Tage der offenen Ateliers 2026: Südhessen wird am Wochenende zur Kunstlandschaft

Normalerweise bleiben die Orte, an denen Kunst entsteht, für die Öffentlichkeit verschlossen. Am kommenden Wochenende ändert sich das in ganz Südhessen.

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Am Samstag, 26. September, und Sonntag, 27. September 2026, öffnen Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers, Werkstätten, Galerien und sogar Kunstgärten. Besucher können dabei nicht nur fertige Werke betrachten, sondern erleben, wie Kunst tatsächlich entsteht.

Mehr als 70 Kunstschaffende beteiligen sich an den diesjährigen Tagen der offenen Ateliers. Das Angebot erstreckt sich über Darmstadt und die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Offenbach und den Odenwaldkreis.

Der Eintritt ist grundsätzlich frei.

Für den 33. Kultursommer Südhessen ist das Wochenende zugleich das große Finale: Mit den offenen Ateliers endet am Sonntag die diesjährige Kultursommer-Saison.

Wann sind die Tage der offenen Ateliers 2026?

Die Tage der offenen Ateliers finden traditionell am letzten Septemberwochenende statt.

2026 sind das:

Samstag, 26. September 2026
Sonntag, 27. September 2026

Eine einheitliche Öffnungszeit für alle Ateliers gibt es allerdings nicht.

Einige Künstler öffnen nur am Samstag, andere nur am Sonntag. Viele nehmen an beiden Tagen teil, haben aber unterschiedliche Öffnungszeiten.

Wer mehrere Ateliers besuchen möchte, sollte seine Route deshalb vorher planen.

Kunst dort sehen, wo sie tatsächlich entsteht

Der Unterschied zu einer klassischen Kunstausstellung liegt vor allem im Ort.

Die Besucher sehen die Werke nicht ausschließlich fertig aufgehängt in einer Galerie.

Stattdessen können sie Räume betreten, in denen normalerweise gemalt, gezeichnet, gedruckt, modelliert oder gebaut wird.

Das Spektrum reicht von Malerei, Zeichnung und Fotografie über Bildhauerei, Grafik und Keramik bis zu Schmuckgestaltung, Design, Papierkunst, Mixed Media und Installationen.

Manche Teilnehmer arbeiten in klassischen Ateliers. Andere öffnen Werkstätten, Scheunen oder Gärten.

Dadurch kann bereits der Ort selbst Teil des Erlebnisses werden.

Zwölf Ateliers allein im Kreis Bergstraße

Auch der Kreis Bergstraße ist stark vertreten.

Nach Angaben des Kreises beteiligen sich dort zwölf Ateliers an dem Aktionswochenende.

Einer der ungewöhnlicheren Programmpunkte findet direkt in Viernheim statt.

Bei „Abenteuer Kunst“ öffnet die Künstlerin Cordula Hilgert gemeinsam mit weiteren Beteiligten ihr Atelier in der Uhlandstraße 16.

Am Samstag ist das Atelier von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Gezeigt werden unter anderem experimentelle Fotografie und Mixed Media. Ab 14 Uhr sind außerdem kleine Workshops zum experimentellen Drucken im Garten geplant, für die keine vorherige Anmeldung notwendig ist.

Damit ist auch Viernheim unmittelbar Teil des südhessenweiten Kunstwochenendes.

In Bensheim trifft Kunst auf Graffiti

Ein weiterer interessanter Anlaufpunkt befindet sich in Bensheim.

Die BÖRGARTWÖRKSTATT gibt Einblicke in unterschiedliche Formen moderner Kunst. Dazu gehören unter anderem Graffiti, Acrylmalerei, Arbeiten auf Papier, Leinwandkunst und Fassadengestaltung.

Bei geeignetem Wetter ist außerdem ein Graffitiworkshop im Außenbereich vorgesehen.

Gerade solche Angebote zeigen, dass die Tage der offenen Ateliers nicht ausschließlich für Menschen gedacht sind, die regelmäßig Kunstausstellungen besuchen.

Vielmehr geht es darum, unterschiedliche Formen künstlerischer Arbeit unmittelbar kennenzulernen.

Wichtig für die Planung: Einzelne ursprünglich angekündigte Teilnehmer können kurzfristig ausfallen. Der Kultursommer weist beispielsweise aktuell darauf hin, dass das Atelier von Sabine Nelles in Bensheim seine Teilnahme abgesagt hat. Vor der Anfahrt lohnt sich deshalb ein Blick in das aktuelle Onlineprogramm.

Darmstadt zeigt, wie Druckkunst funktioniert

Auch Darmstadt beteiligt sich mit mehreren Kunstorten.

Im SchulDruckZentrum wird beispielsweise gezeigt, wie verschiedene Drucktechniken funktionieren.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene können dort nicht nur zuschauen, sondern mit Druckmaschinen und wasserlöslichen Farben selbst kreativ werden.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Ateliergemeinschaft Adelung33.

Dort arbeiten Künstler verschiedener Disziplinen unter einem Dach. Zum Programm gehört unter anderem eine Kunstauktion für einen gemeinnützigen Zweck.

So reicht das Wochenende von kleinen privaten Ateliers bis zu größeren Ateliergemeinschaften.

