Zukunft der Zwingenberger Altstadt: Bürger können am Samstag ihre Ideen einbringen

Wie soll die Zwingenberger Altstadt in einigen Jahren aussehen? Wo braucht es mehr Grün, welche Wege sollten verbessert werden und wie lassen sich historische Gebäude erhalten, ohne dass die Innenstadt an Lebendigkeit verliert? Über diese Fragen möchte die Stadt Zwingenberg nicht allein im Rathaus entscheiden. Am Samstag, 17. Oktober 2026, sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre Erfahrungen und Vorschläge direkt vor Ort einzubringen.

Quelle: Bild von Unsplash

Von 15 bis 17.30 Uhr findet ein Beteiligungsnachmittag statt, bei dem zunächst ein gemeinsamer Spaziergang durch die Altstadt vorgesehen ist. Anschließend können die Teilnehmer am Marktplatz über konkrete Ideen diskutieren. Wer an diesem Nachmittag keine Zeit hat, erhält bis zum 1. November zusätzlich die Möglichkeit, sich online zu beteiligen.

Hintergrund ist die Erarbeitung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts, kurz ISEK. Es soll die Grundlage dafür schaffen, wie sich die historische Innenstadt in den kommenden Jahren weiterentwickelt und welche Projekte im Rahmen der Städtebauförderung umgesetzt werden könnten.

Warum Zwingenberg ein Entwicklungskonzept für seine Altstadt erarbeitet

Zwingenberg gehört zu den historischen Städten an der Bergstraße. Gerade die Altstadt prägt das Erscheinungsbild und die Identität der Kommune. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an öffentliche Räume, Wohngebäude und Verkehrswege.

Ein historischer Ortskern muss heute unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Menschen wohnen dort, Geschäfte und Gastronomiebetriebe benötigen Kundschaft, Besucher möchten die Altstadt erkunden und Anwohner brauchen gut erreichbare Wege.

Hinzu kommen Fragen der Barrierefreiheit und des Klimaschutzes. Wo es im Sommer wenig Schatten gibt, können zusätzliche Bäume oder andere Maßnahmen zur Begrünung an Bedeutung gewinnen. An anderer Stelle geht es darum, ältere Gebäude sinnvoll weiterzunutzen oder leerstehende Räume wieder mit Leben zu füllen.

Die Stadt Zwingenberg wurde mit der Gesamtmaßnahme „Altstadt“ in das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ aufgenommen. Das ISEK ist eine wichtige Grundlage für die weitere Planung und die Nutzung von Städtebaufördermitteln.

Es handelt sich dabei noch nicht um einen fertigen Maßnahmenkatalog. Vielmehr werden zunächst die bestehenden Bedingungen untersucht, Entwicklungsziele formuliert und mögliche Projekte erarbeitet.

Stadtspaziergang beginnt um 15 Uhr auf dem Marktplatz

Der Beteiligungsnachmittag startet am Samstag um 15 Uhr auf dem Zwingenberger Marktplatz.

Nach einer kurzen Einführung in das Entwicklungskonzept gehen die Teilnehmer gemeinsam mit dem beauftragten Planungsteam durch das Fördergebiet.

An ausgewählten Stationen sollen die Stärken und Schwächen der Altstadt unmittelbar vor Ort besprochen werden. Das hat einen praktischen Vorteil: Wer eine problematische Stelle zeigen möchte, kann direkt erläutern, worum es geht.

Vielleicht ist ein Weg für Menschen mit Rollator nur schwer nutzbar. Möglicherweise fehlt an einem Platz eine Sitzgelegenheit oder ein Gebäude könnte künftig anders genutzt werden. Solche Erfahrungen aus dem Alltag sind für die Stadtplanung besonders wertvoll.

Nach Angaben der Stadt geht es ausdrücklich nicht darum, bereits festgelegte Entscheidungen vorzustellen. Im Mittelpunkt stehen die Beobachtungen und Ideen der Menschen, die in Zwingenberg leben, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen.

