Isst mein Kind richtig? Neue kostenlose Sprechstunde startet in Viernheim

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den ersten Brei? Trinkt das Baby genug? Ist mein Kind für sein Alter zu klein oder zu leicht? Und ist es normal, wenn plötzlich fast jedes Essen abgelehnt wird?

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Gerade in den ersten Lebensjahren können aus scheinbar einfachen Alltagsfragen schnell Unsicherheiten werden. Nicht jede davon erfordert sofort einen Termin beim Kinderarzt – eine fachliche Einschätzung wäre für Eltern trotzdem manchmal hilfreich.

Genau an dieser Stelle setzt ein neues Angebot des Kreises Bergstraße an.

Am Donnerstag, 17. September 2026, startet in Viernheim erstmals die offene Sprechstunde „Gut ernähren. Gut entwickeln. Gut begleitet.“ des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes.

Das Besondere: Die Beratung ist kostenlos, freiwillig und ohne vorherige Terminvereinbarung möglich. Sie richtet sich insbesondere an Familien mit Kindern von null bis drei Jahren. Bei Bedarf können auch Eltern von Kindern bis zum Vorschulalter kommen.

Eltern können einfach mit ihren Fragen kommen

Die Sprechstunde ist nicht ausschließlich eine Ernährungsberatung.

Eltern können dort beispielsweise Fragen zum Stillen, zur Muttermilch und Flaschennahrung stellen. Auch der Übergang zur Beikost und später zur normalen Familienkost gehört zum Angebot.

Genauso können Eltern aber ansprechen, ob sich ihr Kind aus ihrer Sicht altersgerecht entwickelt.

Bei Bedarf werden Gewicht, Größe und Kopfumfang des Kindes erfasst. Die Entwicklung kann anschließend medizinisch eingeordnet werden.

Damit unterscheidet sich das Angebot von einer klassischen Informationsveranstaltung: Eltern hören nicht lediglich einen allgemeinen Vortrag über gesunde Kinderernährung, sondern können ihre konkrete Situation mit einer Ärztin besprechen.

Der erste Termin ist direkt am Donnerstag

Die Premiere findet am 17. September um 12 Uhr statt.

Danach soll die offene Sprechstunde regelmäßig an den ersten drei Donnerstagen eines Monats von 12 bis 13 Uhr angeboten werden.

Veranstaltungsort sind die Räume von Neue Wege in der Industriestraße 20–22 in Viernheim. Während der hessischen Schulferien und an Feiertagen findet keine Sprechstunde statt.

Neue FamiliensprechstundeInformation
Start17. September 2026
Uhrzeit12 bis 13 Uhr
Regelmäßige TermineErste drei Donnerstage im Monat
OrtNeue Wege, Industriestraße 20–22, Viernheim
KostenKostenlos
AnmeldungKeine vorherige Terminvereinbarung erforderlich
ZielgruppeVor allem Familien mit Kindern von 0 bis 3 Jahren
Schulferien/FeiertageKeine Sprechstunde

Für Eltern entsteht damit ein Angebot, das bewusst ohne große Zugangshürde funktioniert.

Nicht jede Unsicherheit ist gleich ein medizinisches Problem

Gerade dieser Punkt macht die Sprechstunde interessant.

Wenn ein Kind krank ist oder akute Beschwerden hat, bleibt natürlich die kinderärztliche Versorgung die richtige Anlaufstelle. Das neue Angebot ist dagegen für Fragen gedacht, die häufig zwischen Alltag und Medizin liegen.

Eltern beobachten ihr Kind jeden Tag. Dadurch fallen Veränderungen schnell auf – gleichzeitig fehlt ihnen verständlicherweise der Vergleich zu Hunderten anderen Kindern.

Ein Kind isst plötzlich weniger. Ein anderes möchte bestimmte Lebensmittel überhaupt nicht probieren. Bei einem Baby stellt sich die Frage, wann Beikost sinnvoll wird. Oder Eltern haben schlicht das Gefühl, ihr Kind sei kleiner als Gleichaltrige.