Im Odenwald öffnen 16 Ateliers

Besonders groß ist die Beteiligung in diesem Jahr im Odenwaldkreis.

Dort öffnen nach Angaben des Kreises 16 Ateliers ihre Türen.

Teilnehmer gibt es beispielsweise in Höchst, Michelstadt, Mossautal und Reichelsheim.

In Michelstadt reicht das Angebot vom Atelier-Kunst-Genuss bis zum „Aquarellarium“. In Reichelsheim beteiligt sich unter anderem das Atelierhaus am Bach in Klein-Gumpen.

Die Öffnungszeiten unterscheiden sich auch hier teilweise erheblich.

Einige Ateliers beginnen bereits am Vormittag, andere erst am Nachmittag. Manche schließen um 17 Uhr, andere haben bis in den Abend geöffnet.

Besucher können ihre eigene Kunstroute zusammenstellen

Gerade weil sich die teilnehmenden Ateliers über ganz Südhessen verteilen, lohnt es sich, mehrere Stationen miteinander zu verbinden.

Der Kultursommer stellt dafür online eine Übersicht bereit, die nach Landkreis beziehungsweise Stadt gefiltert werden kann.

So lässt sich beispielsweise eine reine Bergstraßen-Route planen oder ein Ausflug durch mehrere Orte miteinander verbinden.

Wer spontan unterwegs ist, kann dagegen gezielt nach Ateliers in der unmittelbaren Umgebung suchen.

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass einige der Kunstorte außerhalb größerer Ortszentren liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur eingeschränkt erreichbar sind.

Nicht überall geht es nur ums Anschauen

Viele Teilnehmer ergänzen ihre Ausstellungen um ein eigenes Rahmenprogramm.

Je nach Atelier gibt es beispielsweise Workshops, Vorführungen, Lesungen, Musik oder Mitmachaktionen.

Teilweise können Besucher Künstlern unmittelbar bei der Arbeit zuschauen.

Genau darin liegt die Besonderheit des Wochenendes.

Statt ausschließlich das fertige Ergebnis zu sehen, lässt sich nachvollziehen, welche Materialien und Techniken hinter einem Werk stehen und wie aus einer Idee ein fertiges Kunstwerk wird.

Auch Gespräche mit den Kunstschaffenden gehören ausdrücklich zum Konzept.

Auch für Familien interessant

Die Tage der offenen Ateliers richten sich nicht ausschließlich an Erwachsene.

An verschiedenen Standorten werden Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche angeboten.

Dadurch kann der Besuch auch zu einem ungewöhnlichen Familienausflug werden.

Statt eines klassischen Museumsbesuchs erleben Kinder unmittelbar, wie beispielsweise gedruckt, gemalt oder mit unterschiedlichen Materialien gearbeitet wird.

Welche Angebote für Kinder vorhanden sind, hängt allerdings vom jeweiligen Atelier ab.

Vor dem Besuch lohnt sich deshalb ein Blick auf das konkrete Programm.

Eintritt ist frei

Für den Besuch der teilnehmenden Ateliers wird grundsätzlich kein Eintritt verlangt.

Damit lässt sich auch ohne große Planung spontan ein einzelnes Atelier besuchen.

Wer daraus einen Tagesausflug machen möchte, kann dagegen mehrere Kunstorte miteinander verbinden.

Gerade die Mischung aus Städten und ländlichen Orten macht das Wochenende interessant: Ein Atelier kann sich mitten in Darmstadt befinden, das nächste in einem Garten, einer ehemaligen Werkstatt oder einer Scheune im Odenwald.

Finale des Kultursommers Südhessen 2026

Mit den offenen Ateliers endet gleichzeitig der 33. Kultursommer Südhessen.

Dieser lief 2026 vom 1. Juni bis zum 27. September.

Über den Sommer verteilt fanden in der Region mehr als 360 Kulturveranstaltungen statt. Dazu gehörten Konzerte, Theater, Literatur, Ausstellungen und weitere Kulturformate.

Die Tage der offenen Ateliers bilden traditionell den Abschluss.

Statt einer einzelnen großen Abschlussveranstaltung verteilt sich das Finale damit über die gesamte Region.

Ein Wochenende, an dem sich Türen öffnen, die sonst geschlossen bleiben

Gerade das macht die Veranstaltung besonders.

Viele der teilnehmenden Orte sind keine klassischen Sehenswürdigkeiten und normalerweise nicht ohne Weiteres öffentlich zugänglich.

Für zwei Tage können Besucher Räume entdecken, in denen das ganze Jahr über Kunst entsteht.

Man muss dafür weder Kunstexperte sein noch eine komplette Tour durch Südhessen planen.

Manchmal reicht bereits ein Atelier in der eigenen Stadt, um einen Ort kennenzulernen, an dem man vielleicht schon dutzende Male vorbeigelaufen ist.

Am 26. und 27. September bietet sich dafür in ganz Südhessen die Gelegenheit.

Häufige Fragen zu den Tagen der offenen Ateliers 2026

1 Kommentar zu „Tage der offenen Ateliers 2026: Südhessen wird am Wochenende zur Kunstlandschaft“

  1. Pingback: Wochenende in Südhessen: Tipps für 26. & 27. September

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