Wohnen, Geschäfte und Begegnungsorte in der Altstadt

Ein Schwerpunkt des Entwicklungskonzepts trägt den Titel „Leben in der Altstadt“.

Dabei geht es um die Frage, wie sich der historische Stadtkern als Wohnort und Treffpunkt weiterentwickeln kann.

Neben Wohnungen spielen Einzelhandel, Gastronomie, kulturelle Angebote und öffentliche Begegnungsorte eine Rolle. Auch neue Nutzungen für bestehende Gebäude werden betrachtet.

Gerade in historischen Innenstädten kann der Umgang mit Leerständen eine Herausforderung sein. Gebäude lassen sich nicht immer ohne Weiteres an moderne Anforderungen anpassen. Gleichzeitig können ungenutzte Räume das Erscheinungsbild und die Attraktivität einer Straße beeinflussen.

Welche konkreten Gebäude oder Flächen künftig verändert werden sollen, ist bislang nicht festgelegt. Das Entwicklungskonzept soll zunächst Möglichkeiten aufzeigen und Prioritäten erarbeiten.

Verkehr und Barrierefreiheit gehören zu den zentralen Fragen

Ein weiterer Themenbereich beschäftigt sich mit der Fortbewegung innerhalb der Altstadt.

Untersucht werden unter anderem der Fuß- und Radverkehr, die Erreichbarkeit, die Parksituation und die Barrierefreiheit.

Historische Straßen und Plätze wurden häufig unter völlig anderen Voraussetzungen angelegt, als sie heute genutzt werden. Gleichzeitig müssen Bewohner, Lieferverkehr, Besucher und Menschen mit eingeschränkter Mobilität berücksichtigt werden.

Hier können unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Während manche Menschen möglichst kurze Wege mit dem Auto wünschen, legen andere mehr Wert auf sichere Fußwege und Aufenthaltsflächen.

Die Bürgerbeteiligung soll helfen, solche Anforderungen sichtbar zu machen.

Eine konkrete Verkehrsregelung oder Veränderung der Parkplatzsituation wurde mit der Einladung zum Beteiligungsnachmittag noch nicht beschlossen.

Mehr Grün und Schutz vor sommerlicher Hitze

Unter dem Schwerpunkt „Grüne Altstadt von morgen“ beschäftigt sich das Planungsteam mit dem Stadtpark, Bäumen, Schatten, Wasser und der Anpassung an klimatische Veränderungen.

In dicht bebauten Bereichen können sich Straßen und Plätze an heißen Sommertagen stark aufwärmen. Grünflächen und schattenspendende Bäume können helfen, die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Zugleich ist in einer historischen Altstadt nicht überall ausreichend Platz für neue Bepflanzungen vorhanden.

Deshalb müssen mögliche Maßnahmen mit den vorhandenen Gebäuden, Verkehrswegen und anderen Nutzungen abgestimmt werden.

Auch die biologische Vielfalt gehört zu den Themen, die im Entwicklungskonzept betrachtet werden.

Welche konkreten Begrünungsprojekte daraus entstehen, bleibt Gegenstand der weiteren Planung.

Historische Gebäude erhalten und neue Nutzungen ermöglichen

Die vierte Perspektive trägt den Titel „Bauen und Bewahren in der Altstadt“.

Hier stehen das historische Stadtbild, Sanierungen, Leerstände und mögliche neue Nutzungen im Mittelpunkt.

Zwingenberg lebt von seinem gewachsenen Ortsbild. Gleichzeitig benötigen ältere Gebäude regelmäßige Pflege und müssen für heutige Anforderungen nutzbar bleiben.

Dabei stellt sich häufig die Frage, wie sich der Erhalt historischer Bausubstanz mit zeitgemäßem Wohnen und wirtschaftlich tragfähigen Nutzungen verbinden lässt.

