Grippefälle im Kreis Bergstraße: Gesundheitsamt rät jetzt zur Impfung

Die Grippesaison steht bevor, doch Influenzaviren sind in Hessen bereits wieder nachweisbar. Das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße ruft deshalb dazu auf, den eigenen Impfschutz rechtzeitig zu überprüfen. Besonders ältere Menschen, Schwangere und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten sich mit dem Thema beschäftigen.

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Wie die Kreisverwaltung am 16. Oktober 2026 mitteilte, wurden im Kreis Bergstraße seit Jahresbeginn bereits 498 Influenzafälle gemeldet. Die Zahl lag damit zum 12. Oktober fast so hoch wie die Gesamtzahl des Jahres 2024.

Auch hessenweit zeigen die aktuellen Meldedaten eine Zunahme. Das Gesundheitsamt nimmt diese Entwicklung zum Anlass, über die Grippeschutzimpfung und weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung zu informieren.

498 Grippefälle im Kreis Bergstraße seit Jahresbeginn

Die vom Kreis veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Influenza auch 2026 ein relevantes Gesundheitsthema in der Region ist.

Bis zum 12. Oktober wurden insgesamt 498 Fälle gemeldet.

Die Zahl umfasst allerdings den gesamten Zeitraum seit Januar. Sie beinhaltet damit auch Erkrankungen aus der zurückliegenden Grippesaison im Winter und Frühjahr.

Aus den 498 Fällen allein lässt sich deshalb nicht ableiten, wie viele Menschen sich aktuell im Oktober angesteckt haben.

Für die Einschätzung der beginnenden Infektsaison sind insbesondere die neu gemeldeten Fälle der vergangenen Wochen interessant.

Hessenweit steigen die gemeldeten Influenzafälle

Nach Angaben des Kreises wurden in Hessen innerhalb einer Woche 21 Influenzafälle an das Robert Koch-Institut gemeldet.

In den vergangenen vier Wochen waren es insgesamt mehr als 100 Fälle.

Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres lag die Zahl dagegen unter 30.

Damit zeigen die Meldedaten eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Allerdings bilden solche Statistiken nicht jede tatsächliche Infektion ab. Erfasst werden die Fälle, die nach den geltenden Vorgaben diagnostiziert und gemeldet werden.

Menschen mit leichten Beschwerden lassen sich nicht immer testen. Andere Erkrankungen bleiben möglicherweise unerkannt.

Die tatsächliche Zahl der Infektionen kann daher von den gemeldeten Fallzahlen abweichen.

Warum eine echte Grippe gefährlich werden kann

Im Alltag werden die Begriffe Grippe und Erkältung häufig gleichgesetzt. Medizinisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Erkrankungen.

Eine echte Grippe wird durch Influenzaviren verursacht.

Sie kann plötzlich mit hohem Fieber, ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten beginnen.

Bei manchen Erkrankten verläuft die Infektion mild. Andere leiden unter erheblichen Beschwerden oder entwickeln Komplikationen.

Besonders gefährdet sind Menschen, deren Immunsystem oder allgemeiner Gesundheitszustand bereits beeinträchtigt ist.

Dazu zählen unter anderem ältere Personen und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Eine Influenza kann beispielsweise bestehende Herz- oder Lungenerkrankungen zusätzlich belasten.

Auch schwere Atemwegskomplikationen sind möglich.

Das Bergsträßer Gesundheitsamt betont deshalb, dass die echte Grippe nicht mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt werden sollte.

Für wen empfiehlt die STIKO eine Grippeimpfung?

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt die jährliche Influenzaimpfung insbesondere für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Dazu gehören alle Personen ab 60 Jahren.

Auch Schwangeren wird die Impfung empfohlen. Bei einer Schwangerschaft ohne zusätzliche gesundheitliche Risiken soll sie in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Besteht aufgrund einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko, wird sie bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel empfohlen.

Weitere wichtige Gruppen sind Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder Nieren sowie Diabetes und bestimmte neurologische Erkrankungen.

Auch Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr können besonders von der Impfung profitieren.

Darüber hinaus gibt es berufliche Empfehlungen, etwa für medizinisches Personal und weitere Personengruppen mit erhöhtem Ansteckungs- oder Übertragungsrisiko.

Welche Empfehlung im Einzelfall gilt, kann in der Hausarztpraxis geklärt werden.

Warum der Oktober ein guter Zeitpunkt für die Impfung ist

Der Kreis Bergstraße verweist auf den Zeitraum von Anfang Oktober bis Mitte Dezember als besonders geeignete Phase für die jährliche Grippeschutzimpfung.

Der Hintergrund: Nach einer Impfung benötigt das Immunsystem etwas Zeit, um einen ausreichenden Schutz aufzubauen.

Dieser entsteht üblicherweise innerhalb von etwa zehn bis 14 Tagen.

Wer sich rechtzeitig impfen lässt, kann daher bereits geschützt sein, bevor die Zahl der Infektionen stärker ansteigt.

Die Impfung muss jährlich erneuert werden, weil sich Influenzaviren verändern und die Impfstoffe an die erwarteten Virusvarianten angepasst werden.

Eine Impfung verhindert nicht jede Erkrankung. Sie kann jedoch das Risiko einer Influenza und insbesondere schwerer Verläufe reduzieren.

Auch eine spätere Impfung kann noch sinnvoll sein, wenn die Grippesaison bereits begonnen hat.