Solche Beobachtungen müssen nicht automatisch auf ein Problem hindeuten.

Die Möglichkeit, sie fachlich einordnen zu lassen, kann aber verhindern, dass Unsicherheit über Wochen bestehen bleibt.

Und wenn tatsächlich Unterstützung nötig ist?

Auch dafür ist das Angebot gedacht.

Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst möchte nicht nur einzelne Fragen beantworten. Wenn sich im Gespräch ein weiterer Unterstützungsbedarf zeigt, können Familien an passende Angebote und Hilfen weitervermittelt werden.

Damit bekommt die offene Stunde eine Art Lotsenfunktion.

Eltern müssen nicht unbedingt bereits wissen, welche Beratungsstelle oder welches Hilfsangebot für ihre Situation zuständig wäre. Der erste Schritt kann zunächst das Gespräch in Viernheim sein.

Das Angebot wird gemeinsam mit den Frühen Hilfen umgesetzt und vom Land Hessen gefördert. Für das Förderjahr 2026 wurden dem Kreis nach eigenen Angaben rund 2.240 Euro Fördermittel bewilligt.

Warum startet das Angebot ausgerechnet in Viernheim?

Auch darauf gibt es eine konkrete Antwort.

Nach Angaben des Kreises fiel die Wahl auf Viernheim, weil die zuständige Ärztin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, Eva-Maria Renner, bereits Untersuchungen vor Ort durchführt.

Viernheim könnte allerdings nur der Anfang sein.

Eine Erweiterung des Angebots ist grundsätzlich denkbar. Als möglicher weiterer Standort wird Heppenheim genannt.

Ob daraus tatsächlich etwas wird und wann eine Erweiterung stattfinden könnte, ist bislang offen. Entscheidend sind laut Kreis unter anderem die weitere Förderung durch das Land Hessen und die Frage, wie gut Familien das neue Viernheimer Angebot annehmen.

Das macht die ersten Monate durchaus interessant: Wird die Sprechstunde regelmäßig genutzt, könnte aus dem zunächst lokalen Versuch ein Angebot für weitere Teile des Kreises Bergstraße entstehen.

Beratung für Familien wird im Kreis stark nachgefragt

Dass niedrigschwellige Hilfsangebote grundsätzlich auf Nachfrage treffen, zeigt auch ein Blick auf andere Beratungsangebote des Kreises.

Die drei Erziehungsberatungsstellen im Kreis Bergstraße verzeichneten 2025 zusammen 2.469 Beratungsfälle. Ein Jahr zuvor waren es 2.436 gewesen.

Das ist zwar ein anderes Beratungsangebot und die Zahlen lassen sich nicht auf die neue Gesundheitssprechstunde übertragen.

Sie zeigen aber, dass Familien vorhandene Unterstützungsstrukturen im Kreis intensiv nutzen.

Mit der neuen Sprechstunde kommt nun ein Angebot hinzu, das besonders früh ansetzt – in den ersten Lebensjahren eines Kindes.

Eine Stunde, in der auch die vermeintlich kleinen Fragen Platz haben

Vielleicht ist genau das der wichtigste Unterschied zu vielen klassischen Beratungsangeboten.

Eltern müssen nicht erst feststellen, dass etwas „nicht stimmt“, bevor sie sich eine Einschätzung holen.

Auch eine einfache Frage wie „Ist das eigentlich normal?“ kann ein Grund sein, vorbeizukommen.

Die Sprechstunde soll gerade für diese alltäglichen Unsicherheiten einen unkomplizierten Zugang zu medizinischer Beratung schaffen.

Ob daraus später ein dauerhaftes Angebot an mehreren Standorten im Kreis Bergstraße wird, hängt auch davon ab, wie die Viernheimer Familien die neue Möglichkeit annehmen.

Ab 17. September lässt sich das erstmals testen – kostenlos und ohne vorher einen Termin vereinbaren zu müssen.

Häufige Fragen zur neuen Familiensprechstunde in Viernheim

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