Die Stadt möchte deshalb auch Hinweise dazu sammeln, welche Gebäude und Orte aus Sicht der Bevölkerung besonders wichtig sind und wo Handlungsbedarf gesehen wird.

Ab 16.15 Uhr können Besucher auch ohne Spaziergang mitmachen

Wer nicht am gesamten Stadtspaziergang teilnehmen kann, muss auf die Bürgerbeteiligung nicht verzichten.

Ab etwa 16.15 Uhr wird der Markt-Kiosk auf dem Marktplatz zum offenen Treffpunkt.

Dort können Bürger bis 17.30 Uhr vorbeikommen und ihre Vorschläge einbringen.

Auf einer großen Karte lassen sich besondere Orte, problematische Stellen und Entwicklungsideen markieren. Weitere Mitmachangebote greifen die vier Themenbereiche des Entwicklungskonzepts auf.

Das Format richtet sich damit auch an Menschen, die nur kurz Zeit haben oder lieber direkt über einzelne Anliegen sprechen möchten.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Online-Beteiligung bis zum 1. November möglich

Zusätzlich zum Beteiligungsnachmittag richtet die Stadt eine digitale Pinnwand ein.

Vom 17. Oktober bis einschließlich 1. November 2026 können Interessierte dort ihre Anregungen hinterlassen.

Die Online-Beteiligung greift dieselben vier Themenbereiche auf wie die Veranstaltung vor Ort.

Das bietet auch Menschen eine Möglichkeit zur Teilnahme, die am Samstag verhindert sind oder ihre Gedanken erst nach dem Stadtspaziergang formulieren möchten.

Nach Angaben der Stadt wird der Zugang zur digitalen Pinnwand spätestens am 17. Oktober auf der städtischen Internetseite veröffentlicht.

Die eingereichten Vorschläge sollen gemeinsam mit den Ergebnissen des Spaziergangs und der Gespräche am Markt-Kiosk dokumentiert und ausgewertet werden.

Was passiert mit den Ideen der Bürger?

Die Bürgerbeteiligung ist ein Teil des gesamten Planungsprozesses.

Neben den Erfahrungen der Einwohner fließen fachliche Untersuchungen in das Entwicklungskonzept ein. Dabei werden beispielsweise Gebäude, öffentliche Räume, Grünflächen, Nutzungen und Verkehrswege betrachtet.

Aus diesen Informationen sollen ein Leitbild, Entwicklungsziele und mögliche Maßnahmen für die Altstadt entstehen.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem Vorschlag und einem beschlossenen Projekt. Nicht jede eingereichte Idee wird automatisch umgesetzt.

Welche Maßnahmen tatsächlich verwirklicht werden können, hängt später unter anderem von fachlichen Prüfungen, politischen Entscheidungen und den verfügbaren finanziellen Mitteln ab.

Der Beteiligungsnachmittag bietet den Bürgern aber die Gelegenheit, ihre Sichtweise einzubringen, bevor die zukünftige Entwicklung der Altstadt konkretisiert wird.

Zwingenberg lädt zum Mitgestalten ein

Der Termin am 17. Oktober ist damit mehr als ein gewöhnlicher Stadtspaziergang.

Die Stadt möchte erfahren, welche Orte den Menschen besonders am Herzen liegen, wo sie Verbesserungen wünschen und wie sie sich ihre Altstadt in Zukunft vorstellen.

Wer sich beteiligen möchte, kann am Samstag um 15 Uhr zum Marktplatz kommen, ab 16.15 Uhr den Markt-Kiosk besuchen oder bis Anfang November die digitale Pinnwand nutzen.

Damit eröffnet sich für die Einwohner die Möglichkeit, die Diskussion über die Zukunft ihrer Stadt frühzeitig mitzugestalten.

Häufige Fragen zur Bürgerbeteiligung in Zwingenberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen