Im Raum Viernheim häufen sich derzeit wieder betrügerische Telefonanrufe. Das Polizeipräsidium Südhessen warnt vor einer neuen Welle von Schockanrufen und Betrugsversuchen, bei denen sich Kriminelle unter anderem als Polizeibeamte ausgeben. Ziel der Täter ist es, ihre Opfer zur Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen. Die Enkeltrick Polizei-Warnung richtet sich insbesondere an ältere Menschen und deren Angehörige.
Quelle: Bild von UnsplashNach Angaben der Polizei gingen am Donnerstag mehrere entsprechende Hinweise aus Viernheim, Lampertheim und Schaafheim ein. Während die Betrüger in einem Fall erfolgreich waren, konnte in Viernheim ein versuchter Betrug rechtzeitig verhindert werden.
Schockanruf in Viernheim scheitert
In Viernheim riefen die Täter eine Frau an und behaupteten, ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Haftstrafe abzuwenden, müsse kurzfristig eine hohe Kaution gezahlt werden.
Die Angerufene reagierte besonnen und stellte gezielte Nachfragen. Als sie ankündigte, ihre Tochter persönlich aufsuchen zu wollen, beendeten die Betrüger das Telefonat. Ein anschließender Anruf bei ihrer Tochter bestätigte, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte. Die Frau blieb dadurch vor einem finanziellen Schaden bewahrt.
In Schaafheim hatten die Täter Erfolg
Nicht in allen Fällen endeten die Anrufe glimpflich. In Schaafheim täuschten die Betrüger einen Senior mit der Geschichte, in seiner Nachbarschaft habe ein Raub stattgefunden. Zu seinem Schutz solle die Polizei Bargeld und Wertsachen vorübergehend in Verwahrung nehmen.
Der Mann übergab daraufhin Geld und Wertgegenstände an einen angeblichen Polizeibeamten, der die Sachen an seiner Wohnanschrift abholte. Erst später bemerkte das Opfer den Betrug. Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Der Geldabholer soll etwa 20 Jahre alt, rund 1,70 Meter groß und schlank gewesen sein. Zur Tatzeit trug er einen hellblauen Trainingsanzug.
So gehen die Betrüger vor
Ob falscher Polizeibeamter, Schockanruf oder klassischer Enkeltrick, die Vorgehensweise ähnelt sich häufig. Die Täter setzen ihre Opfer gezielt unter Druck und schildern eine angebliche Notlage. Mal soll ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht haben, mal wird vor Einbrechern gewarnt oder behauptet, Wertgegenstände müssten zur Sicherheit von der Polizei abgeholt werden.
Gemeinsam haben alle Maschen ein Ziel: Die Betrüger wollen möglichst schnell an Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände gelangen. Dabei nutzen sie häufig emotionale Ausnahmesituationen aus, damit Betroffene keine Zeit zum Nachdenken haben.
Polizei gibt klare Verhaltenstipps
Das Polizeipräsidium Südhessen weist ausdrücklich darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals Bargeld oder Wertsachen an der Haustür abholen oder vorsorglich in Verwahrung nehmen. Ebenso fordert die Polizei niemanden telefonisch dazu auf, Geld zu übergeben oder Angaben zu Vermögenswerten zu machen.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden und keine persönlichen Informationen preisgeben. Anschließend empfiehlt die Polizei, Angehörige zu informieren und sich unter der bekannten Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder im Notfall über die 110 zu vergewissern, ob tatsächlich ein Einsatz vorliegt. Häufig lässt sich der Betrugsversuch bereits durch einen kurzen Anruf bei Familienmitgliedern schnell aufklären.
Was Bürger jetzt wissen sollten
Die aktuelle Warnung der Polizei zeigt, dass Betrugsmaschen wie der Enkeltrick oder Schockanrufe weiterhin ein ernstes Problem darstellen. Besonders ältere Menschen geraten immer wieder ins Visier der Täter. Umso wichtiger ist es, über die Vorgehensweise informiert zu sein und auch Eltern, Großeltern oder Nachbarn für diese Maschen zu sensibilisieren.
Wer verdächtige Anrufe erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen, keine Wertsachen herausgeben und im Zweifel sofort die Polizei verständigen. Aufmerksamkeit und ein gesundes Misstrauen sind der beste Schutz vor den Betrügern.
