweizügigkeit taucht bei Schulplanungen häufig auf.
Gemeint ist damit nicht, dass es zwei getrennte Schulen gibt.
Eine zweizügige Grundschule kann grundsätzlich in jedem Jahrgang zwei parallele Klassen bilden.
Bei vier Grundschuljahrgängen ergibt sich dadurch ein entsprechender Bedarf an Unterrichtsräumen.
Wie viele Klassen tatsächlich gebildet werden, hängt weiterhin von Schülerzahlen und schulorganisatorischen Vorgaben ab.
Die baulichen Voraussetzungen sollen aber vorhanden sein.
Mehr Platz auch für Lehrkräfte und Personal
Nicht nur Schüler benötigen zusätzliche Räume.
Auch für das Personal sind neue Flächen vorgesehen.
Mit einer wachsenden Schule steigt der organisatorische Bedarf.
Lehrkräfte, Betreuungspersonal und weitere Beschäftigte benötigen geeignete Arbeits und Besprechungsmöglichkeiten.
Diese Bereiche werden bei modernen Schulplanungen deshalb stärker berücksichtigt als früher.
Die Erweiterung der Waldhufenschule soll entsprechend nicht nur mehr Sitzplätze in Klassenzimmern schaffen.
Schule soll ihren familiären Charakter behalten
Die Waldhufenschule ist im Vergleich zu großen Schulzentren weiterhin ein überschaubarer Grundschulstandort.
Der Kreis betont deshalb, dass die Erweiterung die gewachsene Struktur der Schule berücksichtigen soll.
Mehr Schüler und zusätzliche Räume sollen nicht dazu führen, dass der Standort seinen bisherigen Charakter verliert.
Ob das gelingt, wird sich vor allem zeigen, wenn der Neubau tatsächlich in den Schulalltag integriert wird.
Die zusätzlichen Differenzierungs und Betreuungsräume können dabei helfen, trotz größerer Schülerzahl kleinere Gruppen zu ermöglichen.
Kreis Bergstraße investiert an vielen Schulen
Die Waldhufenschule ist nicht das einzige aktuelle Schulbauprojekt im Kreis.
An mehreren Standorten werden Schulen erweitert, saniert oder neu gebaut.
Hintergrund sind steigende oder veränderte Schülerzahlen, neue pädagogische Anforderungen und der Ausbau der Ganztagsbetreuung.
Auch energetische Sanierungen und Hitzeschutz spielen bei Schulgebäuden zunehmend eine Rolle.
Für den Kreis als Schulträger entsteht daraus ein umfangreiches Investitionsprogramm.
Die Erweiterung in Zotzenbach ist ein Teil davon.
Warum Schulbau derzeit besonders anspruchsvoll ist
Bei einer Schulerweiterung müssen mehrere Entwicklungen gleichzeitig berücksichtigt werden.
Es reicht nicht, nur die aktuelle Schülerzahl zu betrachten.
Gebäude werden über Jahrzehnte genutzt.
Planer müssen deshalb abschätzen, wie sich Schülerzahlen entwickeln und welche pädagogischen Anforderungen künftig bestehen.
Hinzu kommt der wachsende Bedarf an Ganztagsbetreuung.
Eine Schule, die ausschließlich für klassischen Vormittagsunterricht geplant wurde, erfüllt diese Anforderungen häufig nicht mehr.
Mensa, Betreuung, Differenzierungsräume und Aufenthaltsbereiche gewinnen deshalb an Bedeutung.
Was bedeutet die Erweiterung für Zotzenbach?
Für den Ort ist die Investition vor allem eine langfristige Sicherung des Grundschulstandorts.
Eine Schule benötigt genügend Platz, um steigende Schülerzahlen aufnehmen zu können.
Gleichzeitig beeinflusst eine örtliche Grundschule die Attraktivität eines Wohnorts für Familien.
Der Neubau schafft deshalb nicht nur zusätzliche Klassenräume.
Er soll dafür sorgen, dass die Waldhufenschule auch in den kommenden Jahren den benötigten Platz für Unterricht und Betreuung bieten kann.
Ab September wird das Projekt sichtbar
Mit dem 1. September erreicht die Erweiterung nun eine neue Phase.
Bislang waren viele Arbeiten vor allem Planung.
Mit der Schließung des Spielplatzes und der Einrichtung des Baufeldes werden die Veränderungen unmittelbar vor Ort sichtbar.
Für Schüler, Eltern und Anwohner beginnt damit allerdings auch eine längere Bauphase.
Wenn der bisherige Zeitplan eingehalten wird, soll daraus im Schuljahr 2027/2028 ein deutlich erweiterter Grundschulstandort mit vier zusätzlichen Klassenräumen, Bibliothek, Betreuung und Mensa entstehen.
Häufig gestellte Fragen zur Erweiterung der Waldhufenschule
Wenn Sie wissen möchten, welche weiteren Schulen im Kreis Bergstraße ausgebaut und modernisiert werden, finden Sie hier unseren Überblick zu den Investitionen an den Schulen.
