Vapes bei Jugendlichen: Warum der Kreis Bergstraße über die Risiken aufklärt

Bunte Verpackungen, süße Geschmacksrichtungen und eine einfache Handhabung: E-Zigaretten und sogenannte Vapes wirken auf den ersten Blick häufig deutlich harmloser als klassische Zigaretten. Gerade bei Jugendlichen können die Produkte deshalb attraktiv sein.

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Der Kreis Bergstraße setzt nun verstärkt auf Aufklärung. An der Martin-Buber-Schule in Heppenheim hat das Präventionsteam des Kreises gemeinsam mit der Fachstelle für Suchtprävention PRISMA den Workshop „Vape Check“ durchgeführt.

Dabei ging es nicht nur um Nikotin und mögliche Abhängigkeit. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich auch damit, was beim Vapen eigentlich eingeatmet wird, warum die Produkte für junge Menschen interessant sind und welche Umweltprobleme insbesondere Einweg-Vapes verursachen.

Die zentrale Botschaft: Beim Vapen entsteht nicht einfach harmloser Wasserdampf.

Was sind Vapes überhaupt?

Vapes sind elektronische Geräte, in denen eine Flüssigkeit – das sogenannte Liquid – erhitzt wird.

Dadurch entsteht ein Aerosol, das anschließend eingeatmet wird.

Genau darin liegt bereits ein verbreitetes Missverständnis.

Beim Vapen wird nicht lediglich aromatisierter Wasserdampf inhaliert. Das entstehende Aerosol kann verschiedene gesundheitsschädliche Stoffe enthalten.

Hinzu kommt bei nikotinhaltigen Produkten das Nikotin selbst.

Gerade für Jugendliche ist das relevant, weil Nikotin abhängig machen kann.

Warum sind Vapes für Jugendliche attraktiv?

Die Produkte unterscheiden sich optisch deutlich von der klassischen Zigarette.

Vapes sind häufig bunt gestaltet, kompakt und in zahlreichen Geschmacksrichtungen erhältlich.

Genau diese Kombination war auch Bestandteil des Workshops in Heppenheim.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wurde darüber gesprochen, welche Rolle Farben, Geschmacksrichtungen, Produktdesign sowie die Wahrnehmung im Freundeskreis oder sozialen Umfeld spielen können.

Das zeigt, dass Prävention nicht nur mit gesundheitlichen Warnungen funktionieren kann.

Jugendliche müssen auch verstehen, warum ein Produkt überhaupt interessant auf sie wirkt.

„Vape Check“ an der Martin-Buber-Schule

Der aktuelle Anlass für die Aufklärungskampagne im Kreis Bergstraße war ein Workshop an der Martin-Buber-Schule in Heppenheim.

Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen.

Statt eines klassischen Vortrags setzte das Präventionsteam auf interaktive Elemente.

Bei einem Positionierungsspiel mussten die Jugendlichen beispielsweise Aussagen und Fragen rund um E-Zigaretten beantworten.

Anschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam besprochen.

Dadurch sollten nicht nur Fakten vermittelt werden. Auch bestehende Vorstellungen und mögliche Fehleinschätzungen der Jugendlichen konnten direkt thematisiert werden.

Nicht nur harmloser Wasserdampf

Ein wichtiger Punkt des Workshops war die Frage, was beim Vapen tatsächlich entsteht.

Nicole Brosé von der Fachstelle für Suchtprävention bei der AWO Suchthilfe & Prävention PRISMA vermittelte den Jugendlichen Grundlagen über die Funktionsweise der Geräte.

Beim elektrischen Erhitzen des Liquids entsteht ein Aerosol.

Dieses Aerosol kann verschiedene gesundheitsschädliche und teilweise krebserregende Stoffe enthalten.

Die Vorstellung, beim Vapen werde lediglich Wasserdampf eingeatmet, ist deshalb falsch.

Welche Stoffe tatsächlich aufgenommen werden, hängt unter anderem vom jeweiligen Produkt, dem Liquid und der Nutzung ab.

Nikotin kann abhängig machen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Nikotin.

Nikotin ist ein Stoff mit hohem Abhängigkeitspotenzial.

Das ist besonders relevant, wenn Jugendliche regelmäßig nikotinhaltige Vapes konsumieren.

Ein Produkt kann durch Geschmack und Gestaltung zunächst weniger abschreckend wirken als eine klassische Zigarette. Das ändert jedoch nichts an der Wirkung des enthaltenen Nikotins.

Beim Präventionsworkshop wurde deshalb ausdrücklich über die Wirkung von Nikotin und das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung gesprochen.

Ziel ist vor allem, Jugendliche zu erreichen, bevor regelmäßiger Konsum entsteht.

Der Kreis möchte nach eigenen Angaben insbesondere diejenigen in ihrer Haltung bestärken, die bislang weder rauchen noch vapen.

Warum Prävention schon in der siebten Klasse beginnt

Dass der Workshop bereits bei Siebtklässlern stattfindet, ist kein Zufall.

Prävention soll möglichst einsetzen, bevor sich Konsumgewohnheiten verfestigen.

Wer erst dann über Risiken spricht, wenn Jugendliche bereits regelmäßig Nikotin konsumieren, erreicht einen anderen Ausgangspunkt.

Deshalb versucht der Kreis, frühzeitig Wissen zu vermitteln.