Nur rund ein Drittel der über 60-Jährigen war geimpft

Dass bei der Grippeschutzimpfung weiterhin Nachholbedarf besteht, zeigen bundesweite Daten des Robert Koch-Instituts.

In der Saison 2024/2025 lag die Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren bei lediglich 34,5 Prozent.

Damit war nur ungefähr jeder dritte Mensch dieser Altersgruppe gegen Influenza geimpft.

Die Zahl bezieht sich auf Deutschland insgesamt und darf nicht als konkrete Impfquote für den Kreis Bergstraße verstanden werden.

Für den Landkreis nennt die aktuelle Mitteilung keine entsprechende regionale Quote.

Das Gesundheitsamt möchte deshalb vor allem Menschen erreichen, für die eine Impfung ausdrücklich empfohlen wird.

Wo kann man sich im Kreis Bergstraße impfen lassen?

Die übliche Anlaufstelle für eine Grippeschutzimpfung ist die Hausarztpraxis.

Dort kann geprüft werden, ob eine Impfung empfohlen wird und welcher Impfstoff infrage kommt.

Auch entsprechend zugelassene Apotheken können Grippeschutzimpfungen anbieten. Ob eine Apotheke diesen Service tatsächlich bereitstellt, sollte vorab erfragt werden.

Das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass es selbst nur in besonderen Fällen Impfsprechstunden anbietet.

Für die reguläre Grippeschutzimpfung sollten sich Interessierte deshalb zunächst an ihre Hausarztpraxis wenden.

Wer mehrere Impfungen benötigt oder Fragen zu Vorerkrankungen hat, kann die individuelle Situation dort besprechen.

Was kostet die Grippeschutzimpfung?

Für Menschen, denen die Ständige Impfkommission eine Influenzaimpfung empfiehlt, werden die Kosten im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich übernommen.

Welche Regelungen bei anderen Personengruppen gelten, hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen und möglichen zusätzlichen Leistungen der Krankenkasse ab.

Auch Arbeitgeber können ihren Beschäftigten Grippeschutzimpfungen anbieten.

Die Kreisverwaltung Bergstraße organisiert nach eigenen Angaben regelmäßig entsprechende Angebote für ihre Mitarbeitenden.

Wer unsicher ist, ob die eigene Krankenversicherung die Kosten trägt, sollte dies vor der Impfung klären.

Corona-Fallzahlen derzeit niedriger als im Vorjahr

Neben der Influenza beobachtet das Gesundheitsamt weiterhin die Entwicklung von COVID-19.

In Hessen wurden zuletzt innerhalb einer Woche 62 Corona-Fälle gemeldet.

Im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025 waren es mehr als 260.

Für die vergangenen vier Wochen nennt der Kreis insgesamt 166 gemeldete Fälle.

Allerdings weist die Kreisverwaltung ausdrücklich darauf hin, dass inzwischen deutlich weniger auf das Coronavirus getestet wird.

Die Meldezahlen allein erlauben deshalb keine vollständige Bewertung des tatsächlichen Infektionsgeschehens.

Auch die Abwasserüberwachung kann zusätzliche Hinweise auf die Verbreitung des Virus liefern.

Nach Angaben des Kreises zeigte die zuletzt noch niedrige SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser bundesweit bereits eine steigende Tendenz.

Was hilft zusätzlich gegen Atemwegsinfektionen?

Neben empfohlenen Impfungen können alltägliche Schutzmaßnahmen das Risiko einer Ansteckung reduzieren.

Dazu gehört regelmäßiges und gründliches Händewaschen.

In geschlossenen Räumen kann häufiges Lüften dazu beitragen, die Konzentration infektiöser Partikel in der Luft zu verringern.

Wer selbst deutliche Krankheitssymptome entwickelt, sollte möglichst Kontakte reduzieren und insbesondere gefährdete Menschen schützen.

Bei hohem Fieber, Atemnot, einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands oder anderen Warnzeichen ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen kann es sinnvoll sein, bei grippeähnlichen Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Gesundheitsamt setzt auf Prävention

Die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach sieht die rechtzeitige Vorsorge als wichtigen Bestandteil des Gesundheitsschutzes.

Das Gesundheitsamt informiert deshalb nicht nur über die aktuellen Infektionszahlen, sondern engagiert sich auch in der Aufklärung.

Gemeinsam mit der Universität Heidelberg beteiligt sich der Kreis beispielsweise an den sogenannten YOLO-Days, bei denen Schülerinnen und Schüler Informationen über Impfungen erhalten.

Die aktuelle Mitteilung vom 16. Oktober richtet sich jedoch besonders an Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Influenzaerkrankungen.

Für sie ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, den Impfstatus überprüfen zu lassen.

Grippeschutz rechtzeitig prüfen

Die beginnende Herbstsaison und die steigenden Fallzahlen in Hessen zeigen, dass Influenzaviren bereits wieder zirkulieren.

Für den Kreis Bergstraße wurden seit Januar 498 Fälle gemeldet. Die Zahl ist kein Beleg für eine bereits laufende große Grippewelle im Oktober, macht aber deutlich, dass die Erkrankung weiterhin relevant ist.

Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb, insbesondere bei erhöhtem gesundheitlichem Risiko nicht bis zum Winter mit der Impfentscheidung zu warten.

Wer Fragen zur Grippeschutzimpfung hat, kann sich in der Hausarztpraxis beraten lassen.

Häufige Fragen zur Grippeimpfung 2026

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