Vom Lorscher Codex bis zum Stadtfest: Für Viernheim wird 2027 ein besonderes Jahr. Die Stadt feiert ihr 1250-jähriges Bestehen – und möchte daraus nicht nur ein einzelnes großes Fest machen.
Stattdessen soll sich das Jubiläum durch das gesamte Jahr ziehen.
Quelle: Bild von IStockPhotoUnter dem Leitgedanken „von Viernheim für Viernheim“ sollen Vereine, Initiativen, Unternehmen und Bürger selbst Teil des Programms werden. Den offiziellen Auftakt bildet der Neujahrsempfang am 8. Januar 2027. Im Sommer folgen Festwochen mit Stadtfest, City Jam und Sommerbühne, ehe der Weihnachtsmarkt das Jubiläumsjahr abschließt.
Das vollständige Programm steht allerdings noch nicht fest.
Die Stadt will es Ende 2026 vorstellen.
Wir zeigen, was über das Jubiläumsjahr bereits bekannt ist – und warum Viernheim ausgerechnet 2027 seinen 1250. Geburtstag feiert.
Warum feiert Viernheim 2027 seinen 1250. Geburtstag?
Der Ausgangspunkt liegt weit zurück.
Im Jahr 777 wurde Viernheim erstmals urkundlich erwähnt.
Der entsprechende Eintrag findet sich im berühmten Lorscher Codex.
Von dieser ersten urkundlichen Erwähnung bis zum Jahr 2027 vergehen genau 1250 Jahre.
Das bedeutet nicht, dass an einem bestimmten Tag im Jahr 777 die heutige Stadt Viernheim gegründet wurde.
Historische Stadtjubiläen orientieren sich häufig an der ältesten bekannten schriftlichen Erwähnung eines Ortes.
Für Viernheim ist dieser historische Bezug der Lorscher Codex.
Was ist der Lorscher Codex?
Der Lorscher Codex gehört zu den bedeutenden historischen Quellen für zahlreiche Orte in der Region.
Das mittelalterliche Güterverzeichnis des Klosters Lorsch dokumentiert unter anderem Besitzübertragungen und Schenkungen.
Dadurch finden sich darin die frühen schriftlichen Erwähnungen vieler heutiger Städte und Gemeinden.
Auch Viernheims Geschichte lässt sich über diesen Weg bis in das 8. Jahrhundert zurückverfolgen.
Die Jahreszahl 777 bildet deshalb die Grundlage für das Jubiläum 2027.
Schon 1977 wurde groß gefeiert
Für ältere Viernheimer dürfte das kommende Jubiläum Erinnerungen wecken.
Bereits 1977 feierte die Stadt ihr 1200-jähriges Bestehen.
Damals gab es zahlreiche Veranstaltungen.
Zu den Höhepunkten gehörte ein großer Festzug, an den sich nach Angaben der Stadt noch heute viele Viernheimer erinnern.
Genau 50 Jahre später steht nun das nächste große Jubiläum bevor.
Das Konzept für 2027 unterscheidet sich allerdings bewusst von einem klassischen Stadtgeburtstag mit nur wenigen zentral organisierten Veranstaltungen.
Ein ganzes Jahr statt eines einzigen Festes
Die Stadt möchte das Jubiläum über das komplette Jahr verteilen.
Das Motto dahinter lautet:
„von Viernheim für Viernheim“.
Die Stadtverwaltung versteht sich dabei nicht als alleiniger Veranstalter.
Vielmehr soll sie eine Plattform schaffen, auf der Vereine, Initiativen, Institutionen, Unternehmen und Bürger eigene Ideen verwirklichen können.
Dadurch soll 2027 ein Bürgerfestjahr entstehen, das nicht ausschließlich aus städtisch organisierten Veranstaltungen besteht.
Bestehende Veranstaltungen können ebenso Teil des Jubiläums werden wie vollkommen neue Projekte.
Auftakt am 8. Januar 2027
Der erste große Termin steht bereits fest.
Das Jubiläumsjahr wird beim Neujahrsempfang am 8. Januar 2027 offiziell eröffnet.
Damit beginnt das Jubiläum unmittelbar zu Jahresbeginn.
Von dort aus soll sich das Programm über alle Jahreszeiten verteilen.
