Winterreifen 2026: Ab wann sie Pflicht sind und welche Regeln gelten

Der Oktober beginnt und damit taucht bei vielen Autofahrern wieder dieselbe Frage auf: Müssen jetzt die Winterreifen aufs Auto?

Quelle: Bild von Unsplash

Die bekannte Faustregel lautet „von O bis O“ von Oktober bis Ostern. Eine gesetzliche Winterreifenpflicht ab dem 1. Oktober gibt es in Deutschland allerdings nicht.

Entscheidend ist stattdessen das Wetter. Sobald Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auftreten, dürfen Autofahrer nur noch mit geeigneten Reifen unterwegs sein.

Wer im Herbst 2026 noch Sommerreifen aufgezogen hat, sollte den Wechsel deshalb rechtzeitig einplanen.

Ab wann sind Winterreifen 2026 Pflicht?

In Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht.

Es gibt also weder ein festes Datum für den Beginn noch für das Ende der Winterreifenpflicht.

Winterreifen sind immer dann vorgeschrieben, wenn auf den Straßen winterliche Verhältnisse herrschen. Dazu zählen Glatteis, Schneeglätte und Schneematsch ebenso wie Eis- oder Reifglätte. Entscheidend ist somit nicht das Datum im Kalender, sondern die tatsächliche Wetter- und Straßenlage.

Theoretisch kann die Pflicht deshalb bereits im Oktober greifen – oder bei entsprechend mildem Wetter deutlich später.

Die häufig verwendete Regel „Oktober bis Ostern“ ist lediglich eine Orientierung und keine gesetzliche Vorschrift.

Muss ich am 1. Oktober Winterreifen aufziehen?

Nein.

Allein weil der Kalender auf Oktober springt, müssen Autofahrer ihr Fahrzeug nicht zwingend umrüsten.

Wer allerdings auch bei einem plötzlichen Wintereinbruch mobil bleiben möchte, sollte mit dem Reifenwechsel nicht warten, bis morgens tatsächlich Schnee oder Eis auf der Straße liegen.

Gerade im Herbst können die Temperaturen nachts und in den frühen Morgenstunden schnell fallen.

Auch der ADAC empfiehlt deshalb, den Wechsel auf Winterreifen rechtzeitig für die kalte Jahreszeit einzuplanen.

Dieses Symbol müssen Winterreifen haben

Besonders wichtig ist inzwischen ein Blick auf die Reifenflanke.

Winterreifen müssen das sogenannte Alpine-Symbol tragen. Dabei handelt es sich um ein Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke.

Die früher verbreitete Kennzeichnung M+S allein reicht nicht mehr aus.

Seit dem 1. Oktober 2024 gelten Reifen, die lediglich mit M+S gekennzeichnet sind und kein Alpine-Symbol tragen, bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr als zulässige Winterreifen.

Wer noch einen älteren Reifensatz besitzt, sollte deshalb vor dem Wechsel überprüfen, welche Kennzeichnung sich auf der Reifenflanke befindet.

Sind Ganzjahresreifen 2026 erlaubt?

Ja.

Autofahrer müssen nicht zwingend klassische Winterreifen verwenden.

Auch Ganzjahres- beziehungsweise Allwetterreifen können die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Entscheidend ist wiederum das Alpine-Symbol. Trägt der Ganzjahresreifen das Bergpiktogramm mit Schneeflocke, gilt er rechtlich als geeigneter Reifen für winterliche Straßenverhältnisse.

Ein Ganzjahresreifen, der lediglich eine alte M+S-Kennzeichnung besitzt, reicht dagegen nicht mehr aus.

Welche Profiltiefe müssen Winterreifen haben?

Gesetzlich vorgeschrieben ist für Pkw-Reifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern.

Das gilt grundsätzlich auch für Winterreifen.

Der ADAC empfiehlt für Winterreifen allerdings deutlich mehr und rät zu einer Profiltiefe von mindestens vier Millimetern.

Vor der Montage eines älteren Reifensatzes lohnt sich deshalb nicht nur die Kontrolle des Alpine-Symbols, sondern auch ein Blick auf das verbleibende Profil.

Welche Strafe droht ohne Winterreifen?

Wer trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit ungeeigneten Reifen fährt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Für das Fahren mit falscher Bereifung werden grundsätzlich 60 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Wer dadurch andere Verkehrsteilnehmer behindert, muss mit 80 Euro und einem Punkt rechnen.

Bei einer Gefährdung können 100 Euro und ein Punkt fällig werden.

Auch für den Fahrzeughalter kann es Konsequenzen geben. Lässt er eine Fahrt trotz ungeeigneter Bereifung zu, können 75 Euro und ein Punkt drohen.

Was passiert bei einem Unfall mit Sommerreifen?

Neben einem Bußgeld kann die falsche Bereifung auch nach einem Unfall problematisch werden.

Wer bei Schnee oder Glätte mit Sommerreifen unterwegs ist und einen Unfall verursacht, muss damit rechnen, dass die Kaskoversicherung ihre Leistungen wegen grober Fahrlässigkeit kürzt.

Selbst bei einem Unfall, den ein anderer Verkehrsteilnehmer verursacht hat, kann die Bereifung eine Rolle spielen.

Je nach Einzelfall kann dem Fahrer ein Mitverschulden angerechnet werden, wenn die ungeeigneten Reifen zum Unfall oder dessen Folgen beigetragen haben.

Warum der Oktober ein guter Zeitpunkt für den Wechsel ist

Auch wenn es keinen gesetzlichen Stichtag gibt, ist die bekannte O-bis-O-Regel nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Ab Oktober nimmt die Wahrscheinlichkeit von niedrigen Temperaturen, Bodenfrost und ersten winterlichen Straßenverhältnissen zu.

Wer auf sein Auto angewiesen ist, sollte deshalb nicht erst auf den ersten Schnee warten.

Hinzu kommt ein praktischer Vorteil: Kurz vor dem ersten Wintereinbruch sind Werkstätten häufig stark ausgelastet.

Wer frühzeitig einen Termin vereinbart, kann längere Wartezeiten beim Reifenwechsel vermeiden.

Was Autofahrer jetzt kontrollieren sollten

Vor dem Winter lohnt sich ein kurzer Reifencheck.

Entscheidend sind insbesondere das Alpine-Symbol, die vorhandene Profiltiefe und der allgemeine Zustand der Reifen.

Risse, Beschädigungen oder ungewöhnliche Abnutzungserscheinungen sollten nicht ignoriert werden.

Wer Ganzjahresreifen fährt, sollte ebenfalls kontrollieren, ob das Alpine-Symbol vorhanden ist.

Damit lässt sich bereits vor dem ersten Frost klären, ob das Fahrzeug für winterliche Straßenverhältnisse richtig ausgerüstet ist.

Häufige Fragen zu Winterreifen 2026

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen