Bensheim. Äpfel, Birnen, Kirschen und anderes Obst direkt vom Baum pflücken – das ist auch in diesem Jahr an ausgewählten städtischen Obstbäumen im Bensheimer Stadtgebiet möglich. Mit der Aktion möchte die Stadt verhindern, dass reifes Obst ungenutzt verdirbt, und gleichzeitig auf den ökologischen Wert der Streuobstwiesen aufmerksam machen.
Quelle: Bild von PexelsBürgerinnen und Bürger dürfen die Früchte kostenlos für den Eigenbedarf ernten. Voraussetzung ist, dass nur haushaltsübliche Mengen mitgenommen werden und die Obstbäume pfleglich behandelt werden. Äste dürfen nicht beschädigt oder abgebrochen werden, um an die Früchte zu gelangen. Für höher hängendes Obst empfiehlt sich eine Obstpflückhilfe mit Teleskopstiel. Die Ernte erfolgt auf eigene Gefahr.
Warum der Frühling und damit häufig auch die Erntezeit an der Bergstraße früher beginnt als in vielen anderen Regionen Deutschlands, erklären wir in unserem Beitrag „Darum beginnt der Frühling an der Bergstraße früher“.
Alte Obstsorten für alle zugänglich
An den städtischen Standorten wachsen überwiegend alte und regionale Obstsorten. Einige davon wurden früher vor allem für die Herstellung von Most, Apfelwein oder Schnaps verwendet und unterscheiden sich geschmacklich von den heute bekannten Tafeläpfeln. Gleichzeitig tragen diese traditionellen Sorten dazu bei, die Artenvielfalt und das kulturelle Erbe der Streuobstwiesen zu erhalten.
Damit Interessierte die freigegebenen Obstbäume leichter finden, stellt die Stadt Bensheim auf ihrer Internetseite eine digitale Übersicht mit den jeweiligen Standorten zur Verfügung. Dort sind unter anderem Obstbäume in der Nähe des Soldatenfriedhofs, an der Streuobstwiese an der Kreisstraße 31 in Richtung Lorsch, entlang des Meerbachs, in Fehlheim sowie im Stadtteil Zell verzeichnet.
Gelbes Band kennzeichnet freigegebene Obstbäume
Nicht nur die Stadt beteiligt sich an der Aktion. Auch Eigentümerinnen und Eigentümer privater Obstbäume können ihre Bäume für die Allgemeinheit freigeben. Als sichtbares Zeichen dient ein gelbes Band am Stamm. Es signalisiert, dass die Früchte ohne vorherige Rücksprache für den eigenen Bedarf gepflückt werden dürfen.
Wer selbst Obstbäume besitzt und sich an der Aktion beteiligen möchte, erhält die gelben Bänder – solange der Vorrat reicht – kostenlos im Foyer des Bensheimer Rathauses. Mit der Initiative soll verhindert werden, dass Obst ungenutzt verdirbt. Gleichzeitig möchte die Stadt den Blick auf regionale Lebensmittel und den Erhalt traditioneller Streuobstwiesen lenken.
Rücksicht sorgt für den langfristigen Erfolg
Damit möglichst viele Menschen auch künftig von der Aktion profitieren können, setzt die Stadt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Obstbäumen. Wer nur so viel erntet, wie tatsächlich benötigt wird, die Bäume nicht beschädigt und Rücksicht auf Natur und Eigentum nimmt, trägt dazu bei, dass das Angebot langfristig bestehen bleibt.
Gerade in den Sommer- und Herbstmonaten bietet die Aktion eine gute Gelegenheit, regionale Obstsorten kennenzulernen und frische Früchte direkt aus der Umgebung zu genießen.
Dass an der Bergstraße so viele Obstsorten gedeihen, liegt auch am besonders milden Klima der Region. Warum die Bergstraße als Deutschlands Frühlingsgarten gilt, erklären wir hier.

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