Die vollständige Vorstellung der Veranstaltungen ist für Ende 2026 vorgesehen.
Wer bereits jetzt nach einem kompletten Veranstaltungskalender für „1250 Jahre Viernheim“ sucht, muss sich deshalb noch etwas gedulden.
Im Sommer kommen die Festwochen
Ein Schwerpunkt liegt im Sommer.
Die Stadt plant Festwochen, in denen mehrere bekannte Viernheimer Veranstaltungen zusammenkommen.
Genannt werden bereits:
- das Stadtfest,
- City Jam,
- die Sommerbühne.
Gerade dem Stadtfest kommt eine besondere Bedeutung zu.
Eigentlich hätte dieses bereits 2026 stattfinden sollen.
Der Magistrat entschied jedoch frühzeitig, das Stadtfest auf 2027 zu verschieben.
Damit wird es Teil des Jubiläumsjahres.
Warum das Stadtfest extra verschoben wurde
Die Entscheidung schafft gleichzeitig einen größeren zentralen Höhepunkt innerhalb des Jubiläums.
Statt 2026 ein reguläres Stadtfest und nur ein Jahr später zusätzliche Jubiläumsveranstaltungen zu organisieren, werden die Ereignisse gebündelt.
Für Vereine und andere Veranstalter schafft das außerdem mehr Planungssicherheit.
Nach dem Jubiläumsjahr soll der bisherige Zweijahresrhythmus des Stadtfestes fortgesetzt werden.
Weihnachtsmarkt bildet den Abschluss
Auch das Ende des Jubiläumsjahres ist bereits absehbar.
Nach dem Auftakt im Januar und den Festwochen im Sommer soll der Viernheimer Weihnachtsmarkt 2027 den Abschluss bilden.
Damit spannt die Stadt einen Bogen über praktisch das gesamte Kalenderjahr.
Zwischen diesen großen Eckpunkten sollen zahlreiche weitere Veranstaltungen und Projekte stattfinden.
Welche davon tatsächlich umgesetzt werden, wird sich in den kommenden Monaten konkretisieren.
25.000 Euro für Ideen aus Viernheim
Damit nicht nur die Stadtverwaltung das Programm bestimmt, gibt es einen eigenen Jubiläumsfonds.
Dafür stehen insgesamt 25.000 Euro zur Verfügung.
Das Geld soll Ideen aus der Stadtgesellschaft unterstützen.
Gefördert werden können beispielsweise Veranstaltungen sowie kulturelle, soziale, historische, digitale oder räumliche Projekte.
Auch Veranstaltungen, die ohnehin bereits existieren, können unterstützt werden, wenn sie für 2027 einen besonderen Jubiläumsbezug erhalten.
Wer kann beim Jubiläum mitmachen?
Die Stadt setzt bewusst auf eine breite Beteiligung.
Angesprochen sind unter anderem Vereine, Initiativen, Institutionen, Unternehmen und andere Gruppen aus Viernheim.
Ein gefördertes Projekt muss 2027 in Viernheim stattfinden und einen unmittelbaren Bezug zum Jubiläum haben.
Außerdem soll es öffentlich zugänglich sein und einen Mehrwert für die Stadtgesellschaft schaffen.
Besonders erwünscht sind nach Angaben der Stadt Projekte, die Menschen zusammenbringen, Begegnung ermöglichen, Vielfalt sichtbar machen oder sogar über das Jubiläumsjahr hinaus Wirkung entfalten.
Bis Ende Dezember können Ideen eingereicht werden
Für Vereine und Initiativen ist deshalb jetzt bereits eine wichtige Phase.
Anträge für den Jubiläumsfonds können zunächst bis zum 31. Dezember 2026 eingereicht werden.
Über die Anträge soll im Januar entschieden werden.
Eine weitere Antragsmöglichkeit ist bis zum 31. März 2027 vorgesehen, sofern noch entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
Wer selbst eine Idee für das Jubiläum hat, muss also nicht warten, bis das endgültige Veranstaltungsprogramm veröffentlicht wird.
„I Love Verne“ wird zum Jubiläumsmotto
Auch optisch bekommt das Jubiläum einen eigenen Auftritt.
Die Stadt verwendet den Slogan:
„I Love Verne – 1250 Jahre Heimatliebe!“
„Verne“ greift dabei die lokale Bezeichnung für Viernheim auf.