Dabei sollen die Jugendlichen nicht ausschließlich mit Warnungen konfrontiert werden.

Sie sollen selbst lernen, Informationen, Trends und Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen.

Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach betonte bei dem Termin entsprechend, wie wichtig es sei, Fragen zu stellen und sich gut zu informieren, um eigenverantwortliche Entscheidungen treffen zu können.

Gruppendruck und soziales Umfeld spielen eine Rolle

Interessant ist auch der Blick auf das soziale Umfeld.

Ob ein Jugendlicher ein Produkt ausprobiert, hängt nicht ausschließlich davon ab, ob ihm Geschmack oder Verpackung gefallen.

Auch Freunde, Mitschüler und gesellschaftliche Trends können eine Rolle spielen.

Wenn Vapen innerhalb einer Gruppe als normal wahrgenommen wird, sinkt möglicherweise die Hemmschwelle, es selbst auszuprobieren.

Genau deshalb beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler beim „Vape Check“ auch mit der Wahrnehmung von E-Zigaretten im Freundeskreis.

Prävention bedeutet damit nicht nur, Inhaltsstoffe zu erklären.

Jugendliche sollen auch besser einschätzen können, welche äußeren Faktoren ihre Entscheidungen beeinflussen.

Einweg-Vapes sind auch ein Umweltproblem

Der Workshop griff noch einen zweiten Aspekt auf, der bei der Diskussion über E-Zigaretten häufig weniger Beachtung findet.

Einweg-Vapes sind elektronische Geräte.

Sie bestehen nicht nur aus Kunststoff, sondern enthalten auch elektronische Bauteile und Batterien.

Deshalb dürfen gebrauchte Geräte nicht einfach im gewöhnlichen Hausmüll entsorgt werden.

Auch dieses Thema wurde mit den Schülerinnen und Schülern besprochen.

Damit verbindet der „Vape Check“ Gesundheits- und Suchtprävention mit Umweltbildung.

Gerade bei Einwegprodukten ist das relevant: Nach vergleichsweise kurzer Nutzungsdauer muss ein komplettes elektronisches Gerät entsorgt werden.

Warum die richtige Entsorgung wichtig ist

Eine Vape ist kein gewöhnlicher Plastikgegenstand.

Durch die enthaltene Batterie handelt es sich um ein Elektrogerät.

Ausgediente Geräte müssen deshalb entsprechend entsorgt werden.

Das ist nicht nur aus Gründen des Recyclings wichtig.

Beschädigte oder falsch entsorgte Lithium-Batterien können beispielsweise bei Sammlung und Verarbeitung von Abfällen Probleme verursachen.

Wer Einweg-Vapes nutzt, sollte sie daher keinesfalls achtlos wegwerfen oder über den normalen Restmüll entsorgen.

Aufklärung statt Verbote im Klassenzimmer

Der Ansatz des Workshops ist bemerkenswert, weil die Jugendlichen aktiv beteiligt werden.

Neben dem Positionierungsspiel gehörten auch weitere Übungen und ein Quiz zum Programm.

Dadurch konnten typische Fragen zu Vapes und Nikotin unmittelbar aufgegriffen werden.

Die Jugendlichen sollten sich eine eigene Meinung bilden – allerdings auf Grundlage belastbarer Informationen.

Das ist gerade bei Produkten wichtig, die in sozialen Medien, im Freundeskreis oder durch auffällige Gestaltung möglicherweise ein anderes Image vermitteln als klassische Tabakprodukte.

Was Eltern über Vapes wissen sollten

Für Eltern ist vor allem wichtig, Vapes nicht automatisch als harmlose Alternative zur Zigarette einzuordnen.

Nicht jedes Produkt ist gleich zusammengesetzt und nicht jede Vape enthält zwingend Nikotin.

Trotzdem können beim Gebrauch Stoffe eingeatmet werden, die gesundheitlich problematisch sind.

Bei nikotinhaltigen Produkten kommt das Risiko einer Abhängigkeit hinzu.

Ein Gespräch über Vapes sollte deshalb nicht ausschließlich bei der Frage beginnen, ob ein Kind „raucht“.

Auch E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte gehören inzwischen in die Diskussion über Suchtprävention.

Ein Thema, das Schulen weiter beschäftigen dürfte

Der „Vape Check“ in Heppenheim zeigt, wie sich klassische Suchtprävention verändert.

Während sich Aufklärungsangebote früher vor allem auf Zigaretten, Alkohol oder illegale Drogen konzentrierten, gehören E-Zigaretten inzwischen selbstverständlich dazu.

Für Schulen entsteht damit eine zusätzliche Aufgabe.

Jugendliche müssen nicht nur über gesundheitliche Risiken informiert werden. Sie müssen gleichzeitig lernen, neue Produkte und Trends kritisch einzuordnen.

Genau darauf zielt der Ansatz des Kreises Bergstraße.

Der Workshop soll Wissen vermitteln, Missverständnisse aufklären und vor allem diejenigen Jugendlichen stärken, die bislang keine Vapes oder Zigaretten konsumieren.

Die Botschaft ist dabei vergleichsweise einfach: Bunte Farben und süße Geschmacksrichtungen machen aus einer E-Zigarette kein harmloses Produkt.

Häufige Fragen zu Vapes und E-Zigaretten

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