Für das Jubiläumsjahr wurde zudem ein eigenes Erscheinungsbild entwickelt.
Die Informationen rund um Veranstaltungen und Beteiligungsmöglichkeiten sollen zentral auf dem Jubiläumsportal gebündelt werden.
Warum 2027 mehr als ein Stadtfest werden soll
Interessant ist vor allem der Ansatz hinter dem Jubiläum.
Die Stadt möchte die 1250 Jahre nicht ausschließlich als Rückblick auf historische Ereignisse verstehen.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollen miteinander verbunden werden.
Deshalb sollen nicht nur historische Ausstellungen oder klassische Festveranstaltungen stattfinden.
Auch soziale, kulturelle, digitale und zukunftsorientierte Projekte können Teil des Jubiläums werden.
Damit könnte 2027 gleichzeitig zu einer Bestandsaufnahme werden: Was macht Viernheim heute aus – und was soll davon langfristig bleiben?
Vereine spielen eine zentrale Rolle
Das Konzept passt zu einer Stadt, deren öffentliches Leben stark von Vereinen geprägt wird.
Statt für jeden Programmpunkt ein städtisches Angebot zu schaffen, sollen vorhandene Strukturen genutzt werden.
Ein Sportverein könnte beispielsweise eine bestehende Veranstaltung um einen Jubiläumsschwerpunkt erweitern.
Kulturvereine könnten historische oder künstlerische Projekte entwickeln.
Auch Unternehmen und andere Organisationen sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.
Dadurch dürfte das endgültige Programm deutlich vielfältiger werden als das derzeit bekannte Grundgerüst.
Was bleibt nach dem 1250. Geburtstag?
Die Stadt formuliert für das Jubiläum auch ein Ziel, das über 2027 hinausgeht.
Neue Kooperationen und Netzwerke sollen möglichst bestehen bleiben.
Das Jubiläum soll die Identifikation mit Viernheim stärken, Begegnungen ermöglichen und ehrenamtliches Engagement sichtbarer machen.
Damit wird der Erfolg nicht ausschließlich daran gemessen, wie viele Besucher zu einzelnen Veranstaltungen kommen.
Entscheidend soll auch sein, ob aus dem gemeinsamen Jubiläumsjahr etwas Dauerhaftes entsteht.
Diese Termine stehen bereits fest
Auch wenn das vollständige Programm erst später veröffentlicht wird, zeichnet sich die Struktur bereits ab.
| Zeitraum | Geplant |
| 8. Januar 2027 | Neujahrsempfang und offizieller Auftakt |
| Sommer 2027 | Festwochen |
| Sommer 2027 | Stadtfest |
| Sommer 2027 | City Jam |
| Sommer 2027 | Sommerbühne |
| Ende 2027 | Weihnachtsmarkt als Abschluss |
Weitere Veranstaltungen und Projekte werden nach und nach ergänzt.
Das Programm wird Ende 2026 spannend
Für Viernheimer lohnt sich deshalb in den kommenden Monaten ein regelmäßiger Blick auf die Planungen.
Die großen Eckpunkte stehen.
Was noch fehlt, ist das vollständige Programm mit den einzelnen Veranstaltungen, Terminen und Aktionen der beteiligten Vereine und Initiativen.
Die Stadt möchte dieses Ende 2026 präsentieren.
Spätestens dann wird aus dem bisherigen Rahmen ein konkreter Veranstaltungskalender für das Jubiläumsjahr.
Bis dahin dürfte noch einiges hinzukommen.
Von 777 bis 2027
1250 Jahre sind schwer greifbar.
Als Viernheim 777 erstmals schriftlich erwähnt wurde, lagen Industrialisierung, Eisenbahn, Automobile und selbst viele der heute selbstverständlichen Stadtstrukturen noch mehr als tausend Jahre in der Zukunft.
2027 erinnert Viernheim deshalb nicht einfach an ein einzelnes historisches Ereignis.
Das Jubiläum verbindet eine mittelalterliche Urkunde mit einer Stadt, die sich über viele Jahrhunderte grundlegend verändert hat.
Und genau deshalb ist das Konzept für 2027 interessant: Die Geschichte liefert den Anlass – gefeiert werden soll vor allem das Viernheim von heute.
